AdUnit Billboard

Sommer, Sonne, Feierlaune

Lesedauer

Diese kritische Betrachtung über Ver-einsfeiern, Sommerfeste und zur Straßenkerwe schreibt uns einer unserer Leser:

Nach zweijähriger Corona-Zwangspause häufen sich wieder die Feste auf Straßen, Plätzen und in Vereinsheimen. Die Gäste kommen erwartungsfroh in bester Feierlaune, um im gepflegten Ambiente mit Freunden ohne Maske, quasi von „Face to Face“, um sich in einen kleinen Plausch zu vertiefen. Dass dabei natürlich gepflegte Speisen und Getränke zu vernünftigen Preisen erwartet werden, ist selbstverständlich.

Nicht selten kommt der Ausspruch: „Das ist aber keine Pfälzer Schorle.“ Und das veranlasst mich zu einer kleinen Analyse. Die Vereine sind selbstverständlich ihren Mitgliedern gegenüber verpflichtet, gewinnbringend zu wirtschaften und dementsprechend zu kalkulieren. Vorab erst einmal die Bemerkung: ohne freiwillige Helfer keine Feste. Die Personaldecke jedoch verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. Nicht selten wird aus ehemals einer Schicht eine Doppel- oder Dreifachschicht. Diese Belastung ist jedoch auf Dauer niemandem zuzumuten.

Mehr zum Thema

Vereinsleben

Brühler Vereine ziehen Corona-Bilanz: Es herrscht Hoffnung für die Zukunft

Veröffentlicht
Mehr erfahren
Tennisclub

Elftes Paar muss auf Tischtennisplatte spielen

Veröffentlicht
Von
zg
Mehr erfahren

Nun einige Bemerkungen zur Preiskalkulation. Ohne eigenes Vereinsheim fallen bei Straßenfesten Platzgebühren in nicht geringer Höhe an. Bei einem Sommerfest, an dem ich beteiligt war, wurde die Brühler Grillhütte gemietet, der Preis dafür kann bei der Gemeinde nachgefragt werden. Desweiteren entstehen zusätzliche Gebühren für Strom und Wasser. Zerbrochenes Geschirr oder fehlende Gläser müssen zudem ersetzt werden.

Wir benötigten einen Getränkewagen, einen Kühlwagen, Festplatzgarnituren und Sonnenschirme. Natürlich muss unser Getränkelogistiker hierfür Mietgebühren verlangen.

Die Brühler Straßenkerwe steht nun demnächst vor der Tür und ist bereits heute eine Überlegung wert und muss einer Machbarkeitsprüfung unterzogen werden. Es sind mit Auf- und Abbau fünf arbeitsintensive Tage zu planen. Unabhängig vom Personalbedarf machen den Vereinen aber auch immer mehr die behördlichen Auflagen zu schaffen.

Gleich vorweg: Es sind nicht die Auflagen der Gemeinde Brühl, sondern hierfür gibt es einen „Leitfaden für den Umgang mit Lebensmitteln auf Vereins- und Straßenfesten“. Herausgeber ist das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg.

Daraus ein kleiner Auszug mit den wichtigsten Punkten: Die Vorderseite der Speisenausgabe muss durch eine ausreichende Abschirmung geschützt werden (Vermeidung von Husten, Niesen durch Kunden und Passanten). Reinigung von Geschirr sollte maschinell erfolgen. Trinkwasserschläuche sind sehr teuer und müssen der KTW-Leitlinie (Kunststoff-Trinkwasser) entsprechen. Beschriftungsbeispiel: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) – Trinkwasser – KTW-A-W270-VP549. Keine rohen Eianteile verwenden (beim Panieren von Schnitzel). Einmalhandschuhe regelmäßig wechseln. Bei Salaten ist äußerste Sauberkeit geboten und geeignetes Salatbesteck zu verwenden. Allergenkennzeichnung – Allergie auslösende Bestandteile sind zum Beispiel: Glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Schalenfrüchte aller Art, Sellerie und Senf. Die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen ist verpflichtend, Beispiele: Farbstoffe, Phosphate, Aromastoffe wie Koffein oder Chinin. Bei Wein auch Schwefeldioxid und Sulfite. Personalhygiene ist selbstverständlich zu beachten.

Liebe Leser und Leserinnen. Nein, wir lassen uns das Feiern nicht verbieten. Ich bitte nur um Verständnis für so manche Maßnahme, zu beachtende Vorschriften und für die notwendige Kalkulation der angebotenen Speisen und Getränke.

Guten Appetit – na dann Prost!

Ludwig Wocheslander, Brühl

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1