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Corona-Pandemie - Den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen vertrauen und dem Virus endlich ein Ende bereiten Menschenverstand, Sachkenntnis, Impfen

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Ein Blick auf die Pest- und Grippepandemien der Vergangenheit zeigt: Die wirksamste Möglichkeit Pandemien einzudämmen, sind Impfstoffe. Gegenwärtig im Jahr 2021 zeigen Spanien und Portugal auf beeindruckende Weise, wie man die Corona-Krise in den Griff bekommen und wieder ein „normales“ Leben anvisieren kann – durch eine überragende Impfkampagne und durch eine überwältigende Impffreiwilligkeit, sich die Anti-Covid-Spritze geben zu lassen.

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Inzwischen haben 85 Prozent der portugiesischen Bevölkerung und knapp 80 Prozent der spanischen Bevölkerung (Stand 25. Oktober) den kompletten Impfschutz. In Folge stand weder in Spanien noch in Portugal eine gesetzlich verordnete Impflicht zur Debatte. Es war auch nicht notwendig, den Druck auf Nichtgeimpfte durch 3G- oder 2G-Regeln zu erhöhen, denn die Menschen dort haben viele Tote als heilsamen Schock. Beide Länder fühlen sich so gestärkt, dass sie einschränkende Corona-Maßnahmen großzügig lockern konnten.

Und in Deutschland? Bei uns droht die Debatte über die Impfung die Gesellschaft in zwei Lager zu spalten. Noch bevor die ehemals sehnsüchtig erwarteten und mittlerweile ausreichend vorhandenen Impfdosen überhaupt ihren hochwirksamen Impfschutz für die deutsche Bevölkerung entfalten können. Die Stimmung ist gereizt. Eine kleine Minderheit von Impfunwilligen dominiert den großen Teil der Bevölkerung, der sich seit Monaten diszipliniert an Grundregeln hält und durch herausragende Solidarleistungen versucht, mittels Impfung sich selbst und andere – vor allem immunschwache Menschen – vor den tückischen Folgen einer Corona-Erkrankung zu schützen.

Im wohlstandsverwöhnten und von Bergamo-Toten verschonten Deutschland scheinen die Impfunwilligen, in Anlehnung an den Journalisten Jonathan Rauch, die Fähigkeit verloren zu haben, Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden: Sie sind oftmals gefangen in einem ideologischen staatsfeindlichen und/oder esoterischen Verschwörungskontext. Sie verlieren sich im blinden Vertrauen auf absichtlich gestreute Falschmeldungen. Gegen solide wissenschaftliche Erkenntnisse argumentieren sie mit pseudowissenschaftlichen Scheinargumenten oder 200-prozentigen Sicherheitsansprüchen. Korrigierende und gut belegbare Sachargumente werden zur Seite gewischt. Und je mehr sich die Impfunwilligen radikalisieren, umso mehr verlieren sie den Boden zur Realität. Geglaubt wird nur, was zu den eigenen Vorstellungen passend und überzeugend erscheint, was sie selbst als (scheinbare) Wahrheit definieren.

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Das Pochen auf Freiheitsrechte muss Unverständnis hervorrufen, wenn dadurch: Andere Menschen (Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen) verantwortungslos einem Risiko ausgesetzt werden, Long-Covid-Erkrankungen bagatellisiert, das Klinikpersonal mit Ansage in lebensgefährliche Überlastungssituationen getrieben wird, die Operationen von anderen Menschen aufgrund weniger Intensivbetten verschoben werden müssen. Der individuelle Entscheid, ob man sich impfen lässt oder nicht, hat Folgen für das gesamte Land – gesellschaftlich, wirtschaftlich und psycho-sozial.

Wer sich nicht impfen lässt, gerät zudem in Verdacht, die Funktionsweise des Coronavirus immer noch nicht begriffen zu haben. Dirk Brockmann, Physiker und Komplexitätsforscher, betont: Die Nahrung für das Virus sind menschliche Kontakte. Ohne Kontakte kann sich das Virus nicht ausbreiten. Als gesellschaftlich-dynamisches Phänomen wird die Ansteckungsdynamik des Virus durch das menschliche Verhalten getrieben. Mit anderen Worten: Infektionskrankheiten mit pandemischem Ausmaß lassen sich national und international nur lösen, wenn sich möglichst viele Menschen impfen lassen. Global sind sie nur zu lösen, wenn die reichen Staaten überall dafür sorgen, dass es in der Welt genug Impfstoff gibt.

Wenn Spanier und Portugiesen den Impfstoff als segensreiche Erfindung für die Menschheit bewerten, sollten wir in Deutschland auch mal darüber nachdenken, ob das nicht der versöhnlichere Weg wäre. Bei allem Respekt vor berechtigten Ängsten, Sorgen und Freiheitsanliegen und bei aller berechtigten Kritik über das zum Teil dilettantische Vorgehen von regierungsverantwortlichen Politikern, sollten wir es uns gemeinsam erlauben, das politisch fragwürdige wie subjektiv egoistische Credo „Impfen ist Privatsache“ konstruktiv in Frage zu stellen.

Was könnte weiterhelfen? Zwei Wege scheinen erfolgversprechend. Zum einen sollten wir uns selbst mehr vertrauen und darauf, dass Solidarhandeln Schutz und Handlungsfreiräume zugleich bewirkt. Wir sollten auch mehr darauf vertrauen, dass es solide wissenschaftliche Forschungsergebnisse zum Bereich von Infektionskrankheiten gibt und einen Rechtsstaat sowie einen Qualitätsjournalismus, um die uns viele andere Länder beneiden. Zum anderen sollten wir nicht vergessen, dass die Corona-Pandemie viele andere Ursachen hat. Dazu gehört die Zerstörung der Natur als Lebensraum für Mensch und Tier, wodurch Tiere wegen des Verlustes ihres Lebensraumes häufiger Kontakt zu Menschen haben und hierbei Krankheiten übertragen. Das heißt: Die Ursachen der Corona-Pandemie müssen mittel- und langfristig in den Blick genommen werden.

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Es liegt also an uns selbst, ob wir die Corona-Lage in Deutschland dazu nutzen als Gesellschaft gestärkt daraus hervorzugehen. Ein Druck auf Ungeimpfte ist dann nicht notwendig, wenn noch mehr Menschen mit gesundem Menschenverstand und faktengestütztem Sachverstand dem Coronavirus geschlossen und selbstbewusst den Kampf ansagen.

Wie heißt es so schön bei J.F. Kennedy: „Fragen wir nicht, was der Staat für uns tun kann, sondern fragen wir uns, was wir gemeinsam für den Staat tun können.“ Dr. Roland Ullmann, Schwetzingen

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