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Wasserstoffnutzung - Überschusskapazitäten besser binden Wie ein Riesentauchsieder

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Angesichts der schon Jahrzehnte währenden vergeblichen Versuche den Wasserstoff energetisch sinnvoll zu verwenden, kann man verstehen, dass ihn manche ernst zu nehmende Fachleute einfach nur „Lachgas“ nennen.

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Bei der zweiten großen Wendehoffnung, der Geothermie, liegt uns die despektierliche Bezeichnung „Lochmess“ auf der Zunge („mess“ gleich „Quatsch“ oder dergleichen). Allerdings ist hier ein Untauglichkeitsnachweis schwieriger als beim Wasserstoff (H2), weil entsprechende „verräterische“ Infos nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Im Internet findet man zahlreiche Lobreden auf die Erschließung einer „unerschöpflichen sauberen Energiequelle“, insbesondere am Beispiel Unterhaching (Tiefe 3580 Meter). Im Falle H2 erfährt man, dass sein Energieinhalt nur ein Dreitausendstel beträgt im Vergleich zu Benzin. Das heißt, ein Liter Benzin hat so viel Energieinhalt wie 3000 Liter H2. Alle Kompensationsversuche inclusive Brennstoffzellen sind vergeblich, seit 40 Jahren.

In den meisten H2-Verwendungsrichtungen ist die Energiebilanz negativ, das heißt, für seinen Einsatz muss insgesamt – systembezogen – mehr Energie aufgewendet werden, als er selbst enthält.

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Wir vermuten, dass es sich bei der Geothermie ebenso verhält. Sowohl für das Einpressen des Frischwassers in mehrere tausend Meter zur Erwärmung in heißem Gestein, als auch zum Hochpumpen des zum Beispiel auf 135 Grad erwärmten Nutzwassers wird elektrische Energie benötigt.

Die Sache wird unseres Erachtens dadurch zu einer negativ bilanziellen „mess“, sodass die Summe der für die zwei entgegengerichteten Ströme benötigte Energie in Form elektrischen Stroms größer ist als die im hochgepumpten „Geothermalwasser“enthaltene Wärmeenergie für die Fernwärmebereitung. Diese dürfte deswegen ein energetisches Verlustgeschäft sein, das als Vorzeigeprojekt der Energiewende nicht taugt. Es wird aber weiterlaufen, solange es dafür Fördermittel gibt.

Es gibt jedoch eine simple Idee, welche die Fernwärmesache rational macht und dabei eine große Schwäche der Energiewende verringert. Diese Systemschwäche besteht darin, dass noch so viele Windräder keine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten können, aus sattsam bekannten Gründen. Unsere Versorgungssicherheit wird von jederzeit einsatzbereiten konventionellen Kraftwerken garantiert – sogenannten Backup Plants.

Andererseits haben wir das Problem der vielen bei Bedarfsschwäche ungenutzten Windräder. Das Problem der Überschusskapazitäten soll durch den Bau von Elektrolyseanlagen für die H2-Gewinnung abgeschwächt werden.

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Dazu kann man mit folgender in Ansätzen verwirklichten Idee beitragen: Man produziert Fernwärme in großen Kesseln unter Einsatz von betriebsbereiten Windrädern, deren Strom zeitweise im Netz nicht gebraucht wird.

Eine solche Anlage befindet sich im Kraftwerk Reuter in Berlin-Spandau, genannt „Riesentauchsieder“.

Dr. Felix Conrad, Hockenheim

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