Zweckverband Lußheim - Zweifel an Wirtschaftlichkeit überwiegen Campingpläne am Blausee sind vom Tisch

Von
Matthias Mühleisen
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Alt-/Neulussheim. Die Pläne für einen Campingplatz auf dem Freizeitgelände Blausee sind vom Tisch. Die Verbandsversammlung des Zweckverbands Lußheim hat am Mittwochabend nach kurzer Diskussion beschlossen, die vorbereitenden Aktivitäten einzustellen. Zuvor hatten sich vor allem die Altlußheimer Gemeinderäte skeptisch zur Erweiterung des Betriebsgeländes geäußert. Dafür waren 30 000 Euro im Haushalt des Zweckverbands vorgesehen.

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Dass die seit 2012 konkret angestrebte Erweiterung des Freizeitgeländes um einen Campingplatz kompliziert werden würde, hatte sich abgezeichnet. Neben Bund für Umwelt und Naturschutz und Naturschutzbund hatten auch Altlußheimer Bürger die Einrichtung abgelehnt, die Lärm- und Verkehrsbelastung befürchteten. Ein umfangreiches Verfahren wäre nötig gewesen, unter anderem die Änderung des Flächennutzungsplans und artenschutzrechtliche Bewertungen.

Zuschnitt des Geländes verbessern

Nach Gesprächen mit beteiligten Behörden war bereits vor einem Jahr deutlich geworden, dass es keine Plätze für Dauercamper geben werde. Daher hatte die Zweckverbandsleitung um Bürgermeister Gunther Hoffmann vorgeschlagen, in einem ersten Schritt die Liegewiese und den Zeltplatz für Vereine und Jugendliche zu erweitern. Den "flaschenhalsartigen" Zuschnitt dieses Bereiches hatte die Leitung mehrfach als nicht optimal bezeichnet.

Mit der Erweiterung sollte es möglich sein, dass wenigstens zwei bis drei Gruppen gleichzeitig zelten können. Das dafür vorgesehene Gelände sei zurzeit landwirtschaftlich genutzt, der Pachtvertrag aber gekündigt.

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Die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen aus Alt- und Neulußheim wollten vor einem Erweiterungsbeschluss mehr über dessen wirtschaftliche Notwendigkeit erfahren. Neben Norbert Jakobi (CDU Neulußheim) war auch Uwe Grempels (SPD Altlußheim) skeptisch: "Wir verdreifachen die Fläche, ohne einen Nutzen oder den Bedarf an mehr Liegefläche zu erkennen." Der Zweckverband habe schon 30 000 Euro in die Planungen investiert. Für die Freien Wähler aus Altlußheim schloss sich Friedbert Blaschke dieser Auffassung an. Kay Schweikert (CDU Altlußheim) sah durch eine Vergrößerung der Liegewiese die Gefahr, dass die Parkplatzsituation noch angespannter werden könnte. Die Schaffung zusätzlicher Parkplätze könne eher eine Überlegung wert sein.

"30 000 Euro in den Sand gesetzt"

Sven Nitsche (FWV Neulußheim) hatte weniger Bedenken: Er bedauerte, dass die Stimmung im Gremium gegen die Erweiterung kippte, die der Enge mit geeignetem Gelände abgeholfen hätte und eventuell die Kostenseite verbessert hätte.

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Den Verbandsvorsitzenden Gunther Hoffmann wunderte der Stimmungsumschwung: "Hätten wir die Entscheidung schon vor einem Jahr getroffen, hätten wir 30 000 Euro Planungskosten gespart, die haben wir nämlich jetzt gerade in den Sand gesetzt." Norbert Jakobi, der seine Position mit neugewonnenen Erkenntnissen begründete, sah den Zeitpunkt gekommen, nicht mehr weiter zu planen.

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Dr. Holger O. Porath (Grüne Altlußheim), dessen Fraktion von Anfang an gegen die Campingpläne gewesen war, sah den Vorteil, dass "das Fass dann auch geschlossen ist und nichts mehr dazu kommt." Die für die Erweiterung vorgesehenen Mittel könnten anderweitig investiert werden, etwa in sanitäre Anlagen.

Altlußheims Bürgermeister Hartmut Beck war bereit, den Campingplatz abzuhaken, wollte aber nicht auf die Chance verzichten, den Zuschnitt zu verbessern: "Wir könnten an der Stelle Entspannung schaffen. Alles, was hinterm Turm und hinterm Kiosk ist, kann ich nicht als vollwertige Liegefläche bezeichnen." Etwas mehr Platz auf dem Zeltplatz sei mit geringem Aufwand zu schaffen.

Der Beschlussantrag, das Betriebsgelände zu erweitern, wurde zurückgestellt bis zu einer Begehung im kommenden Jahr.