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Regionalplan - Der Flächenfraß muss endlich ein Ende haben / Befangenheit der Entscheider wurde nicht geprüft / Ausgleichsmaßnahmen sind oft unzureichend Warum will man Brühl weiter zubetonieren?

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Zur geforderten Restriktionsfreiheit zwischen Fichtenstraße und Kreuzung im Norden von Brühl, im Landschaftsschutzgebiet Sprauwaldäcker und Kollerinsel an den Campinganlagen, muss man sich die Frage stellen: Warum? Es ist unverantwortlich, in Brühl, eine der dichtbesiedelten Gemeinden in Baden-Württemberg, weitere Bebauungen mit Wohn- und Gewerbegebiet, zu ermöglichen. Jetzt auch noch auf Schwetzinger Gemarkung. Der Grünzug für die wichtige Frischluftzufuhr ist wichtig und muss erhalten bleiben. Weitere 17,6 Hektar Landwirtschaftsflächen und einige Kleingärten dürfen auf keinen Fall weiterer Versiegelung weichen. Zudem würden sie damit den Klimawandel vorantreiben.

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In den Jahren nach 2000 wurden in Brühl extrem viele Freiflächen zugebaut. Baugebiet Grenzhöfer Weg, Baugebiete Traumannswald 1 und 2, Bäumelweg Nord, Schütte Lanz, Fasanerie, Innenverdichtung Hauptstraße, damit Wegfall der grünen Lunge. Baufelderweiterungen wurden in zweiter Reihe der Görngasse festgeschrieben, für viele Gartengrundstücke wurde eine Bebauung zugelassen („Im Rheinfeld“). Eine Baugebietserweiterung mit Wohnblocks gab es am Luftschiffring. Tennisplätze wurden in ein anerkanntes FFH-Gebiet im Brühler Norden gebaut. Auf der Kollerinsel entstand ein Campinggelände mit 40 feststehenden Holzhäusern und Versorgungsgebäuden und kompletter Infrastruktur, die ganzjähriges Wohnen ermöglicht. Fürs Areal Schütte-Lanz wurden fünf Hektar Wald gerodet, 100 Jahre alte Eichen mit Stammumfängen von bis zu 4,50 Metern.

Weitere Versiegelungen finden statt durch die Verlagerung von Sportanlagen an den südlichen Ortsrand mit teilweise Kunstrasenflächen. Auf der bisherigen Sportanlage ist eine Wohnbebauung geplant mit extremer Verdichtung für 700 Bewohner!

Planungen über weitere drei Hektar Luxus-Wohnbebauung im Brühler Norden sind bereits seit 2015 vorhanden, auf einem Privatgelände auf dem sich ein kartierter Klimaschutzwald befindet. Die Erweiterung der Wohnbebauung in Richtung Friedhof Brühl steht ebenfalls auf der Agenda des Bürgermeisters.

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Für alle Baugebiete wurden zuvor bisher meist vorweg Bäume und naturbelassene Flächen beseitigt, damit zur Umweltprüfung und Ausgleichsflächenberechnung wenig erfassbare Ausgleichsmaßnahmen übrigblieben. Artenschutzrichtlinien blieben meist unberücksichtigt.

Ausgleichsmaßnahmen sind – wenn überhaupt – nur unzureichend in Angriff genommen worden. Beispielsweise wurde zum Baugebiet Traumannswald 1 und 2 kein Ausgleich vorgenommen, obwohl sich hier zum großen Teil ein Robinienwald befand. Nachweislich wurden in anderen Gebieten Ausgleichsmaßnahmen für Baugebiete und Straßenprojekte mehrfach verwendet. Vorgeschriebene CEF-Maßnahmen wurden nicht oder nicht nachhaltig eingehalten. Bei allen Baugebieten wurde die durch die Gemeinde mögliche Ausgleichsflächenreduzierung von 25 Prozent ausgenutzt. Die von der LBO geforderte Versickerung von Niederschlagswasser auf den Grundstücken findet nur in wenigen Ansätzen statt. Es ist absolut nicht zu erwarten, dass hier zu einer neuen Bebauungsmöglichkeit ein Umdenken stattfindet.

Nach dem Gemeinderatsbeschluss am 21. Juni werden sich laut Aussage der Gemeinde nach der mehrheitlichen Zustimmung im Brühler Gemeinderat die Stadt Schwetzingen und die Träger öffentlicher Belange äußern und es wird zu einer Offenlage mit Behandlungsvorschlag der Planer kommen. Fraktionssprecher gehen von einer Erschließung ab 2030 aus. Folglich führen Begründungen der Gemeindeverwaltung, nachfolgende Generationen sollten Planungsmöglichkeiten haben, zum ad absurdum.

Die beabsichtigte Restriktionsfreiheit für die vorgenannten Gebiete ist in keinem Fall nachvollziehbar, mit einer Ausnahme: Die jetzigen Besitzer erwarten die finanzielle Aufwertung ihrer Grundstücke. In der Gemeinderatssitzung wurde von mir nachgefragt, ob der Bürgermeister aktiv die Befangenheit der Entscheider geprüft hat. Antwort: Nein, das müsse er nicht, da es sich um den Regionalplan handele, schloss aber Besitzverhältnisse nicht aus. Es waren bei allen Baugebieten Befangenheiten vorhanden, die nicht berücksichtigt wurden. So auch zur geplanten Erweiterung der Wohnbebauung am Friedhof. Der Flächenfraß muss ein Ende haben.

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Klaus Triebskorn, Brühl

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