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Kirche - Zum Rücktritt von Generalvikar Andreas Sturm Radikaler Schritt längst fällig

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Als ich die ARD-Dokumentation zu den Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern im Umfeld des Bistums Speyer sah, war ich entsetzt über diese menschenverachtenden Taten, aber auch positiv überrascht über den klar geäußerten Willen zur Aufklärung und Veränderung des Generalvikars Andreas Sturm. Dennoch verblieben auch große Zweifel, ob das nur wieder fade Lippenbekenntnisse sind oder hier auch Taten folgen werden. Für seinen nun getätigten Rücktritt, die klare Begründung, sein konsequenter Austritt aus der römisch-katholischen Kirche und Wechsel zur altkatholischen Kirche kann ich ihm nur meinen höchsten Respekt aussprechen, für diese Geradlinigkeit und sein Rückgrat.

Es ist so, wie er es beschreibt: Hoffnungslos, dass sich die römisch-katholische Kirche grundlegend wandeln kann.

Spätestens die in den vergangenen Jahren bekanntgewordenen viele tausenden Missbrauchsfälle hätten hier etwas auslösen müssen, denn das sind keine Verfehlungen, das sind schlimmste Verbrechen an Kindern. Doch es wurde vertuscht, verschleiert und heruntergespielt. Was getan wurde, ist die Opfer zu verachten.

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Zu dem Rücktritt des Generalvikars werden jetzt wieder die Phrasen kommen, dass dies ein Alarmsignal sein muss und nun der unabdingbare Wille zum Wandel notwendig ist. Der Wille ist hier in Deutschland in großen Teilen der Kirchengemeinde zweifelsfrei vorhanden, aber es ist hoffnungslos daran zu glauben, dass sich Grundsätzliches ändern wird.

Die römisch-katholische Kirche ist keine Demokratie, sie ist eine streng autoritäre Organisation, die in der dogmatischen Unfehlbarkeit des Oberhauptes, des Papstes, gipfelt. Im Führungszirkel des Papstes und dem Dunstkreis des Vatikans werden die Regeln gemacht und dort besteht auch heute kein Interesse an einer Veränderung. Daran werden auch Bemühungen in Deutschland, ob als synodaler Weg oder Maria 2.0 oder wie auch immer, nichts ändern.

Die römisch-katholische Kirche hat sich in den zurückliegenden 100 Jahren nicht wesentlich gewandelt und wird sich auch in den nächsten Jahren nicht wandeln. Auch der nächste unfehlbare Papst wird aus diesem alten ideologischen Zirkel kommen.

Die einzige Möglichkeit einen Wandel herbeizuführen, ist es, dieser Organisation und ihren Machenschaften die Gefolgschaft zu versagen und diesen entscheidenden Schritt zu gehen. Ein christlicher Glaube bedarf keiner Mitgliedschaft in der römisch-katholischen Kirche, auch wenn es so von dieser vermittelt wird.

Stefan Beretitsch, Oftersheim

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