Im Porträt - Sandra Fluhrer will die Gemeinde mit den Grünen nachhaltig gestalten / Digitales Archiv soll Arbeit erleichtern / Streuobstkonzept weiterverfolgen Als Mutter einen neuen Blick bekommen

Von 
Sascha Balduf
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Der Rathausplatz im Herzen von Altlußheim ist für Sandra Fluhrer mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden. Er repräsentiert aber auch das bestehende Potenzial für mehr Begrünung, etwa bei Baumscheiben. © Balduf

Altlußheim. Sandra Fluhrer sitzt seit kurzem für die Grünen im Gemeinderat. Zum Treffen mit unserer Zeitung kommt sie im Elektroauto – grün lackiert. Es ist zwar ein Wagen der Baufirma ihres Mannes Dennis, dennoch passt er ins Bild. „Grün war schon immer meine Lieblingsfarbe“, erzählt sie lachend. Vielleicht ja ein frühes Zeichen für das spätere Engagement in der Gemeindepolitik. Das ließ allerdings noch einige Zeit auf sich warten.

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„Seit ich Mutter bin, sehe ich die Welt wieder mit Kinderaugen“, erzählt Flurer. Sohn Luca wurde im März zwei Jahre alt und ist quasi die Inspiration für Sandra Fluhrers Kandidatur. „Mir ist bewusst geworden, welche Verantwortung ich als Mutter, aber auch als Bürgerin, dafür trage, ein nachhaltiges und Lebenswertes Altlußheim für die Zukunft zu gestalten“, erklärt sie.

Über Axel Müller, der zwar nicht neu am Ratstisch, aber in der Grünenfraktion ist, kam der Kontakt zur mittlerweile stimmenstärksten Fraktion im Altlußheimer Kommunalparlament zustande. „Ich habe mich dort gleich integriert gefühlt“, berichtet Fluhrer und die Begeisterung ist ihr nach über einem Jahr noch immer anzuhören. Besonders das offene Konzept des Ortsvereins hat die 31-Jährige überzeugt. „Wir sind alle Altlußheimer“, sagt sie, „und wir machen Dorfpolitik.“

Zuvor war Fluhrer nicht parteipolitisch aktiv und hat sich auch nicht fundamentaler Überzeugungen wegen den Grünen angeschlossen, wie sie berichtet. Mit dem Ziel eine positive Zukunft zu schaffen, sei sie unweigerlich beim Thema Nachhaltigkeit gelandet. „Im Bund kann man als Einzelner nicht unbedingt viel bewegen – im Ort geht das sogar ganz schnell“, beschreibt Fluhrer ihre Motivation.

Erfahrung und neuer Blick

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Als gelernte Bankfachwirtin sieht sie sich für kommende Haushaltsberatungen gut gewappnet – die Doppik beispielsweise ist ihr wohl vertrauter als manchem Altgemeinderat. Die Kombination aus Erfahrung und frischem Blut sieht Fluhrer als große Stärke der Grünen: „Ich habe ein starkes Team im Rücken und wir befruchten uns immer wieder gegenseitig.“ Diese reibungslose Zusammenarbeit habe sich schon im Wahlkampf abgezeichnet.

Besuchern der Ratssitzungen wird künftig wohl mehr technisches Gerät im Bürgersaal auffallen. Sandra Flurer erfasst ihre Sitzungsnotizen per Notebook, um gleich eine digitale Dokumentation aufzubauen und später leichter Themen wieder aufgreifen zu können. Denn, „man muss nicht immer zwingend neue Ideen haben. Es gab schon viele gute Ideen im Gemeinderat; man muss aber auch dranbleiben und die Ideen weiterverfolgen“, erklärt sie.

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Doch nicht nur auf dieser Ebene setzt das neue Ratsmitglied auf moderne Technik und neue Medien. Auch die Präsenz der Altlußheimer Grünen in den Sozialen Netzwerken verwaltet Fluhrer. So begann der Ortsverein im Wahlkampf damit, verstärkt über Facebook und Instagram mit den Bürgern in Kontakt zu treten. „Und das behalten wir auch bei“, sagt Fluhrer, „indem wir über unsere Arbeit berichten oder zu unserem Stammtisch einladen.“

Klassische Themen in petto

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Auch klassische, grüne Themen liegen Sandra Fluhrer am Herzen, etwa das Engagement gegen Steingärten und Insektensterben oder für mehr Ortsbegrünung. Ebenso will sich die 31-Jährige mit ihren Fraktionskollegen für ein Streuobstkonzept einsetzen. Auf dem Weg zur Arbeit fährt sie oft durch die Kirschenstraße und bemerkt immer wieder abgerissene Äste. Obwohl jeder die Kirschen ernten darf, würden einige heimlich und zeitgleich rücksichtslos mit dem Allgemeingut umgehen. Dem könne man mit einem Konzept und Aufklärungsarbeit entgegentreten, meint Fluhrer. Im Umkehrschluss sei zu überlegen, ob die Gemeinde die Bäume schneidet oder Bürger beim Bewässern helfen können. Mit frischem Wind im Rat trägt diese alte Idee vielleicht in Zukunft Früchte.

Info: Interview ohne Worte unter www.schwetzinger-zeitung.de

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