Gesundheitsminister Spahn Nur Murks abgeliefert

Lesedauer: 

Neben diversen politischen Ungereimtheiten in der Corona-Pandemie gibt es in Kürze acht Landtagswahlen und die Bundestagswahl im September. Sie alle werfen schon jetzt ihre dunklen Schatten voraus.

AdUnit urban-intext1

Die Masse der Bevölkerung hat sich als Partner in der Pandemiebekämpfung äußerst opferbereit und diszipliniert verhalten. Dies ist jedoch kein Erfolg im politischen Hickhack der Ministerien, sondern das Innehalten der Menschen und aufgrund solider, hoffnungsbetonter, virologischer- und medizinischer Aufklärung durch die uns allen bekannten Experten.

Es ist natürlich nicht zu übersehen, dass die Pandemie auch für Politiker eine beachtliche und außergewöhnliche Herausforderung darstellt. Zumal sich fast parallel zu den anstehenden Wahlen ein Qualifikationsnachweis bezüglich der personellen Besetzung von Ministerien und das damit gekoppelte Leid und das Milliardengrab ableiten lässt.

Man sollte daher vielleicht mit Nachsicht und Augenzwinkern darüber hinwegsehen, wenn machtgetriebene Minister, öfter als angemessen vom PR-Spruch „Tue Gutes und rede darüber“ Gebrauch machen. Im Falle des Gesundheitsministers gelingt mir das allerdings auch nicht (siehe Leserbrief „Jens Spahn und das Vertrauen?“ (SZ-Ausgabe vom 23. Januar).

AdUnit urban-intext2

Ein Ministerium, dass angesichts eines kriegsähnlichen Notstandes großartige Anzeigen schaltet und die Bevölkerung bei jeder sich bietenden Gelegenheit zur Impfbereitschaft auffordert, in der Beschaffung und Verteilung dieser Mittel jedoch grandiosen Murks abliefert, hat versagt. Das ist vergleichbar mit verdurstenden Menschen in der Wüste, denen man statt Wasser unentwegt den dringen Rat zuruft, doch mehr zu trinken. Ein unsympathischer Zynismus, der sich hier als kategorischer Imperativ des politischen Machterhalts gebärdet. Prof. Karl Lauterbach brachte es auf den Punkt: „Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wann“.

Egon W. Könn, Ketsch