Tiefengeothermie Nicht mit Sicherheit experimentieren

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Liebe Politiker und Entscheider, wir sind nur eine Familie aus Ketsch, die vor rund anderthalb Jahren aus Brühl zugezogen ist.

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Bei unseren täglichen Fahrten nach Brühl sind wir aber beim Anblick des „alten Geothermie-Bohrlochs“ immer wieder zutiefst beunruhigt. Deshalb beschäftigen wir uns mit dem Thema Geothermie in dem Verständnis, dass man sich als Bürger über wichtige Dinge informieren und sich eine eigene Meinung bilden muss.

Das Thema Geothermietechnologie ist sicher sehr komplex. Wir haben verstanden, dass in Abhängigkeit von der Bohrtiefe, den Gesteinsformationen, dem Einsatz von Chemikalien, den getroffenen Sicherheitsmaßnahmen und eventuell der gleichzeitigen Gewinnung von seltenen Erden diese Technologie durchaus wirkungsvoll sein kann.

Allerdings gibt es nach unserem Kenntnisstand überhaupt nur wenige Geothermieanlagen in Deutschland, die in nennenswertem Umfang Energie erzeugen und dabei eben keine negativen Auswirkungen auf die Bürger im Umfeld haben.

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Darüber hinaus dürfte es noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Kenntnisse über Erdschichten geben, die sich immerhin drei bis fünf Kilometer unter uns befinden. Ein Erfolg oder Misserfolg zeigt sich dann am Ende wohl erst nach der Inbetriebnahme einer solchen Anlage.

Ja, wir brauchen unbedingt eine Energieperspektive auch für Ketsch, wenn bis zum Jahr 2034 der jetzige Betrieb des Großkraftwerkes Mannheim mit Kohle eingestellt wird.

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Wir würden uns daher sehr wünschen, dass sich die Beteiligten an wissenschaftlichen Fakten und nicht nur an politischen Dogmen oder wirtschaftlichen Interessen orientieren. Suchen Sie nach der objektiv besten Lösung, binden Sie frühzeitig die Beteiligten ein, hören Sie auf Ihren gesunden Menschenverstand und finden Sie eine innovative, zukunftsgerichtete und sichere Technologie für uns alle. Aber experimentieren Sie nicht zulasten unserer Sicherheit.

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Wir sind alle Bürger, Wähler, Kunden und vor allem Teil der Gesellschaft und bitten Sie, in diesem wohlgemeinten Sinn unsere Energieversorgung für die Zukunft sicherzustellen.

Dafür möchten wir uns von Herzen bei Ihnen bedanken.

Hochachtungsvoll.

Manfred Heitmann, Ketsch