Spaziergänger laufen noch

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Zum Jahresrückblick in Neulußheim vom 5. Januar wird uns geschrieben:

Was war das für ein Jahr 2022! In Neulußheim wurde sogar die Demo gegen die Montagsspaziergänger erwähnt. Und das natürlich in bewährter Sprache. Die Spaziergänger wurden als Corona-Leugner bezeichnet. Niemand leugnet die Existenz des Virus. Coronaviren gibt es schon sehr lange, genauso wie Grippeviren, Rhinoviren und so weiter. Aber das Framing funktioniert scheinbar immer noch.

Es durfte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Spaziergänger weder Abstands- noch Hygienevorschriften eingehalten haben. „Ein Unding, wie die Demokraten vor Ort befanden, weshalb sie zur Menschenkette vor der evangelischen Kirche aufriefen.“ (Zitat aus der Zeitung vom 5. Januar.)

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Viel wichtiger wäre meines Erachtens die Erwähnung, dass die echten Demokraten – die Spaziergänger – für das Grundgesetz einstehen und gegen Grundrechtseinschränkungen sind. Wie die Zeit gezeigt hat, hatten die sogenannten Corona-Leugner in fast allen Punkten recht behalten. Die Maßnahmen waren überzogen, selbst unser Panikminister Lauterbach erklärte, dass die Schließungen der Kindergärten so nicht notwendig waren.

Im Oktober 2021 hatte der bayerische Verwaltungsgerichtshof die Ausgangssperre nachträglich für unzulässig erklärt. Aber vor einem Jahr standen die Zeichen auf Ausgrenzung und Diskriminierung. Vielen Bürgern wurde die Lebensgrundlage entzogen, sie wurden aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Kinder und Jugendliche wurden zu Tests und Masken gezwungen. Vor einem Jahr überlegten sich Geimpfte, ob sie mit Ungeimpften überhaupt Weihnachten feiern wollen. Die Spaltung der Gesellschaft war in vollem Gange.

Ein Jahr später hört man immer weniger davon. Die Impfung bot von Anfang an weder Fremdschutz noch Eigenschutz (siehe EU-Anhörung). Immer mehr Geschädigte kommen zu Wort, die Erkrankungen haben, die sie vorher nicht kannten. Plötzliche und unerwartete Todesfälle, Fehlgeburten und Krebsraten explodieren. Und die „Experten“ rätseln über die Ursachen der Übersterblichkeit.

Drei Jahre waren wir im Modus „Jedes Leben zählt“. Und jetzt interessiert sich niemand dafür, wenn wir eine Übersterblichkeit von zirka 20 Prozent haben. Genau mein Humor. Für alle, die sagen, dass man das damals nicht hätte wissen können. Doch, man hätte sich informieren können. Es gab und gibt viele Wissenschaftler, die leider nicht gehört wurden und die als „Schwurbler“ abgetan wurden. Unsere Medien haben hier ganze Arbeit geleistet. Und selbst jetzt verfällt diese Zeitung noch in den alten Ton, wenn sie über die Spaziergänger berichtet.

Viel wichtiger wäre hier doch eine Meldung, dass die evangelische Kirche am 17. Januar 2022 eine Stellungnahme im Aushang veröffentlichte. Darin erklärt sie, dass ihre Türen immer offenstehen und dass sie einen respektvollen Dialog führt mit den Menschen, die in der Pandemie unterschiedliche Meinungen haben. Zitat: „Wir sind verwundert, dass vor unserer Tür montags abends Versammlungen stattfinden, ohne dass die Veranstalter mit uns darüber gesprochen haben. Wir kennen die Ziele und Absichten der Versammelten nicht und würden gerne wissen, wofür und wogegen sie dort stehen und wie es mit diesen Versammlungen weitergehen soll.“

Gemeint waren nicht die Spaziergänger, gemeint waren die sogenannten Demokraten. Mir ist nicht bekannt, ob es zu einem Gespräch kam. Aber einige Zeit nach dem Aushang gab es keine Demo mehr mit Maske im Freien und Schals. Die Spaziergänger laufen immer noch.

Peter Machurich, Altlußheim