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Propaganda - Wer die Gedanken kontrolliert, kontrolliert die Realität / Nicht reflexionslos Scheinwahrheiten übernehmen / Genaues Hinhören ist wichtiger denn je Unterschätzt nicht die subtile Macht der Worte

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Wahr oder unwahr, richtig oder falsch, glaubhaft oder unglaubwürdig, echt oder unecht, gut oder schlecht. Wer vermag es noch, die seriösen Nachrichten und Verlautbarungen von sogenannten Fake News zu unterscheiden und entsprechend einzuordnen?

Die permanente Informationsflut, die tagtäglich über die verschiedensten Kommunikationskanäle über uns hereinbricht, macht es zunehmend schwerer, den Überblick zu behalten. Unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten werden extremst gefordert und eine Verifizierung der Inhalte ist sehr schwierig – ja fast unmöglich. Die Covid-Krise hat uns nur zu deutlich vor Augen geführt, wie wichtig und essenziell evidenzbasierte Informationen sind, wenn man glaubwürdig agieren will. Gerade wenn es um Glaubwürdigkeit geht, sind die Protagonisten an den Schalthebeln der Macht in besonderer Weise gefordert, zumal deren Eloquenz und rhetorische Versiertheit auch manipulative Wirkung entfalten kann. Sprache beinhaltet ein großes Potenzial an kreativen Möglichkeiten, sie ist quasi der Impulsgeber fürs Denken und somit auch Baustein für komplexe Gedankengänge, was in der Konsequenz zur Folge hat, dass die Sprache das Denken korrumpiert.

Am derzeitigen Ausufern manipulativer Tendenzen seitens der russischen Informationspolitik lässt sich unschwer erkennen, welche Macht in Sprache gegossene Worte entfalten kann. Die propagandistischen Äußerungen sind mit ihren manipulativen Aussagen darauf ausgelegt, Unwahrheiten bewusst so darzustellen, dass sie in unserer Wahrnehmung einen sinnhaften Eindruck vermitteln.

Propaganda hat schließlich nur ein Ziel: Unwahrheiten und Lügen in gebetsmühlenartiger Penetranz so lange zu lancieren, bis sie bei den Adressaten als Wahrheit wahrgenommen werden. Das ist schlicht perfide, zerstört eine Vertrauensbasis und untergräbt jegliche Authentizität. Leider lässt sich dieses subtile Manipulieren nicht nur in autoritären oder totalitären Regimen beobachten, wie die Vorgehensweise der US-Administration bei der Argumentation für den Krieg im Irak verdeutlichte. Man muss zur Kenntnis nehmen, dass auch westliche Demokratien nicht davor zurückschrecken mit gefakten Infos eigenes Fehlverhalten zu rechtfertigen.

Ein Blick zurück zeigt, dass die Zukunftsvisionen des George Orwell in seinem Roman „1984“ schon im Jahr 1949 die These vom „Totalitarismus der Sowjetunion“ offenbarten, denn als Kriegsberichterstatter während des Zweiten Weltkrieges lernte er die Propagandaarbeit der beteiligten Mächte genau kennen. „1984“, als beklemmende Dystopie, ist also aktueller denn je, zumal die totale Kontrolle mit der Aushöhlung von Grundrechten sowie die umfassende Überwachung, begünstigt durch die globale Vernetzung der Kommunikationskanäle, darauf abzielt, die Beseitigung der individuellen Freiheit zugunsten eines totalitären ja allmächtigen Überwachungsstaates herbeizuführen. Mit verheerenden Folgen, denn wer die Gedanken kontrolliert, kontrolliert die Realität!

Putins Narzissmus, sein Denken und Handeln, kann man durchaus als retardiert, paranoid oder gar schon als debil beschreiben, denn seine Äußerungen beinhalten und manifestieren in sehr hohem Maße Menetekelhaftes, ohne Rücksichtnahme auf die Menschen und deren Befindlichkeiten, mit einem abgrundtiefen und hochgradig menschenverachtenden Potenzial.

Wir können zwar vieles nicht ändern, aber durch unsere Reaktionen können wir Entscheidendes bewirken. Da wir nur glauben, was wir glauben wollen, sollten wir die Wirkung von Manipulation nicht unterschätzen und Propaganda nicht reflexionslos hinnehmen, geschweige denn übernehmen. Aus der Geschichte lernen, ist leider nicht jedem gegeben. Deshalb: Unterschätzen wir nicht die Macht der Worte(!), und genaues Hinhören ist notwendiger denn je. „Manche Menschen sehen die Dinge, wie sie sind, und fragen: Warum? Ich träume von Dingen, die es noch nie gegeben hat, und frage: Warum nicht?“ (George Bernard Shaw) Gerhard Kiermeier, Hockenheim

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