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Physikalischer Humbug

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Zum Leserbrief „Windkraft im ,Enten-pfuhl’ – das ist eine nie endende Geschichte“ vom 3. September wird uns geschrieben:

Als ich den Leserbrief von Klaus-Günther Voigtmann las, hatte ich sofort einen Verdacht: Es riecht nach AfD. Durch googeln bestätigte er sich dann auch. Er erinnert mich an einen anderen „AfD-Freund“, der behauptete, dass durch die Corona-Impfung das Blut in den Adern gerinnen würde. Auch den Hinweis auf mehrere Milliarden Impfungen ohne Nebenwirkungen konnten ihn nicht umstimmen.

So ähnlich ist es auch mit Voigtmanns Argumentation gegen die Windkraft im Entenpfuhl. Er bringt so gut wie alles beim Klimawandel und bei der Physik so durcheinander, dass man wirklich besorgt sein muss. Es ist natürlich Humbug zu behaupten, dass die Windräder im Meer den Wind und die Wolkenbildung auch nur im Ansatz beeinflussen würden. Tatsächlich verändert sich der Jetstream gerade, weil die Pole sich rascher erwärmen als der Äquator. Doch behauptet kein seriöser Meteorologe, dass dadurch die Windenergienutzung nennenswert beeinflusst wäre.

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Unser Hardtwald wird in wenigen Jahrzehnten durch den Klimawandel auch kein Wald mehr sein, sondern nur noch Steppenlandschaft mit Gebüsch. Also daher beeinflussen Windräder auch den Wald nicht. Vor einem Fundament in den sandigen Böden muss auch kein Windbauer zurückschrecken mit Blick auf die vielen Windräder drüben über dem Rhein in der Pfalz.

Vorbild ist für mich der Windpark bei Römerberg – quasi auf der anderen Rheinseite. Seit 2007 drehen sich dort die Windräder. Jetzt werden sie „repowered“, das heißt, auf moderne Großwindanlagen umgerüstet, die auch in Schwachwindgebieten einen guten Ertrag liefern. Das Ganze finanzieren die Stadtwerke Speyer. Wir werden mit einem Leuchtturmprojekt am Hockenheimring starten, wo sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger einbringen können.

Mojib Latif, der wohl bekannteste deutsche Klimaforscher, schreibt über den Klimawandel in seinem Buch: „Countdown – unsere Zeit läuft ab – was wir der Klimakatastrophe noch entgegensetzen können.“ Für mich und andere bedeutet dies, dass im bevölkerungsreichen und am meisten Strom verbrauchenden Landkreis von Baden-Württemberg endlich ein Windpark nach dem anderen gebaut werden muss. Als Standorte bieten sich viele Freiflächen längs der Autobahnen und Hochspannungstrassen an. Auch dann, wenn der Landrat immer noch am Zögern ist.

Denn: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Ulrich Pfeiffer, Schwetzingen

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