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Altersdiskriminierung - Müssen uns zwei Zimmer reichen? Recht auf gutes Wohnen

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Seit uns vor Wochen wegen Eigenbedarfs gekündigt wurde, ist nichts mehr, wie es war. Wir sind auf der Suche nach einer Vierzimmerwohnung im Erdgeschoss oder eines kleinen Häuschens mit Garten. Wir sind fast 63 und 64 Jahre alt und haben eine kleine Hündin. Was uns jedoch die letzten Wochen alles widerfahren ist, würde den Leserbrief sprengen.

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Nun, da wir bisher erfolglos waren, habe ich mich an das Wohnungsamt in Hockenheim gewandt, da uns die Zeit davon läuft. Was ich da zu hören bekam, überschreitet alles, was wir bisher erlebt haben. Der Herr vom Amt meinte allen Ernstes, dass uns in unserem Alter doch eine Zweizimmerwohnung reichen müsste. Wir sollten doch ins Umland ziehen – nach Eschelbronn beziehungsweise Eschelbach oder auch in Rheinland-Pfalz nach einer Wohnung suchen.

Die Stadt hätte sowieso keine Wohnung für uns und mit Hund schon gar nicht, da die Stadt nur Wohnblöcke besitze und mit Hund gehe das nicht. Wir dürfen also brav Hundesteuer bezahlen, aber eine Wohnung seitens der Stadt mit Hund ist nicht möglich. Ich frage mich allen Ernstes, was wir ältere Menschen noch wert sind? Dürfen ältere Menschen keinen größeren Wohnraum haben? Muss ich mich rechtfertigen, warum es vier Zimmer sein sollen? Diese arrogante Art des Mitarbeiters der Stadt höre ich heute noch in meinen Ohren.

Das Gleiche ist nun einer Verwandten von mir in Schwetzingen passiert. Auch ihr sagte man, in ihrem Alter würde doch eine Zweizimmerwohnung reichen. Die Wohnung ist seit über 40 Jahren ihr Zuhause und dementsprechend bezahlbar. Was bilden sich die Menschen eigentlich ein, so mit uns Älteren umzugehen? Haben wir kein Recht mehr auf ein schönes Wohnen, nachdem wir viele Jahre gearbeitet haben?

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Ich hoffe nur, dass all diese Leute niemals an diesem Punkt stehen, an dem wir jetzt sind. Am liebsten wäre es den Herrschaften doch, dass wir mit 60 in ein betreutes Wohnen gehen, aber noch bis 80 Jahre arbeiten. Uns das Recht auf schönes Wohnen im Alter abzusprechen, ist mindestens genauso diskriminierend wie ein „Zigeunerschnitzel“.

Karola Rüttinger, Hockenheim

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