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Nicht auf Geothermie versteifen

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Zu einer Veröffentlichung über das Thema Geothermie in der Ausgabe vom 15. Juli wird uns geschrieben:

Es ist allgemein bekannt, dass die Oberrheinische Tiefebene Erdbeben-gefährdet ist. Umso unverständlicher ist, dass sich Andre Baumann, Landtagsabgeordneter der Grünen, für eine Tiefe Geothermie ausspricht, auf die Beweislastumkehr und die Ampelregelung hinweist. Selbst in unserem Land hat doch Geothermie schon dazu geführt, dass Land und Häuser in Städten um mehrere Meter angehoben wurden und die Häuser teils sehr stark beschädigt wurden. Ähnliches wird doch auch aus anderen Ländern berichtet – bis hin zu Erdbeben.

Das Wichtigste sei, Schäden an Gebäuden durch induzierte Seismizität zu vermeiden. Sollten wider Erwarten dennoch Schäden auftreten, müsse das Unternehmen nachweisen, dass diese nicht durch die Geothermie entstanden sind und bei jedem Projekt müssten Haftpflichtversicherungen abgeschlossen werden, sagt Baumann.

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Tobias Kisling
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Das bedeutet doch für die Bürger jahrelange Klageverfahren der Geschädigten mit offener Aussicht auf Erfolg, beziehungsweise Gutachter der Geothermieunternehmen stellen fest, was und wie viel gezahlt wird. Und Haftpflichtversicherungen können jederzeit die Verträge kündigen und der Schaden ist gemäß Vertrag auf einen maximalen Betrag X beschränkt. Was bedeutet, ist der Schadenstopf ausgeschöpft, erhalten die Geschädigten nur noch einen gewissen Prozentsatz daraus, den Rest müssen sie selber tragen, bleiben notfalls auf dem kompletten Schaden sitzen.

Und was geschieht, wenn das verursachende Unternehmen bis dahin insolvent ist oder gar nicht mehr existiert? Die Dummen sind doch die Immobilieneigner, die für die Schäden geradestehen müssen, nicht jedoch die Politiker, die darauf hinweisen, wir Bürger sollen der Politik vertrauen. Gleichzeitig übernimmt die Politik, das Land, der Bund keine Bürgschaften für Geothermieschäden jener Unternehmen – trotz der Behauptung Baumanns aus der Partei der Grünen, es könne doch nichts passieren. Das ist eine Missachtung der Bevölkerung und unglaubwürdig. Herr Baumann trägt ja hierfür keinerlei Verantwortung und muss auch nicht für daraus entstandene Schäden haften. Und es ist eine Illusion, eine Art Dornröschenschlaf, Schäden durch Geothermie vermeiden zu können, wenn die Erfahrungswerte eine ganz andere Sprache sprechen.

Wer glaubt, die Schäden würden voll erstattet, wird feststellen, dass dies eben nicht der Fall ist. So geschehen, als in Straßburg und bis in 30 Kilometer Umgebung 3800 Gebäude betroffen waren. Die Eigentümer sollten (2019) mit zehn Prozent der gutachterlich festgestellten Schadenshöhe abgespeist werden oder gar nichts erhalten. Das Land oder der Bund bei uns übernehmen keine Bürgschaft für Geothermieschäden, da laut Herrn Baumann bei Geothermie doch nichts passieren könne. Da schrillen bei mir doch sämtliche Alarmglocken.

Unverständlich ist es genauso, sich ausschließlich auf Wind- und Solarenergie zu fokussieren. Es windet nicht immer und im Winter scheint die Sonne sehr wenig, was die Stromproduktion teils stark reduziert. Wann wird endlich über Gezeitenkraftwerke gesprochen, die das ganze Jahr über, Tag und Nacht Strom produzieren? Aber hierzu braucht es eben Stromtrassen, an denen es derzeit mangelt. Dieser Option verschließen sich leider die Politiker noch immer.

Vera Hanßen, Brühl

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