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Stadt und ihre Flüchtlingshelfer – das ist eine schwierige Beziehung

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Zum Leserbrief „Ist soziales und humanes Engagement nichts wert?“ vom 16. Juli wird uns geschrieben:

Thomas Proft hat einen Leserbrief geschrieben, der mich sehr betroffen und nachdenklich zurückgelassen hat. Am Beispiel der sehr engagierten Raquel Rempp macht Proft deutlich, wie die Stadt Schwetzingen mit jenen Personen umgeht, die sich in vorbildlicher Weise um Flüchtlinge kümmern, die seit 2015 zu uns kamen. Einige von ihnen gehen mit ihrem Engagement weit über das übliche Maß hinaus, was Kraft, Zeit und auch finanziellen Einsatz betrifft.

Ich selbst bin im Integrationskreis tätig, der sich leider nicht mehr oft trifft, unter anderem wohl auch, weil vonseiten der Stadtoberen kein Interesse an Flüchtlingen besteht, besonders an den Schwarzafrikanern und den Afghanen, von denen viele schon lange arbeiten, Steuern zahlen oder sogar eine Ausbildung absolviert haben und sich trotzdem von Duldung zu Duldung hangeln müssen. Die Ukrainer dagegen werden offensichtlich bevorzugt (sofortige Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis und so weiter). Mit diesem Desinteresse werden natürlich auch die Ehrenamtlichen ihrer Wertschätzung beraubt, oft auch nur als naive Gutmenschen belächelt.

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Neben Raquel Rempp gibt es noch weitere Personen, die sich in der Flüchtlingsarbeit in Schwetzingen profiliert haben durch außerordentliches Engagement. Da wäre Johanna Senn-Dietrich zu nennen, die zusammen mit Thomas Vobis ihrem Team das „Café International“ seit Jahren betreibt und damit einen wesentlichen Beitrag zur Integration leistet. Katrin Bischl leitete bis zum Brand die Sprachschule im Atlanta und bekam danach keinerlei Unterstützung, sodass die ehrenamtlichen Lehrer zu Hause unterrichten mussten oder ihr Ehrenamt eben beendeten.

Es wäre an der Zeit, allen Ehrenamtlichen in unserer Stadt die gebührende Beachtung zu schenken. Die hier namentlich Genannten sollten stellvertretend für alle, die sich um die Belange von Flüchtlingen kümmern, ohne selbst in Erscheinung zu treten, endlich einmal öffentlich geehrt werden. In dieser Hinsicht sollten sich unsere Bürgermeister und Gemeinderäte auf ihre Vorbildfunktionen besinnen und dies nicht dem Bundespräsidenten überlassen.

Gesten der Ehrerbietung für das Ehrenamt sind für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft umso wichtiger, als die Anzeichen für zunehmenden Rassismus leider immer deutlicher werden.

Dr. Ellen Gerlach-Schreiber,

Schwetzingen

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