Katholische Kirche Was ist mit den Schweigenden?

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Nachdem sich der Speyerer Bischof Wiesemann in die Erschöpfung geflüchtet hat und Kardinal Woelki nach wie vor die Veröffentlichung des von ihm selbst in Auftrag gegebenen, aber offensichtlich nicht genehmen Gutachtens zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum verweigert, lassen sie ihr Fußvolk alleine.

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Ich frage mich, was die Herren so bedrückt? Haben sie in den Abgrund gesehen und sind schockiert? Oder steckt gar mehr dahinter?

Ist es die gleiche Fassungslosigkeit, die einst Papst Benedikt aus dem Amt trieb?

Jenseits von Lüge und Heuchelei ist eine totale Offenlegung aller Tatsachen unvermeidlich.

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Obwohl sich die Kirchenaustritte massiv häufen, versuche ich zu ergründen, weshalb aus der Mitte der Gläubigen keine weiteren Reaktionen oder sogar Aufschreie kommen.

Mein Verständnis endet mit der Zeitungsmeldung vom 3. Februar 2021: „Auch Bischöfe sind nur Menschen.“ Dazu kann ich nur sagen: selbstredend.

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Das entbindet sie aber nicht von der Verantwortung, die sie mit ihrem Amt übernommen haben.

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Bisher ging ich auch davon aus, dass für alle Würdenträger – angefangen beim Oberhirten bis hin zu den Kardinälen, Bischöfen und Pfarrern – die Menschlichkeit zuerst kommen sollte.

Ich spüre keine hier leider keine Menschlichkeit. Alles wird erstickt, verdrängt, geleugnet und beschönigt.

Quo vadis?

Meines Erachtens bedarf es eines neuen Martin Luther.

Heinz Gelz, Brühl