Zum Aussiedeln eines Jungbauern

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Zur geplanten Aussiedlung eines Jungbauern wird uns geschrieben:

Die Gemeinde Reilingen und ihre Bürger gelten in der Nachbarschaft als besonnen und sind für kluge Entscheidungen bekannt. Umso mehr war ich irritiert, als ich von den Überlegungen des Gemeinderats gelesen habe. Man möchte einen Jungbauern aus dem Ort aussiedeln, weil es dort Dreck, Krach und Lärm gibt und beabsichtigt, ihm dafür im Herrenbuckel mitten in der Landschaft einen Ablageplatz mit der Aufstellung von mehreren Wohncontainern und dem Bau einer riesigen Halle zu erlauben.

Dadurch versucht man die Interessen der direkten Nachbarschaft im Ort zu wahren und verliert meines Erachtens die Interessen der Bewohner des Herrenbuckels aus den Augen. Dies ist aber nicht der einzige Grund, warum ich diese Stelle für ungeeignet halte.

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Ralf Strauch
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Meines Erachtens werden die Probleme dadurch nicht automatisch aus der Welt verschwinden, sie werden nur an den Ortsrand verlagert. Dann gibt es Krach, Lärm und Dreck im Naherholungsgebiet, das viele Menschen aus der ganzen Umgebung nutzen, seien es Jogger, Spaziergänger oder Radfahrer. Die Feldwege sind für schwere Maschinen nicht ausgelegt, die gehen dann schnell kaputt. Auch die Sicherheit der erholungsuchenden Menschen wird durch den zunehmenden Verkehr beeinträchtigt.

Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber die Welt hat leider auch ihre dunklen Seiten. Und wenn ich eine Tochter hätte, wäre es mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken, wenn sie allein mit dem Fahrrad durch die Felder nach Hause fahren müsste, wo viele fremde Menschen ihr kurzzeitiges Quartier bezogen haben.

Des Weiteren mache ich mir Sorgen wegen der Versiegelung fruchtbarer Böden. Viele Bauern suchen händeringend Äcker und so werden wieder gute Äcker verschwinden und zum Abstellplatz. Wenn dies so weiter geht, dann müssen wir uns fragen, woher unsere Lebensmittel in naher Zukunft kommen sollen? Für teures Geld aus Übersee? An den CO2-Ausstoß beim Transport gar nicht zu denken.

Apropos Umwelt. Man versucht heute, zumindest verbal, mit der Umwelt im Gleichgewicht zu leben. Man spricht viel über Bienensterben, über weiter schrumpfenden Lebensraum wilder Tiere, deren Überleben angeblich auch für unser Überleben existenziell ist. Wenn das tatsächlich für uns und für die Generationen nach uns wichtig ist, dann sollte man damit anfangen, die Umwelt aktiv zu schützen.

Deshalb meine Bitte an den Gemeinderat: Bitte suchen Sie einen Platz, an dem man die Nachteile, die die Ansiedlung im Herrenbuckel mit sich bringt, zumindest zum größten Teil minimieren kann.

Alena Kuppinger, Neulußheim