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Wo ist der zweite Zugteil geblieben?

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Zum Thema Bahn erreicht uns folgende Zuschrift:

Pendler, die regelmäßig mit dem 15.36-Uhr-Zug von Mannheim Hauptbahnhof nach Hockenheim fahren, werden schon festgestellt haben, dass meistens nach Ende von den Schulferien nur ein Zugteil zur Abfahrt bereitgestellt wird – so wie jetzt auch am 20. und 22. Juni wieder. Das kann doch kein Zufall sein!

Der einteilige Zug ist in Mannheim schon bei der Abfahrt rappelvoll und am Bahnhof Neckarau quetschen sich dann noch Schüler und Leute mit Fahrrädern in den Zug – sofern sich die Insassen noch weiter zusammenquetschen lassen. Verstärkt wird diese absurde Situation noch durch ein erhöhtes Passagieraufkommen, welches durch den 9-Euro-Ticket-Effekt ausgelöst wird.

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Ich würde den hiesigen Landtagsabgeordneten sowie Landesverkehrsminister Winfried Hermann als auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing dringend empfehlen, einfach mal – aus Spaß an der Freude – diesen Zug zu benutzen. Nur so können sie praktische Erfahrungen sammeln und feststellen, wie herrlich es ist, wenn sich schweißverklebte Körper aneinanderreiben, diverse wohlriechende Speisen verzehrt werden und so weiter. Wenn dann zum Ende des Schuljahres noch Schulklassen auf Ausflug hinzukommen, dann ist die Freude für alle perfekt. Und wenn dann noch die Durchsage der Automatenstimme im Zug ertönt, „dass wir heute leider nur mit einem Zugteil fahren“, dann klatsche ich Beifall. Ich hätte das ja sonst überhaupt nicht bemerkt.

Meiner Meinung nach hätten die zuständigen Politiker besser das Geld in die Infrastruktur, Personal und Fahrzeugpark gesteckt, als in das 9-Euro-Ticket. So wie das jetzt abläuft, ist das eine Zumutung für alle Passagiere. Eventuelle zukünftige Nutzer der Bahn werden dadurch wohl massiv abgeschreckt. Der Werbeeffekt verpufft. Aber die Überfüllung der Züge könnte trotzdem noch einen positiven Nebeneffekt haben: Wer diese Fahrten ohne Corona-Ansteckung übersteht, der braucht dann wohl keinen Impfstoff mehr, weil abgehärtet und immun. Karl Lauterbach wäre sicherlich erfreut darüber.

Dieter Müller, Hockenheim

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