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Ukrainekrieg - Von einem Alleinherrscher, der auf Desinformation setzt, und dem Westen, der sich voller Information in Ohnmacht verliert Wann endlich ist „genug“ genug?

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Zum Krieg in der Ukraine:

Seit mehr als fünf Wochen wütet nun schon der brutale Krieg in der Ukraine, ein absehbares Ende ist leider mehr als ungewiss. Die gebetsmühlenartig vorgetragene, auf einem unsäglichen Lügenkonstrukt basierende Putin’sche Argumentationslogik erzeugt nur noch Kopfschütteln und Ratlosigkeit. Die brutal ausufernde, ja menschenverachtende Vorgehensweise der russischen Armee mit zunehmend rein zerstörerischen Aktionen, die nur Chaos, Destruktion, todbringendes Leid und absoluten Vernichtungswahn implizieren, erzeugt weltweit nur noch Unverständnis, Fassungs- und Hilflosigkeit sowie grenzenlose Ohnmacht.

Momentan scheint die Putin’sche „Friedensmission“ in eine nicht mehr kontrollierbare Eskalationsstufe zu münden, denn die bisherigen, eher fadenscheinig geführten Friedensgespräche waren offensichtlich nie ernsthaft eine russische Option. Die Strategie, permanent Maximalforderungen zu postulieren und einzufordern, zeigt ja überdeutlich die Kooperationsunwilligkeit auf russischer Seite, es ist offensichtlich alles darauf ausgelegt die Ukraine zu vernichten und dem russischen Imperium einzuverleiben, koste es, was es wolle, und leider auch ohne Rücksicht auf Menschenleben. Den Worten und Statements aus dem Kreml muss man mittlerweile jegliche Form von Glaubwürdigkeit absprechen, zumal man dort noch nicht einmal davor zurückschreckt, die eigenen Landsleute zu belügen.

Die Pläne Putins, ein neues großrussisches Reich zu schaffen sind schlichtweg abstrus, doch leider hat der Westen, auch Deutschland, nicht erkannt oder auch nicht erkennen wollen, welche imperialen Gedankenspiele diesen, von narzisstischer Egozentrik geprägten ehemaligen KGB-Agenten tatsächlich antreiben, denn Zeichen, Signale und Tendenzen dafür gab es in den vergangenen zwanzig Jahren sicherlich mehr als genug.

Der Antagonismus der beiden Staatsmänner Putin und Selenskyj könnte nicht größer sein, wie deren derzeitige Außendarstellung zeigt. Während Putin auf Desinformation mit manipulierenden Troll-Armeen sowie auf Angst und Schwäche des Westens setzt, sich hinter den dicken Mauern des Kreml verschanzt und seine Gesprächspartner am langen Tisch demütigt, agiert Selenskyj emotional, volksnah mit direkter Ansprache und übt so einen immensen moralischen Druck auf den Westen aus, er motiviert und mobilisiert durch seine Selfie-Formate. Putin verkörpert den autokratischen Alleinherrscher, der nichts und niemanden neben sich duldet, Selenskyj dagegen emotionalisiert und überzeugt seine Landsleute in bewundernswerter Weise mit der Botschaft: „Ich kämpfe mit euch, wir verteidigen uns zusammen.“

Wir erleben geradezu eine verkehrte Welt, denn was Putin mit seiner „Spezialoperation“ vorgibt, tun zu wollen, ist leider das genaue Gegenteil von dem, was faktisch passiert, denn Tag für Tag sterben weiterhin viele unschuldige Menschen durch Putins Terrorakte einen sinnlosen Tod und seine Zerstörungswut in den ukrainischen Städten erreicht grauenhafte Ausmaße. Bei diesem Szenario offenbart sich die ganze Ohnmacht des Westens und es zeigt sich wieder einmal, dass auch die vermeintlichen Experten mit ihren Expertisen voll daneben lagen und falsche Schlüsse zogen, mit leider verhängnisvollen, ja verheerenden Folgen. In dieser Gemengelage stellen sich zwangsläufig sehr viele Fragen, die einer klärenden Antwort bedürfen, und meine spezielle Frage hierzu lautet: Wann endlich ist „genug“ genug?

Der visionäre Vordenker Roger Willemsen hat schon 2015, kurz vor seinem Tod, in einer mitreißenden „Zukunftsrede“ vieles vorweggenommen und dabei auch zu mehr Engagement aufgerufen: „Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.“ Beherzigen wir diese Erkenntnis bei unserem künftigen Handeln.

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Gerhard Kiermeier
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