Corona-Pandemie Unser Freibad hätte man öffnen können

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Zum Artikel „Müssen lernen mit dem Virus zu leben“ in der Ausgabe vom 12. August wird uns geschrieben: Wolfram Gothe hat mit seiner Kritik vollkommen recht. Es hätte wirklich die Möglichkeit gegeben, das Brühler Freibad zu öffnen. Man hat stattdessen den Kollerstrand schöngeredet. Einige Artikel waren auch so zu lesen. Kritik ist an Verwaltung und Gemeinderat abgeprallt. Dort hat kein Schwimmer Schutz durch die DLRG. Auch die Parksituation war aus den Vorjahren bekannt. Der Vollzug fährt mit seinem Roller entlang und drückt die Knöllchen ins Lesegerät. Kritiker wurden in den sozialen Medien niedergemacht.

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Die Kollerinsel ist eine wunderbare, wertvolle, schützenswerte Naturlandschaft. Sie wird durch den nun starken Autoverkehr beschädigt. Nach meiner Meinung muss der Kollersee für den Badebetrieb aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Dann braucht man dort auch keine zusätzlichen Parkplätze.

Das Brühler Schwimmbad war bisher eines der schönsten in der Region. Momentan wird das niemand mehr behaupten. Wie sieht eigentlich eine Sommersaison in Brühl in normalen Jahren aus? Nach der Öffnung um 9 Uhr kommen bei jedem Wetter fast nur Senioren, die meisten täglich. Sie schwimmen ihre Runden und sind bis 12 Uhr wieder weg. Danach kommen Schüler, Jugendliche und Familien. Nach 16 Uhr Berufstätige und Sportler. An normalen Tagen ist das Bad nicht überfüllt. Das passiert nur an den „Hundstagen“ – nach meiner Schätzung an zehn bis 15 Tagen jährlich.

Dann kann es auch zu Problemen mit rabiaten Heranwachsenden kommen. Eine Zahl von 1000 Besuchern und mehr auf einmal ist eher selten. Als Stammgast im Brühler Bad habe ich – außer Wolfram Gothe – noch keinen anderen Gemeinderat schwimmen sehen (Irrtum vorbehalten). Er soll ja als einziger gegen die Schließung gestimmt haben.

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Mannheim macht es vor, wie Schwimmbäder unter Corona- Bedingungen betrieben werden können. Es kann sich jeder über eine App informieren, wie viele Plätze frei sind und dann entscheiden, ob er dort hingeht. Die Schwimmzeiten sind geregelt und man hält sich daran. Natürlich gibt’s auch dort Kritik. Das entsprechende Zitat von Ralf Göck, dass man es nicht jedem recht machen kann, ist richtig. Man bräuchte dann aber auch keine Gesetze, Parteien, Gewerkschaften, Religionen und so weiter. Was mir seit Tagen durch den Kopf geht: Gibt es bisher irgendwo Infektionen mit Covid-19 in vorschriftsmäßig geöffneten Freibädern?

Dittmar Köhler, Brühl