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Klimawandel und Gesellschaft - Hohle Phrasen überzeugen nicht mehr / Nur Glaubwürdigkeit zählt Man unterschätze nicht die Macht der Sprache!

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Vieles, was man in den letzten Tagen und Wochen in wort- und gestenreichen Berichten und zahllosen Bildern zur Kenntnis nehmen musste, ist schrecklich, ja katastrophal und macht unfassbar traurig. Die Schicksale und das Leid der Betroffenen bewegen emotional in ungeahntem Ausmaß, denn bisher war es schlicht nicht vorstellbar, dass sich derart verheerende Naturereignisse in dieser Größenordnung direkt vor unserer Haustüre abspielen könnten.

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Viel zu lange war man in Sachen präventivem Klimaschutz untätig und hat die seit Jahren geäußerten Warnungen und Vorhersagen der Wissenschaftler und Experten nicht mit der gebührenden Dringlichkeit behandelt. Blickt man auf die unzähligen Weltklima-Gipfel, seit Kyoto vor über 20 Jahren, dann muss man ernüchternd feststellen, dass außer vollmundigen Absichtserklärungen daraus wenig Substanzielles resultierte.

Selbst Angela Merkel, als ehemalige Umweltministerin und langjährige Kanzlerin, vermochte es nicht, rechtzeitig den Fokus auf das Thema Klimaveränderung zu richten und gegenzusteuern, denn zu lange hieß es in wortreichen und lautstarken Bekundungen immer nur: Wir müssen, wir wollen, wir werden! Doch passiert ist über viele Jahre viel zu wenig, denn politische Entscheidungsträger haben durch klassische Lobbyismusarbeit notwendige Maßnahmen nicht auf den Weg gebracht. Erst das massive Aufrütteln der jungen Generation, wie durch „Fridays for Future“, brachte eine Bewusstseinsänderung.

Dass sich das Weltklima verändert hat und wir uns in einer akuten Klimakrise befinden, sollte mittlerweile jedem klar geworden sein, doch leider sieht die Realität ganz anders aus, denn selbst im Deutschen Bundestag, im Parlament, dem Herz unserer Demokratie, sitzen unverbesserliche, ignorante Abgeordnete und egomane Kleingeister, die eine globale Klimaveränderung partout nicht sehen wollen und daher auch jegliche, wissenschaftlich bestätigten Zusammenhänge ignorieren. Was soll man von solchen Volksvertretern halten und wie soll gesundes Vertrauen in deren politisches Handeln entstehen?

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Es ist höchste Zeit, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden, evidenzbasierten Fakten auch als solche zu erkennen, einzuordnen und zu evaluieren. Es ist nicht damit getan und auch nicht glaubwürdig, wenn dieselben Leute, die sich über Jahre hinweg nur das Thema wirtschaftliches Wachstum als oberste Prämisse auf die Agenda geschrieben haben, gleichzeitig aber zwingend notwendige Veränderungsprozesse unterließen, ja verhindert haben, sich jetzt medienwirksam als Problemlöser zu inszenieren versuchen.

Beschämend auch der Auftritt von Armin Laschet, der es nicht vermochte der katastrophalen Situation und der Not der Menschen den gebührenden Respekt zu erweisen, absolut nicht „kanzlertauglich“. Hier zeigt sich die Macht der Sprache, denn auch Körpersprache wirkt, in diesem Fall war es aber leider keine positiv affirmative Ausdrucksform.

Sprache, als formuliert geäußerte Gedanken, sollte bewegen, überzeugen und motivieren, denn positive Sprache kann viel erreichen, zumal sie in starkem Maße die Wahrnehmung beeinflusst. Im Dickicht der heutigen Medienlandschaft wird es zunehmend schwieriger, sich zu orientieren, denn die Kommunikationstechnologie lässt mittlerweile keine direkte Reaktion des Gegenübers mehr zu.

In unserer Sprache haben sich inzwischen jede Menge Wortneuschöpfungen etabliert, die nicht zu einem besseren Verständnis beitragen, auch weil sie gezielt verharmlosen, verschleiern oder überspitzen. Hohle Phrasen überzeugen nicht mehr, doch Vertrauen entsteht nur durch Glaubwürdigkeit, die auf offener und ehrlicher Basis gründet.

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Dazu gehört auch, dass sich Strukturen ändern müssen, sowohl auf Parteiebene wie auch im parlamentarischen Tagesgeschäft. Es sollte die Erkenntnis reifen, dass Pandemien, globale Klimaveränderungen und Maßnahmen für den Gesundheits- und Bevölkerungsschutz keine parteiinternen Angelegenheiten sind, sondern das Bemühen aller erfordert.

Schon Kurt Tucholsky wusste: „Wer auf andere Leute wirken will, der muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden.“ Gerhard Kiermeier, Hockenheim

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