Wanderer Lieber jetzt mal innehalten

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Zum Artikel „Mehr Wanderer, mehr Müll“ in der Ausgabe vom 2. Februar wird uns geschrieben: Schon das zweite Mal, dass mich die Titelseite der SZ in Rage bringt. Vor ein paar Wochen: „Wann packen wir wieder die Urlaubskoffer“ (Ausgabe vom 23. Januar). Da schreit die Sehnsucht nach der „alten Normalität“, aber wollen wir die wirklich eins zu eins zurück? Billigflüge mit all den CO2-Konsequenzen, mal eben ein paar Tage nach „Malle“ – nein. Es ist Zeit, innezuhalten und unseren überbordenden Konsum grundlegend zu hinterfragen.

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Und jetzt das: „Mehr Wanderer, mehr Müll.“ So so, die Menschen entdecken also im Lockdown ihre Freude an der Natur. Und die äußert sich dann wie selbstverständlich darin, dass sie ihren Müll in dieselbe schmeißen? Nein, diese Menschen suchen rücksichtslos einen Ersatzkonsum, jetzt wo die künstlichen Plastikwelten überwiegend geschlossen sind.

Anstatt innezuhalten. Neu zu fühlen. Was bedeutet dieses Virus – das ja auch aus der Natur kommt und, wie mancherorts zu lesen, begünstigt wurde durch unseren rücksichtslos konsumierenden – ja, auch beziehungsweise gerade die Natur konsumierenden (!) Lebensstil. Auch wir kommen aus der Natur – und Technik wird nicht alles lösen. Diese – unsere – Natur gilt es, wieder zu respektieren und zu lieben. Sich erschüttern lassen vom Artensterben und dem Verlust natürlicher Ökosysteme.

Die Experten raten, touristische Lieblingsziele wegen Vermüllung lieber links liegen zu lassen – ich glaube ich spinne! Familien sollten mit ihren Kindern genau dort in den Wald gehen, bewaffnet mit Greifzangen und Müllbeuteln. Das macht Spaß und verändert das Bewusstsein. Und zieht dann vielleicht Kreise. Den eigenen Garten neu gestalten – als Lebensraum. Den eigenen Konsum hinterfragen.

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Um so eine ganz neue Lebensqualität zu entdecken.

Petra Schenck, Schwetzingen