Mutter und Vater sind für unsere Kinder wichtig

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Zum Leserbrief „Da fehlt einfach die Neutralität“ (SZ-Ausgabe vom 24. September) über die Arbeit am Familiengericht wird uns folgende Meinung geschrieben:

Was sich in Schwetzingen am Familiengericht zuträgt, hat sich bis in den Bodenseekreis „herum gesprochen“. Ebenso geht es allerdings in ganz Deutschland zu. Wenn eine Verfahrensbeiständin, die vom Familiengericht eingesetzt wurde, eine Mutter zurückweist mit der Aussage, es gehe „nicht um die Mutter, sondern um die Kinder“, dann wirft das aus meiner Sicht schon Fragen auf.

Sollte man denn Mutter und Kind (oder Vater und Kind) getrennt voneinander betrachten? Es ist befremdlich genug, dass bei der Trennung beziehungsweise Scheidung die Anwälte der Eltern gegeneinander agieren.

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Der Einsatz eines Verfahrensbeistandes (VB), also eines separaten „Anwaltes für das Kind“, suggeriert zunächst, dass es drei Gegner gibt. Damit bezweckt der Gesetzgeber allerdings, dem Kind „rechtliches Gehör“ zu verschaffen und „ein faires und willkürfreies Verfahren“ sowie den „Schutz der Grundrechte der Beteiligten“ zu ermöglichen.

Vielleicht ist eine der Ursachen für die Missstände an Familiengerichten, dass diesen – nicht nur in Schwetzingen, sondern im ganzen Bundesgebiet – Fachkräfte zuarbeiten, denen offensichtlich jegliche Grundlage dafür fehlt, das Kindeswohl zu sichern.

Wer sich in seinem Handeln über die Tatsache, dass Kinder Vater und Mutter für eine gesunde Entwicklung brauchen, hinwegsetzt, der wird mitschuldig an der Zerstörung, die er dadurch auslöst.

Immer wieder fallen einzelne Verfahrensbeistände, Jugendamtsmitarbeiter, Gutachter und vor allem Richter (die immerhin das letzte Wort haben) auf, die eine Spur der Verwüstung hinter sich lassen. Ich könnte viele beim Namen nennen. Keiner wird gestoppt oder gar zur Verantwortung gezogen.

Das stelle man sich einmal in der Wirtschaft vor: Ein Mitarbeiter, der für Schaden sorgt und weiter machen darf! Dort wird das nicht passieren, denn es gibt Qualitätssicherung.

Es mangelt im Familienrecht an Rechtssicherheit, eine Fachaufsicht für Jugendämter gibt es leider nicht. Sozialarbeiter und Familienrichter sind chronisch überfordert und bisher für Familien, die Probleme nach Trennung und Scheidung haben, schlecht ausgebildet.

Als Sozialarbeiterin begleite ich ehrenamtlich seit dem Jahr 2016 von Entfremdung bedrohte und betroffene Väter und Mütter, unter ihnen auch viele ehemals einem Elternteil entfremdete Kinder. Der Schaden zieht sich durch Generationen.

Manuela Fischer, Amtzell