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E-Ladesäule in Ketsch - Dort, wo längere Verweilzeiträume gegeben sind, müsste man die Steckdosen installieren Wünschenswert wären bessere Standorte

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Zum Artikel „Nur jeden dritten Tag wird mal geladen“vom 17. August) wird uns geschrieben: Nach meiner Kenntnis gibt es in Ketsch zwei Ladestationen, davon liegt eine im Gewerbegebiet als Angebot einer Elektrofirma. Die im Artikel behandelte in der Schillerstraße verfügt über einen Typ 2 (22 Kilowatt) und einen Schukostecker (3 Kilowatt). Am 13. August, 12.15 Uhr, waren beide belegt. Wenn die Ladestellen frei sind, sind diese zu oft von Benzinfahrzeugen zugeparkt. Die Verfügbarkeit ist also eingeschränkt. Wer schnell laden möchte und über die Ausrüstung verfügt, kann in der Schillerstraße nicht auf CCS, CHAdeMO oder einen Tesla Supercharger zugreifen.

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Fahrer von Elektrofahrzeugen müssen ihr Nachladen planen. Sie werden die Ketscher Ladesäule in der Schillerstraße wegen der eingeschränkten Verfügbarkeit nicht ansteuern, weil sie in Ketsch nicht zu einer in der Nähe liegenden ausweichen können. Auszugehen ist davon, dass die Ladesäule von Bewohnern der näheren Umgebung und Besuchern der Gastronomie die Nutzung der Ladesäule in Erwägung ziehen könnten. Kaum jemand wird sich in sein Auto setzten, um das Ende des Ladevorgangs abzuwarten. Wegen der Corona-bedingten Einschränkungen der Gastronomie 2020 war auch mit der geringeren Nutzung der Ladesäule in der Schillerstraße zu rechnen.

Interessant wäre gewesen, wie viele Ladevorgänge die Gemeindeverwaltung Ketsch unter Berücksichtigung der Situation für „gut“ befunden hätte. Es läuft so wie immer, man will etwas nicht und findet dafür eine willkürliche Begründung. Wünschenswert wären klare Zielvorgaben und daraus folgend faktenorientierte Bewertungen, die zum Handeln führen.

Angesichts der Aussagen im Zeitungsartikel ist zu vermuten, dass Ketsch die niedrigste Ladesäulendichte pro Kopf der Bevölkerung in der EU anstrebt. Die Verweigerung weiterer Ladesäulen erhöht auch die Hürden, Elektromobilität zu nutzen.

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Wer sein E-Auto in der Nähe seiner Wohnung nicht laden kann, wird sich auch keins zulegen. Unabhängig von den Kosten haben viele auch keine Möglichkeit, eigene Möglichkeiten des Ladens zu installieren. Überall, wo längere Verweilzeiträume naheliegend sind und häufig mit dem Auto angereist wird (Beispiele: „Alla hopp“-Spielplatz, Freibad, Sportplätze, Rheininsel) könnten Lademöglichkeiten genutzt werden, wären sie vorhanden. Jeder dieser Standorte ist meines Erachtens in normalen Zeiten besser geeignet, für eine höhere Auslastung zu sorgen, als der in der Schillerstraße.

Wie beim Tanken generell achten die meisten auch beim Laden auf die Preise. Mancherorts werden eine Grundgebühr, eine Parkgebühr, ein Preis für die Ladedauer und oder ein Preis für die geladene Energie genommen. Das ist in der Schillerstraße glücklicherweise aktuell nicht der Fall.

Das ganze Thema ist natürlich unter dem Gesichtspunkt der zu erwartenden Klimakatastrophe zu bewerten. Die Summe aller aus kleinlichen und egoistischen Gründen versäumten Maßnahmen wird verhindern, dass unsere Enkel noch eine Zukunft haben. Jeder weiß, dass Ketsch zu wenig Geld hat.

Interessiert das noch, wenn die Klimakatastrophe deshalb nicht abgewendet werden kann?

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Wilfried Schreiber, Ketsch

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