Lebensweise - Die ältere Generation nicht bevormunden Niemanden an den Pranger stellen

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Zum Leserbrief „Mehr fleischlose Kost bei ,Gemeinsam statt einsam’“ vom 12. März wird uns geschrieben: Mir ist der Artikel sofort aufgefallen, weil mir der nachsinnende philosophische Kontext „Du sollst nicht töten“ im Bezug zu unseren Mitgeschöpfen auf dieser Erde angesprochen hat. Vor über einem Jahrzehnt wurde mir dies bewusst und löste einen Lebenswandel bei mir aus. Mit Spannung las ich also den Artikel weiter und wurde mehr als wütend, weil mir sämtliche Empathie zum Veranstalter und den teilnehmenden älteren Besuchern als abhanden gekommen vorkam.

Anstelle sich achtsam einzufühlen, dass die Damen und Herren, äußert dankbar für dieses Angebot, der Zusammenkunft mit ihrer Generation, nach der Pandemie, sind, wird hier auf das Äußerste der moralische Zeigefinger gehoben. Eine einfache Bitte an den Veranstalter hätte sicherlich genügt, um die Speisekarte um ein vegetarisches Gericht zu erweitern. Stattdessen wird derart tugendhaft die Spitzhacke erhoben, dass nicht nur die Karnivoren mit den Zähnen wackeln.

Diese Generation hat das Recht Fleisch zu essen, weil sie die Kinder sind, die noch Hunger kannten und dieses Land wieder aus seinen Ruinen aufgebaut haben. Ein Stück Fleisch war Belohnung für all die Kraft, die das gekostet hat. Kommende Generationen werden dazulernen. Und wenn ihnen das nicht genügt, dann hören Sie mal der Generation X, Y, Z und weiteren zu, was diese über ihre Generation als Munition im Depot haben.

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Die Argumente, die jeder Schrot & Korn-Leser, Bio-Fanatiker und weltoffene Mensch zur Genüge kennt, werden hier benutzt, um eine gute Sache moralisch niederzustampfen.

Eine solche Vorgehensweise ist weder christlich noch heilig. Mit ihrer Kritik erinnern sie mich viel zu sehr an die Art Menschen, von denen Sahra Wagenknecht in ihrem Buch „Die Selbstgerechten“ spricht. Ich empfehle, da mal reinzuschauen, um bescheiden zu werden.

Wie wäre es, wenn Sie aufhören, die Generationen vor Ihnen zu verurteilen und ihre Worte lieber in die Tat umsetzen? Sie könnten doch locker einen Christopher Street Day mit veganem Street-Food-Festival und LGBTQ-Disco veranstalten. Das wäre ein echtes Happening, im retrospektiven Neulußheim. Und vielleicht findet das ja auch die Nachkriegsgeneration klasse, weil es völlig ohne Pranger auskommt. Christian Lehnhäuser, Hockenheim