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Naturschutz - Viel los auf den Feldwegen um Brühl Was ist denn bloß auf den Feldwegen los?

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Als Hundebesitzer verfolge ich mit großem Staunen seit vielen Monaten die Entwicklung des steigenden Verkehrsaufkommens auf unseren Feldwegen zwischen Ketsch, Brühl und Schwetzingen. Ob Autos, motorisierte Roller oder Elektrofahrräder, es wird immer mehr.

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Nach dem Geschäft noch eine gemütliche Runde Gassi gehen mit den Hunden – oder auch ohne Vierbeiner – ganz entspannt einen Spaziergang mit der Familie, den Kindern machen und dabei die Natur genießen? Auf den Wegen rund um Brühl ist das leider schon länger nicht mehr möglich.

Lassen wir die momentane Corona-Pandemie und das plötzlich vorhandene Interesse nach frischer Luft mal außer Acht. Bereits am frühen Morgen (gegen 6.30 Uhr) treffe ich beim Gassi gehen die ersten Autos und Roller auf den Feldwegen. Die ärgerliche Rushhour beginnt dann erst so richtig in den frühen Abendstunden und an den Wochenenden. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten hetze ich oft schnell aus dem Geschäft nach Hause, um noch bei Tageslicht mit den Hunden rausgehen zu können. Der Wunsch steht mir nach einer entspannten Gassirunde zum Wohle der Hunde und mir, um den Tag ausklingen zu lassen.

Wunsch und Realität liegen leider stark auseinander. Selbst die lange Leine der Hunde wird schon zur Gefahr für Vierbeiner und Mensch. Man ist als Hundebesitzer mehr und mehr damit beschäftigt das Geschehen auf den Wegen zu beobachten. Von Autos über motorisierte Roller und rasant gefahrene Elektrofahrräder, es ist alles dabei. Da ist das Zeitfenster, um die Hunde zu rufen, absitzen zu lassen und die Situation zu erkennen, fast zu gering, denn ein langsames Annähern, langsames Überholen – das scheint für viele nicht möglich. Als sei es ihr Ziel, möglichst schnell und knapp zu passieren und sich still und leise an die Hunde „anzuschleichen“. Ach ja, vielleicht war im Budget für das hochpreisige E-Bike auch ganz einfach die gute alte Fahrradklingel nicht mehr drin.

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Für motorisierte Kraftfahrzeuge gilt auf den meisten Feldwegen rings um Brühl „Verbot und nur Anlieger frei“. Nur, ist hier wirklich jeder Autofahrer in Besitz eines Schrebergartens – also auch ein Anlieger?

So wie aktuell die durch Ampelsteuerung unterbrochene Ketscher Landstraße, sorgt alljährlich in den Sommer- und Herbstmonaten auch die Öffnung des Brühler Kompostlagers für viele „Abkürzer“ über die nur für Anlieger freien Feldwege. Die für das Kompostlager vorgesehene offizielle Zufahrt über den Parkplatz am Friedhof ist ja längst out.

Aber selbst der Besuch des Friedhofs hat sich zwischenzeitlich verändert. Immer häufiger ist zu beobachten, dass Besucher auf der anderen Seite des großen Friedhofsparkplatzes, direkt auf dem Eisenbahnweg, im Grünstreifen parken. Es sind dort, in unmittelbarer Nähe der Eidechsenschutzstreifen, bereits regelrechte Parkbuchten entstanden.

Großes Mitleid habe ich allerdings mit den Pferdebesitzern. Zu beobachten ist, dass das Wahrnehmen von Reitstunden an bestimmten Tagen und Uhrzeiten zu einem massiv erhöhten Verkehrsaufkommen beiträgt. Denn dann fahren die großen schweren SUV die nächste Generation von olympischen Reitern zum Training.

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Ich hätte für alle Fahrdienst leistenden Eltern eine Idee. Wie wäre es mit einem Drive in? So könnten die Kinder im Pferdehof quasi direkt aus dem Auto auf das Pferd umsteigen? Ein paar Meter laufen oder gar mit dem Rad zur Reitstunde zu fahren, scheint oft nicht möglich.

Was das erhöhte Verkehrsaufkommen für Familien und gerade jetzt in der Pandemie bedeutet, möchte ich nicht vergessen. Wo sind die Zeiten hin, in denen Eltern ihren Kindern das Fahrrad- oder Inlinefahren auf den Feldwegen beigebracht haben? Oder wo kleine Kinder mit ihren Laufrädern noch völlig unbedacht die Feldwege unsicher gemacht haben?

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht prinzipiell dagegen, die Feldwege mit dem Auto, einem Roller oder einem Elektrofahrrad mal zu befahren. Ich habe auch Verständnis dafür, dass das Auto in verschiedenen Situationen genutzt werden muss. Die Feldwege zwischen Brühl, Ketsch und Schwetzingen sind aber für alle da – von Jung bis Alt und von langsam bis schnell.

Ich möchte nur für etwas mehr Achtsamkeit und Miteinander werben. An die Gruppe von Menschen, die dies schon umsetzen, möchte ich meinen Dank richten.

Und den Rest konnte ich mit meinen Zeilen vielleicht zum Nachdenken bewegen.

Sven Gaisbauer, Brühl

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