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Stadtradeln und Nitrolympx?

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Zum Artikel „Die positiven Effekte darstellen“ in der Ausgabe vom 17. August und zur Veranstaltung Nitro-lympx auf dem Hockenheimring wird uns geschrieben:

Nachdem in der Schwetzinger Zeitung immer wieder über die positiven Effekte des Stadtradelns bezüglich CO2-Vermeidung berichtet wird, habe ich mir die Frage gestellt, wie und warum durch Stadtradeln CO2 vermieden oder eingespart wird. Durch den Bericht habe ich folgendes gelernt: Eine fiktive Vermeidung entsteht nur dadurch, dass man berechnet, wie viel CO2 entstanden wäre, wenn jeder Teilnehmer am Stadtradeln, alleine in seinem Durchschnittsauto sitzend, die gleiche Strecke mit diesem Auto gefahren wäre (alles Konjunktiv!).

Warum in aller Welt sollte er das tun? Und wenn man kein Durchschnittsauto als Maßstab anlegt, sondern einen dicken Mercedes, ist die Einsparung – schwupps – gleich noch mal doppelt oder dreifach höher. Das ist doch Unfug.Ich habe mir überlegt, welche Einsparung an CO2 sich rechnerisch ergibt, wenn man die gleiche Betrachtung auf die Tour de France mit 3500 Kilometern und etwa 170 Radfahrern anwendet. Die wären die reinsten Klimahelden. Für Teilnehmer am Marathon oder beim Ironman gilt das Gleiche.

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Veröffentlicht
Von
Stefan Kern
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Ich denke halt, Klimaschutz ist gerade jetzt viel zu wichtig, um mit solchen Pseudolösungen zu kommen. Stadtradeln ist schön, gesund, sicher auch unterhaltsam – und das ist auch gut so. Mit Klimaschutz oder Umweltschutz hat es aber nichts zu tun und trägt auch nichts dazu bei. CO2 wird weder eingespart noch vermieden. Und diesen Eindruck sollte man auch nicht erwecken.

Noch ein anderes Thema: Mit großer Verwunderung habe ich die Ankündigung zu den Nitrolympx in Hockenheim gelesen. Da wird also an drei Tagen tonnenweise Energie einfach so vergeudet, während viele Menschen nicht mehr wissen, wie und wo sie die Energie für ihre Heizung oder ihr Auto hernehmen und bezahlen sollen. Da werden CO2 und Schadstoffe en masse in die Atmosphäre geblasen, als ob es keine Klimakrise und keine Umweltprobleme gäbe. Das wird in einem euphorischen Ton angekündigt, als gäbe es nichts Tolleres oder Wichtigeres. Kein kritisches Wort in der Ankündigung zu all diesen Problemen: Wer jetzt noch überlegt und keine Karten mehr bekommt, kein Problem – er kann ja noch welche gewinnen. Ob man auf diese Weise den Menschen dabei hilft, die anstehenden Probleme ernst zu nehmen, bezweifle ich.

Dr. Dieter Scholz, Schwetzingen

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