CDU-Talk mit Merz Wenns „Vorgestern“ doch recht hat?

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Nachdem ich den Livestream verpasst hatte, bewegte mich die Pressemitteilung der Grünen zum politischen Aschermittwoch von CDU-Landtagskandidat Andreas Sturm und Friedrich Merz dazu, die Aufzeichnung anzuschauen. Schließlich ist es spannend zu sehen, wie „das Vorgestern“ zu aktuellen Themen spricht. Wenn „Vorgestern“ bedeutet, die Herstellung von Medikamenten in Deutschland zu fördern, dann hat das „Vorgestern“ recht. „Vorgestern“ war Deutschland die Apotheke der Welt. Der Weggang von Astrazeneca aus Plankstadt schmerzt noch heute – nun ist das Unternehmen einer der führenden Hersteller von Corona-Impfstoffen. Tatsächlich ist es direkt auf den Einfluss der Grünen zurückzuführen, dass Insulin in Deutschland nicht mehr hergestellt wird. Die Grünen wollen aber keine Auseinandersetzung mit den Themen, sondern diffamieren einen der gefragtesten Politiker als einen von „Vorgestern“. Stattdessen streiten die Grünen seit Jahren auf Parteitagen um den Umgang mit Homöopathie.

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Entenpfuhl, Stadtwald, Tiefen-geothermie, Wasserstoff oder Kollerfähre sind Themen von heute. Dabei zeigen die Grünen beim letzten Punkt einen Rückfall ins „Vor-Vorgestern“: Die Kollerfähre ersetzt die nicht verbundene Landstraße. Wie kann man nur fordern, dass die Gemeinde Brühl und nicht das Land die Verbindung zahlen soll? Das würde bedeuten, dass die Kollerfähre vor dem Aus steht. Wenigstens sagen die Grünen vor der Wahl, was man bekommt.

Vielleicht wäre es besser, dem politischen Konkurrenten zuzuhören und mit ihm zu diskutieren, als das „Vorgestern“ anzulasten. Ich bin gespannt, ob der grüne Bewerber das Angebot Sturms vom 9. Februar bei der Lokalen Agenda Hockenheim zum Thema „Wassermanagement“ annimmt, um über die Tiefengeothermie zu diskutieren. Das wäre mal eine Diskussion, bei der die Wähler erfahren, wie sich die Politiker das Morgen vorstellen. Aber: Manche grüne Politiker nervt es, wenn das „Vorgestern“ recht hat.

Volker Kistler, Hockenheim