Spaltung der Gesellschaft

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Zu „Bessere Jobaussichten“ vom 22. Dezember wird uns geschrieben:

Die Bundesregierung will künftig aus Drittstaaten neue Fachkräfte gewinnen. Ausgewählt werden soll nach einem Punktesystem: Qualifikation (mit anerkannten Abschlüssen), Sprachkenntnisse, Berufserfahrung.

Die daraus entstehenden langfristigen Konsequenzen werden von der Politik nicht bedacht, auch nicht für jene Staaten, aus denen diese Fachkräfte geholt werden. Denn dort werden sie fehlen, sodass die Bevölkerung dort nur unzureichend versorgt, die Infrastruktur schlecht aufgebaut werden kann. Man nimmt in Kauf, dass die Bildungsschicht dort sinkt, was langfristig negative Folgen auch für die Wirtschaft und Demokratieprinzipien hat. Dies ist genauso ein Missbrauch der eigenen, der deutschen Bevölkerung. Denn wo wird sie unterstützt?

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Inzwischen wandern beispielsweise deutsche Ärzte in skandinavische Länder, hochkarätige deutsche Wissenschaftler ins Ausland aus, weil dort die Arbeits- und Entgeltbedingungen besser sind. Wer ist überhaupt noch bereit, Lehramt zu studieren, wenn er doch, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg lange praktiziert, mit dem letzten Schultag entlassen, dann arbeitslos ist, um wieder pünktlich zum ersten Schultag eingestellt zu werden?

Wäre die Politik bereit, Geld auszugeben, könnten im Inland genügend Fachkräfte und Personal angelernt werden. Billiger ist es jedoch, fertige Fachkräfte in Drittstaaten einzukaufen, aber bitte nur die Jungen, die auch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge entrichten.

Die Zahl der Arbeitslosen im November beträgt 2,434 Millionen. In dieser Statistik fehlen aber die Menschen, die an einer Fort- und Weiterbildung, einer Umschulung teilnehmen, Hartz IV-Bezieher, die Ein-Euro-Jobber und jene, die etwas Vermögen haben und es erst aufbrauchen müssen. All jene könnten in Brot und Arbeit geführt werden, somit würde deren Selbstwert gestärkt, die Sozialkassen entlastet, der soziale Frieden gewahrt, der Wohlstand und die soziale Sicherheit dauerhaft gewährleistet.

Dass Ausländer bei uns auch in Berufen arbeiten können, die sie nicht erlernt haben, muss in den Ohren deutscher Arbeitsloser, Umschüler und Hartz IV-Empfänger wie Hohn klingen. Der Deutsche ist dadurch weniger wert als ein „Drittstaatler“. Sie müssen sich von der Politik im Stich gelassen fühlen.

Empfehlenswert ist, für die Unternehmen finanzielle Anreize zu schaffen, um Jobsuchenden eine Möglichkeit zur Einarbeitung in fremde Berufe, Branchen oder gar zu einer anderen Berufsausbildung zu verhelfen. Das ist auf Dauer billiger und effektiver.

Immigranten sollen nach fünf Jahren einen Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft stellen können, hätten dann sogar die doppelte. Man schafft einen Anreiz, um Vorteile herauszuziehen, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Wir geben unsere Werte auf, schließlich müssen die Ausländer nur hier arbeiten, aber keine deutschen Brauchtümer, Glaubensweisen oder Werte leben und übernehmen.

Unsere eigene Bevölkerung wird dadurch mehr und mehr das Empfinden haben, vom Arbeitsmarkt verdrängt zu werden. Auf Dauer gesehen, ist damit zu rechen, dass dies zu einer intensiveren Spaltung der Gesellschaft führt.

Vera Hanßen, Brühl