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Afghanistan - Wie sollen Schutz und Hilfe für die Menschen aussehen? / Kritik an Olav Gutting Wahlk(r)ampf geht wieder los

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Wie schnell vier Jahre ins Land ziehen, sehen wir jetzt an den vielen Wahlplakaten und Pressemitteilungen zur Bundestagswahl. Wir Bürger konnten die letzten vier Jahre mehr oder minder wenig bis gar nichts von vielen Mandatsträgern oder denjenigen, die es gerne sein würden, lesen, sehen oder hören.

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Wie aus dem Nichts scheinen sie nun emporzusprießen, versuchen auf sich aufmerksam zu machen und versprechen einige Dinge, die sie oft gar nicht einhalten können. Nach dem Motto: „Hauptsache, es hört sich gut und verständlich für das einfache Volk an.“ Der Otto-Normal-Bürger fragt sich aber, wie er jemand wählen kann, von dem er bisher wenig bis gar nichts gehört hat. Zudem ist es mit dem Vertrauen in die Politiker ja auch immer so eine Sache. Bürgernähe? Oft Fehlanzeige. Politische Arroganz? Immer mehr.

Die Wahlprogramme ähneln sich ja bei vielen Themen immer mehr. Es gibt natürlich auch jene, die der Meinung sind, es sei besser, über ihre „politischen Wohltaten“ und Aktivitäten Stillschweigen zu bewahren, um eben nicht transparent im Rampenlicht zu stehen. Wieso das so ist, sollte jeder Bürger für sich selbst herausfinden. Manche sind besonders dreist und tun so, als ob sie bei kritischen Angelegenheiten von gar nichts wüssten. So erscheint es mir beim CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting, der sich in der Pressemitteilung der CDU vom 25. August wahrhaftig traut, einige Sätze zum Thema Afghanistan zu sagen. Der Westen sei „klar gescheitert“ und die aktuelle Lage Afghanistans wurde von „allen“ falsch eingeschätzt. Wer bitte schön sind „alle“?

Nicht nur ich, sondern viele andere haben die Lage sehr wohl so eingeschätzt, wie sie war und ist: Hochgefährlich und tödlich für viele. Haben sich die Politiker vielleicht zu wenig oder gar nicht mit den Betroffenen – mit unseren seit vielen Jahren hier lebenden afghanischen Mitbürgern – unterhalten? Auch diese hätten von der dramatischen Realität im Land berichten und warnen können. Es gab genug Hilfeschreie, die leider ungehört blieben.

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„Bitter sei, wie das afghanische Volk von der eigenen Armee und der korrupten Regierung im Stich gelassen wurde. Wichtig sei nun, Schutz und Hilfe in der Region sicherzustellen“, so Gutting. Ich frage mich, ob Olav Gutting erst seit gestern weiß, dass die afghanische Regierung korrupt war, und ob er nicht in den vielen Jahren mitbekommen hat, wie viele Milliarden Euro an eben diese Regierung von deutscher Seite aus geflossen sind. Nicht nur an den geflohenen Präsidenten Ghani, sondern vorher schon an Karzai und Konsorten.

Apropos eigene Armee: Diese Soldaten, die meistens aus den Minderheiten der Hazara, Usbeken und Tadschiken stammen – haben oft bei der „korrupten Paschtunen-Regierung“ um Hilfe geschrien, wenn sie sich tagelang in schweren Kampfgefechten mit den radikal-islamistischen Taliban befanden. Diese stellte sich aber taub und blind und kam nicht zu Hilfe. Schade und in meinen Augen unfassbar, wenn dies Olav Gutting entgangen ist.

Wieso versucht man, von den eigenen Fehlern und vom eigenen Fehlverhalten der Bundesregierung auf die afghanischen Soldaten und die korrupte Regierung abzulenken? Viele dieser Soldaten waren einfache Bauern, die zur Armee sind, um nicht zu verhungern und ihre Familien ernähren zu können.

Wie sollen denn nun „Schutz“ und „Hilfe“ konkret aussehen? Jahrelang wurde das Thema so klein wie möglich gehalten, fast von der politischen Agenda weggeschoben. Und jetzt wo es zu spät ist, tut man, als ob man Schutz und Hilfe sicherstellen wolle? Glaubwürdigkeit sieht anders aus.

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Raquel Rempp, Schwetzingen

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