AdUnit Billboard
Gastronomie - Rechtzeitig gehen, lautet sein Motto

Alfred Bauernfeind verlässt die Theke im „Bierseidel“ in Altlußheim

Genau 39 Jahre lang war er nicht nur Gastwirt, sondern auch stets freundlicher Gastgeber, Gesprächspartner, Ansprechpartner, Zuhörer, mitunter auch „so etwas wie ein Seelsorger.“

Von 
Franz A. Bankuti
Lesedauer: 
Auf die Hilfe seiner Frau Judith konnte er sich stets verlassen, nun zieht sich Alfred Bauernfeind in den Ruhestand zurück und über-gibt den „Bierseidel“ in jüngere Hände. © Wolfgang Schwindtner

Altlußheim. Genau 39 Jahre lang war er nicht nur Gastwirt, sondern auch stets freundlicher Gastgeber, Gesprächspartner, Ansprechpartner, Zuhörer, mitunter auch „so etwas wie ein Seelsorger.“ Fast vier Jahrzehnte war Alfred Bauernfeind ganz einfach „Mensch unter Menschen“, nur eben auf der anderen Seite der Theke, als Wirt, der sich vom ersten Tag anno Domini 1982 bis zu diesem Wochenende stets darum sorgte, dass sich die Gäste in seinem „Bierseidel“ im Herzen der Gemeinde am Rheinbogen rundum wohlfühlen konnten.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Das „gastronomische Gen“ hatte er wohl von seinen Eltern geerbt, die in Altlußheim das Café „Blume“ führten. Ausführlich hatte Alfred Bauernfeind sich in der Branche umgesehen, in verschiedenen Häusern verantwortlich mitgearbeitet, bis sich dann konkret seine Vorstellung für sein eigenes Lokal herausschälte. Und diese Vorstellung verwirklichte er und konnte schnell feststellen, dass seine Vorstellung eines gemütlichen Lokals genau auch den Wünschen vieler Gäste aller Altersklassen entsprach. Schnell sprach es sich damals herum, dass es im Altlußheimer „Bierseidel“ einfach gemütlich zugeht und immergute Stimmung herrscht und der gute Ruf ging weit über die eigene Gemeinde hinaus.

Wohlfühlatmosphäre geschaffen

Das ehemalige Wohnhaus in der Hauptstraße 85 hatte Bauernfeind völlig umgebaut und traditionell hergerichtet und so gleich von Anfang an Wohlfühlatmosphäre geschaffen. Das „richtige“ Bierzapfen hatte Alfred Bauernfeind bei Kollegen in der weiteren Umgebung gründlich gelernt, er hatte seine klaren Vorstellungen. Dazu gehörte, „dass Export aus Bayern, Pils aus der Eifel und Alt aus Düsseldorf“ kommen sollten und der Wein sollte auch nur den Weg über die Rheinbrücke haben und aus der Pfalz kommen. Dir Gäste waren einverstanden damit, ebenso wie mit der kleinen Vesperkarte, die ausreichte, dass niemand hungern musste. Für eine Gourmetküche hätte eh allein schon der Platz nicht gereicht.

Die Tatsache, dass die Atmosphäre in einem Lokal das A und O für den Erfolg sind, war schließlich der Garant für den stets guten Besuch im „Bierseidel“. Zwischendurch hatte man immer wieder zu Abenden mit Livemusik eingeladen und da strahlt Bauernfeind heute noch über die unvergesslichen Abende: „Da steppte wirklich der Bär in Altlosse“.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Garant für die gute Stimmung war natürlich auch der Wirt selbst, der stets den Überblick behielt und für seine Gäste freundlicher Ansprechpartner war. Schließlich kannte er die meisten Stammgäste persönlich sowie über lange Zeit hinweg und fügt augenzwinkernd hinzu: „Als Wirt kennt man seine Kunden in jeder Gangart ....“ Und mit seiner souveränen überzeugenden Art konnte er auch für Ausgleich sorgen, wenn ab und zu mal Meinungen „etwas stärker auseinanderdrifteten“. Gastgeber im „Bierseidel“ zu sein, das war sein Metier, seine „Berufung“, wie manche Stammgäste jetzt in den letzten Tagen oftmals meinten. Man muss bestimmt lange suchen, bis man ein Lokal findet, dessen Wirt 39 Jahre lang an ein und derselben Stelle für seine Gäste da war.

Wohlüberlegter Ruhestand

Mit nunmehr 66 Jahren hat Alfred Bauernfeind seinen wohlüberlegten Ruhestand eingeläutet. „Ich wollte vermeiden, dass man nicht mehr sagt: Wir gehen ins ,Bierseidel‘, sondern wir gehen zu dem alten Wirt“, bemerkt er schmunzelnd im Gespräch mit unserer Zeitung. Und in Uli Steinle hat er einen neuen Eigentümer für das Haus gefunden, mit dessen Familie die Bauernfeinds schon jahrzehntelange gute Verbindungen haben.

Als Pächterin konnte Susi Krämer gewonnen werden, bestens in und mit Altlußheim seit vielen Jahren durch ihren Kiosk in der Hauptstraße verbunden. „Sie sehen, eigentlich bleibt alles beim Alten“, freut sich Bauernfeind auf die Zukunft, nur dass er nicht mehr hinter der Theke stehen, sondern vor der Theke sitzen (oder stehen) wird, zusammen mit Ehefrau Judith, die ihn in all den Jahren neben ihrem eigenen beruflichen Engagement nach besten Kräften unterstützte.

Für den kommenden Samstag ist jetzt erst einmal „Stutzelsaufen“ angesagt, also die „Aufarbeitung“ der restlichen Getränke. Dann wird es nahtlos weitergehen, unter dann neuer Regie wird das erfahrene „alte“ Team für das Wohl der Gäste sorgen, Alfred Bauernfeind hat schließlich in knapp vier Jahrzehnten gastronomische Maßstäbe gesetzt, die auch ein sehr gutes Bild auf Altlußheim insgesamt werfen.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Mehr zum Thema

Die Polizei meldet

In Gaststätte eingebrochen

Veröffentlicht
Von
pol
Mehr erfahren
Geschäftsleben

"Bierseidel" feiert Geburtstag

Veröffentlicht
Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1