AdUnit Billboard

Zaunaffäre - Reilinger Landwirt und Gemeinderat sperrt eigenmächtig den Zugang zum Rad- und Fußweg und erntet dafür harsche Kritik Total egoistisches Verhalten

Lesedauer

Die Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus unter Erntehelfern beziehungsweise deren Ansteckung durch die Reilinger Bevölkerung wurde als Grund angegeben, um einen seit ewigen Zeiten vorhandenen Durchgang über das private Grundstück eines Reilinger Landwirts und Gemeinderats durch einen Zaun zu verhindern. Für was muss denn die Angst vor dem Coronavirus denn noch alles missbraucht werden?

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

So ist es doch jedem klar, dass dies nicht die wahren Gründe für die Sperrung des Weges sein können. Einerseits will man sich im Hofladen in der Hauptstraße täglich über hundert oder mehr Kundenkontakte erfreuen und andererseits verwehrt man einer Handvoll Personen den Durchgang auf der Rückseite seines Grundstücks. Corona ist wohl ein willkommener Vorwand, um nun schon lange gehegte Pläne in die Tat umzusetzen, so scheint es mir.

Letztlich wurde, ohne sich mit der Gemeinde abzustimmen, mit den Arbeiten begonnen und in der SZ-Ausgabe vom 16. April darüber berichtet. In der Vergangenheit waren es vorwiegend Eltern mit ihren Kindern, die den Rad- und Fußweg, der parallel zur Hauptstraße verläuft, genutzt haben. So konnten sie verkehrsberuhigt und sicher den in der Nähe befindlichen Spielplatz erreichen. Ebenso sind viele ältere Mitbürger, die im betreuten Wohnen leben, über diesen Weg zum Einkaufsmarkt Rewe gelaufen, um ihre Einkäufe zu erledigen.

Der von der Gemeinde angelegte Rad- und Fußweg kann in Zukunft ohne diesen Durchgang von oder zur Wörschgasse nicht mehr sinnvoll genutzt werden. Gerade von einem Gemeinderat und einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens sollte man erwarten, dass sie sich auch um das Gemeinwohl bemüht. Offensichtlich werden nur persönliche, egoistische Interessen verfolgt. So sind auch die Meinungen und Kommentare in den sozialen Netzwerken. Zum Teil sind Äußerungen zu lesen, dass eine solche Person eine Schande für den Gemeinderat und die Gemeinde Reilingen sei.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Der Feldweg der sich an die Wörschgasse anschließt, ist für Fahrzeuge aller Art (mit Ausnahme landwirtschaftlicher Fahrzeuge) ge-sperrt. Dieser Weg ist von Eltern mit ihren Kindern stark frequentiert, da sich dort der Eingang zum Spielplatz und Bolzplatz der Gemeinde befindet. Häufig wird dieser Weg jedoch verbotswidrig von Pkw befahren, um eine Zufahrt des Hofes der Familie Schröder zu erreichen, die sich hinter dem Spiel- und Bolzplatz befindet. Dadurch und durch den Verkehr der landwirtschaftlichen Fahrzeuge in diesem Bereich kann eine Gefährdung von Kindern und Eltern, die den Spielplatz und die dortige Freizeiteinrichtung nutzen wollen, nicht ausgeschlossen werden.

Die Gemeinde Reilingen sollte sich deshalb überlegen, diesen Weg durch zwei Pfosten gänzlich zu sperren und den Landwirt dazu aufzufordern, für die Zufahrt zu seinem Gehöft ausschließlich die Einfahrt über seinen vorhandenen Privatweg zu nutzen. Im Übrigen sollte der Landwirt vorsorglich auch darauf hingewiesen werden, dass Verschmutzungen auf öffentlichen Feldwegen (zum Beispiel durch das Pflügen), die auch von Dritten als Rad- beziehungsweise Fußweg genutzt werden, nach Beendigung der Arbeiten wieder zu beseitigen sind. Dies ist in der Vergangenheit des Öfteren nicht der Fall gewesen.

Gerade solche Vorgänge verdeutlichen, wie egoistisch sich jeder in dieser Corona-Zeit verhält. Von wegen mehr Zusammenhalt und Solidarität.

Nein, nicht nur „America first“.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Pedro Leischwitz, Reilingen

Warum nicht noch Stacheldraht?

Um dem Coronavirus einen noch größeren Schrecken einzujagen, wäre die Errichtung eines Stacheldrahtes ein noch deutlicheres und abschreckenderes Symbol gewesen. Auch wenn die Aktion – Errichtung eines zwei Meter hohen Zaunes auf dem Anwesen Schröder im Reilinger Fröschauweg zur Verhinderung des Durchgangs und der Durchfahrt per Fahrrad von Passanten zum Schutz der Erntehelfer vor Corona – juristisch abgeklärt zu sein scheint, ist die Realisierung dieser „Absperraktion“ doch äußerst bedauerlich.

Ich werde künftig einen weiten Bogen um das Anwesen Schröder machen und vertraue darauf, dass andere Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Dorfgemeinschaft dies ebenfalls so handhaben werden. Hoffentlich kommen in Reilingen – diesem traurigen Exempel folgend – nicht noch weitere Bürgerinnen und Bürger auf die Idee, Zäune und Durchgangssperren um sich herum zu errichten.

Ein Trost bleibt den Reilingern ja noch: Der „Corona-Fangzaun“ ist nicht für die Ewigkeit gebaut. Gemäß Pressemeldung (SZ-Ausgabe vom 16. April) hat die Straßensperrung ja nur den Zweck, während der Erntezeit das Schröder-Personal vor der Gefahr einer Corona-Infektion zu bewahren.

Die Erdbeer- und Spargelsaison findet irgendwann ein Ende und die Pandemie hoffentlich auch. Dann wird das Stahlgitter-Bauwerk obsolet und kann problemlos wieder beseitigt werden.

Nicole Pfeifer, Reilingen

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1