Wahres empathisches Verhalten

Lesedauer

Zum Leserbrief „Ampeln dienen der Sicherheit“ vom 5. November:

Lieber Herr Leschinski, vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Kritik an den Verkehrsampeln am Bismarckplatz. Sie argumentieren sicher etwas poetisch überspitzt: „Um mein Leben bangend, renne ich über die Straße, den gehetzten Blick in alle Richtungen gerichtet“ und schicken Schulkinder möglichst auf einen anderen Weg zur Schule, um die Stelle zu meiden.

Erinnern Sie sich an die 84-jährige Frau, die am 9. September bei grüner Ampel ihr Rad über die Ketscher Landstraße schob und vom Polizeiauto tödlich verletzt wurde? Verkehrsampeln bieten nur scheinbar Sicherheit. Es gibt weltweite Studien, dass mehr Fußgänger tödlich verunglücken an Überwegen mit Ampeln, als wenn sie wild über die Straße gingen.

Mehr zum Thema

Leserbrief Ampeln dienen der Sicherheit

Veröffentlicht
Mehr erfahren
Energiekrise

Bundestag beschließt Weiterbetrieb von drei Atomkraftwerken

Veröffentlicht
Von
dpa
Mehr erfahren

Es ist ein grundlegender Fehler der Verkehrserziehung, wenn Leute nur auf die Einhaltung der Ampelsignale getrimmt werden, statt auf den Verkehr zu achten. Auch bei einer grünen Ampel muss ich mich vergewissern, ob ich die Straße gefahrlos überqueren kann. In Städten mit Shared Space Zonen gibt es kaum mehr Unfälle und vor allem keine tödlichen mehr. Die Autofahrer sind gezwungen, langsam zu fahren und müssen sich mit Fußgängern und Radfahrern per Augenkontakt und Handzeichen austauschen.

Das ist wahres empathisches Verhalten. Dem könnte an der besagten Kreuzung nachgeholfen werden, indem die Straßen von vier auf zwei Spuren verengt werden und ein Kreisverkehr oder Minikreisel gebaut würde. Es ist auch ein Unding, dass Schwetzingen immer noch nicht Tempo 30 flächendeckend eingeführt hat und sich damit den über 300 Städten einer Aktion anschließt.

Für notorische Raser empfehle ich die schwedische Geschwindigkeitsüberwachung. Viele mobile oder stationäre Blitzer aufstellen und wechselnd scharf machen. Dann sofort den Bußgeldbescheid folgen lassen. In Kürze würde es keine Raser mehr geben. Feuerwehr, Rettungswagen und die Polizei kommen flott durch, weil Autos auf abgesenkte Bordsteine ausweichen können.

Ulrich Pfeiffer, Schwetzingen