Hortplätze - Junge Familien brauchen Betreuung für ihre Kinder / Falsche Investitionsentscheidungen getroffen? Ketsch ist pleite – aber warum?

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Ketsch ist pleite! Was macht das deutlich? In der Gemeinderatsitzung am 25. Januar wurde zwar gesagt, dass die Gemeinde am Ende des Jahres 2021 acht Millionen Euro Schulden haben wird. Tatsächlich bewusst, wie schlecht es steht, wurde es den Zuhörern aber erst bei den Anfragen der Sitzungsbesucher.

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Vier junge Mütter waren zur Gemeinderatsitzung gekommen und wollten vom Bürgermeister wissen, warum es ab September für ihre Kinder kein Hortplatz geben wird. Sie machten sehr deutlich, dass sie auf diesen Platz angewiesen sind, um arbeiten zu gehen. Sie wollten auch wissen, wieso es zum Beispiel in Oftersheim kein Problem ist, einen Platz zu bekommen und in Ketsch es unmöglich ist.

Ihre Forderung war, dass die Gemeinde zumindest einen weiteren Waldhort errichten soll, um die dringendsten Fälle zu bedienen. Man konnte die Verzweiflung des Bürgermeisters und seine Hilflosigkeit an seiner Antwort erkennen. „Wir machen, was wir können. Kommen Sie zu mir persönlich in die Sprechstunde, wir werden für Sie eine Lösung finden!“

Eine Lösung für sie? Für sie, die sie den Mut haben, das Problem öffentlich anzusprechen, für sie finden wir eine Lösung. Alle anderen müssen warten! Wo liegt das Problem wirklich? Die Gemeinde Ketsch hatte doch einmal fast 15 Millionen Euro in der Rücklage? Die Gemeinde hat ein großes Baugebiet umgelegt und damit sind weitere 10 Millionen in die Kasse gespült worden. Die Gemeinde hat noch sehr gute Gewerbesteuereinnahmen. Wo ist das Geld hin? Warum hat man davon keine Einrichtungen errichtet wie Kindergärten und Horte?

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Das Geld ist ausgegeben – zum Beispiel für den Marktplatz, die Schwetzinger Straße und den großen Kreisel. Frau Scalia hat es so ausgedrückt: „In den guten Jahren wurde in Ketsch durch falsche Entscheidungen der Haushalt von heute ruiniert.“ Zum Glück wurden „Prunkpaläste“ wie das Gebäude auf dem Marktplatz nur geplant und durch vernünftige Bürger verhindert. Wie würde der Haushalt heute aussehen, wenn dieser Prunkbau auch noch errichtet worden wäre? Was jetzt, Herr Bürgermeister? Wie und wo werden sie sparen? Wie schafft die Gemeinde die dringend notwendigen Plätze?

Junge Familien brauchen Betreuung für ihre Kinder, denn die Familien sind auf das Einkommen der Frauen angewiesen. Es ist für jeden zu sehen, dass diese Familien unterstützt werden müssen, auch wenn dafür die Bücherei als freiwillige Leistung geschlossen werden muss. Die Bücherei?

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Besteht nicht in diesem Gebäude die Möglichkeit, anstatt der Bücherei einen Hort einzurichten? Natürlich gibt es auch in Ketsch Lösungen, aber scheinbar nur für Menschen, die bereit sind, ihr Problem öffentlich in die Gemeinderatsitzung zu tragen.

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Wilfried Windisch, Ketsch