Hilfe bei Impfterminen - Nicht zu verstehen, warum man sich sperrt Lässt Ketsch hilfsbedürftige Senioren im Regen stehen?

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Zu den Artikeln „Mehr Terminoptionen durch Kreisimpfzentren“ in der Ausgabe vom 15. Januar und „Seniorenbüro gibt Impfinfos“ vom 21. Januar) wird uns geschrieben: Für viele Senioren über 80 stellt die Anmeldung zur Corona-Impfung eine nicht überwindbare Hürde da. Stundenlang in der Telefonschleife hängend oder aufgrund mangelnder PC-Kenntnisse beziehungsweise fehlender Ausstattung von Smart-phone und PC sowie gesundheitlichen Einschränkungen ist es den meisten Senioren doch schlichtweg unmöglich, eigenständig einen Impftermin zu vereinbaren.

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Wohl denen, die ihre Kinder, Verwandte oder sonstige hilfsbereite Menschen in ihrem persönlichen Umfeld haben. Leider gibt es aber auch Ältere, die sich nicht auf diese Netzwerke stützen können und dringend auf Hilfe angewiesen sind.

Selbstverständlich ist aber auch, dass man sich um seine Angehörigen kümmern sollte, Impftermine für sie vereinbart und die Senioren zur Impfung begleitet.

Wo dies nicht der Fall ist, sind meines Erachtens die Kommunen gefordert und gegenüber den Bürgerinnen und Bürger in der Pflicht. Die meisten Städte und Gemeinden im Umkreis (beispielgebend nenne ich hier Schwetzingen, Oftersheim, Eppelheim und Brühl) gehen die Problematik bewusst an und bieten auf unterschiedliche Art und Weise aktive Hilfestellung für die Betroffenen an. Dies reicht von der Buchung eines Impftermins bis zur Organisation des Transfers zum Impfzentrum.

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Anders die Gemeinde Ketsch – siehe oben genannte Artikel in der Schwetzinger Zeitung zu diesem Thema. Hier verweisen die Verantwortlichen lapidar auf das Umfeld – und darauf, dass sie eigentlich nicht zuständig sind beziehungsweise nichts in dieser Richtung zu tun gedenken. So hat es zumindest den Anschein.

Halbherzig wird an das Seniorenbüro verwiesen, wenn man weitergehende Informationen zur Impfung benötige. Wo ist da bitte die soziale Verantwortung der Gemeinde gegenüber den hilfsbedürftigen Alten?

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Für viele Senioren ist das fehlende Engagement der Gemeinde Ketsch diesbezüglich doch sehr enttäuschend, zumal es sich bei denjenigen Senioren, die aktive Hilfe durch die Gemeinde benötigen, um einen recht überschaubaren Personenkreis handeln dürfte.

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Es ist ja nicht so, dass die Gemeindeverwaltung in der Vergangenheit schlechte Arbeit geleistet hätte, im Gegenteil. Warum man sich bei diesem Thema so sperrt und fadenscheinige Gründe anführt, um ja nicht helfen zu müssen, erschließt sich mir überhaupt nicht!

Dass es auch anders geht, hat man doch bei der Flüchtlingshilfe bewiesen, weshalb nicht auch bei den hilfsbedürftigen Alten?

Thomas Gross, Ketsch