Jagd - Zweck ist nicht nur die Gewinnung von Wildfleisch Nilgänse sind ja keine heiligen Kühe

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Zum Artikel „Verstärkt Jagd auf Nilgänse“ vom 8. Januar wird uns geschrieben: Die Jagd hat nicht nur die Gewinnung von hochwertigem Wildfleisch zum Zweck, sondern auch die Aufgabe der Regulation von Wildtieren.

Kreisjägermeister Heinz Kaltschmidt steht mit seinem Labrador „Lemmi“ in seinem Jagdrevier am Neckar. Nilgänse sollen stärker bejagt werden. © dpa
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Fuchs und Marder werden auch nicht verzehrt und dennoch ist eine Regulation von Prädatoren zum Schutz bedrohter Arten wie Haubenlerche, Rebhuhn, Kiebitz, Ziegenmelker und Auerwild, um nur einige zu nennen, immens wichtig.

Jedoch werden ihre wertvollen Bälge im Winter als Naturprodukt zum Teil verwertet. Ein Fellkragen von heimischem Raubwild unterstützt den Arten- und Umweltschutz. Kunstpelz hingegen fördert den Eintrag von Mikroplastik in unser Ökosystem.

Der Waschbär hat jedoch nicht nur Einfluss auf Bodenbrüter, sondern auch auf Höhlenbrüter wie die seltene Hohltaube – das ist die einzige höhlenbrütende Taube – oder auf unsere Spechtarten, denn sie geraten durch den hervorragenden Kletterer ebenfalls unter Druck. Die Dezimierung erfolgt hier schleichend und in aller Stille, wenn sich dieser Kleinbär ungebremst vermehrt.

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Frau Giertz hat in ihrem Artikel die Recherche zur Verwertung des Waschbären meiner Ansicht nach nicht akribisch genug durchgeführt, in seiner Heimat den USA wird der Waschbär durchaus auch kulinarisch genutzt und bereichert dort den Speiseplan. Was auch hierzulande, nach erfolgter Trichinenuntersuchung, möglich wäre.

Die vom Nabu angesprochenen Vergrämungsmaßnahmen für Nilgänse funktionieren in der Praxis leider nicht. Das Langwachsenlassen von Gräsern auf Grünflächen, zum Beispiel in Freibädern, ist wohl eher schlecht umsetzbar. Der ins uferlose gestiegene Besatz würde dann auch vermehrt auf landwirtschaftlichen Flächen zu Schaden gehen.

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Statt Geld für unsinnige und auf Dauer kostspielige Vergrämungsmaßnahmen auszugeben, auf die die Nilgänse nach kurzer Zeit der Gewöhnung, im wahrsten Sinne des Wortes ohnehin koten, sollten die Kommunen dieses Geld besser zusätzlich in die Bildung, Kinderbetreuung oder zur Digitalisierung von Schulen einsetzen.

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Wir brauchen hier keine heiligen Kühe, die unter Naturschutz gestellt werden müssen und für die dadurch im Nachgang nur eine mit hohem bürokratischem Aufwand verbundene Regulation möglich ist.

Der Besatz von Nilgänsen ist in keinster Weise gefährdet und muss dringend reguliert werden. Wir brauchen ein legales Instrument der Regulation durch staatlich geprüftes, ehrenamtliches Fachpersonal und ohne zusätzliche Kosten für Kreis und Kommunen – durch die Jagd. Vor dieser Realität darf auch der Nabu die Augen nicht verschließen. Oder diese gar durch die rosarote Brille der Ideologie betrachten.

Frank Lück, Ketsch