Leserbrief Zum freien Oberkörper für alle

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Mannheimer Parteien fordern, dass künftig auch Frauen und Mädchen oben ohne baden und vom 5-Meter-Turm springen dürfen. © Michael Reichel/dpa

Zum Artikel „Oberkörper frei für alle in Mannheimer Bädern?“ vom 29. August:

Den Kommentar zum Bericht „oben ohne“, aber auch den zugrundeliegenden Bericht selber, habe ich mit sehr großem Vergnügen gelesen. Er hat mir die Mittagspause versüßt und den Montag gerettet. In 30, eventuell auch in 20 oder sogar schon in zehn Jahren, wird man sich ausschütten vor Lachen über diese Blüten eines „Völlig-daneben-Zeitgeistes“, den die Zeitenwende (heißer und kalter Krieg in der Nachbarschaft mit wirtschaftlichen Folgen, also ECHTE Probleme, wie Kampf um Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Demokratie und Recht) wohl noch nicht berührt hat.

Wie man Gegebenheiten, mit denen der Mensch seit „weit vor der Sintflut“, umzugehen hat, derart verschwurbelt beschreiben kann und dann meint, man könne über zeitgeistbedingte, kurzfristige, eventuell demokratische Mehrheiten, regeln(!), wie Frauen auf Männer, Männer auf Frauen, Frauen auf Frauen, Männer auf Männer und so weiter und alles auch umgekehrt, einschließlich aller sexueller Minderheiten und seien sie auch noch so klein, reagieren – das ist so schön zu lesen, das erinnert mich irgendwie an die Wortkünste von Heinz Erhardt. Ich werde mir das Werk von Herrn Julius Paul Prior jedenfalls aufheben, für meine Enkel.

Es bleiben auch die Fragen: Wie viel Frauen – und Menschen überhaupt – wollen sich vom Staat, entsexualisieren lassen? Und wollen wir in so einer Welt leben? Wie die Taliban?

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Wolfgang Renkenberger
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Schriesheim
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Beim Lesen dieses Berichts dachte ich: Ja ist denn heute schon der 1. April? Aber nein, da verlangt doch tatsächlich eine Volt-Partei von der Stadt Mannheim, sie solle eine Testphase in Schwimmbädern machen, dass Frauen „oben ohne“ schwimmen dürfen. Also wenn es nur um die Gleichberechtigung aller Geschlechter geht, sollen doch die Herren der Schöpfung ihre sekundären Geschlechtsmerkmale bedecken. Augen und Nase frei, Kehlkopf und Bart bedeckt. Sieht lustig aus und schützt vor lüsternen Blicken.

Dass durch Nichtbedecken die weibliche Brust entsexualisiert wird, glaubt wohl niemand. Spanner und Grapscher wird es immer geben. Zumindest habe ich gelernt, was die sekundären Geschlechtsmerkmale der Männer sind.

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Von
Dagmar Achtstätter
Ort
Heddesheim
Datum

Im Sinne der Gleichberechtigung, um die es ja in erster Linie zu gehen scheint, könnte man doch einfach (wieder) Badeanzüge für alle einführen. Bis in die 1920er Jahre war ein Badeanzug, teils sogar mit Halbarm, üblich für alle. Wie oft lese ich, dass die Sonne so gefährlich ist und Sonnencreme (enthält Hormone) dazu führt, dass Baggerseen kippen und Schwimmbäder starke Filter benötigen. Badeanzüge für alle wäre Gleichberechtigung sowie ein Beitrag für Schutz vor Hautkrebs in einem.

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Von
Stefan Munz
Ort
Mannheim
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Ich finde die Forderung von Frau Schöllkopf: „Entweder dürfen Frauen alle sekundären Geschlechtsmerkmale zeigen so wie Männer oder die Männer müssen ihre verdecken“, nachvollziehbar und sie sollte in die Mannheimer Badeordnung aufgenommen werden. Im Sinne der Gleichberechtigung sollten der männliche Kehlkopf und der Bartwuchs als männliche Sekundärmerkmale bedeckt werden.

Zusatzparagrafen: 1. Alle, männlichen Geschlechts, bei denen der Kehlkopf als Sekundärmerkmal entwickelt ist, müssen diesen mit einem Schal während des gesamten Badeaufenthalts bedecken. 2. Alle, männlichen Geschlechts mit Bartwuchs, müssen diesen mit einer Bartbinde vollständig während des gesamten Badeaufenthaltes bedecken. Die Abnahme der Bartbinde ist nur für die Aufnahme von Nahrung beziehungsweise Getränken gestattet.

Diese Ergänzungen der Mannheimer Badeordnung werden Heerscharen von Kabarettisten zu neuen Beiträgen animieren und das Satiremagazin „Extra3“ wird bestimmt dazu beitragen, dass der Ruf Mannheims als weltoffene Stadt im gesamten Bundesgebiet honoriert wird. Außerdem dürfte sich für die deutsche Textilindustrie ein neuer Markt erschließen: die Kreation modischer Schals und Bartbinden in Baumwolle, Satin oder ganz extravagant in Seide für den Mann. Wobei die Materialien auch für den Aufenthalt im Becken geeignet sein müssen.

Damit hinsichtlich meines Leserbriefs keine Missverständnisse aufkommen, endet er mit den Worten eines hessischen Kabarettisten: „Weine könnt’ ich, weine!“

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Von
Jürgen Hebling
Ort
Schriesheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3AwBgqo

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