Freiwillige Feuerwehr - Verkehrsunfall bei der Hauptübung simuliert / Polizei und Abschleppwagen beteiligt / Rund 80 Zuschauer verfolgen Geschehen mit großem Interesse Einsatzkräfte retten Verletzte aus Fahrzeugen

Von 
Marion Brandenburger
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Mit dem Spreizer geht es an die verkeilten Autos heran, um die Türen zu öffnen. Die Feuerwehrleute haben ihr Visier am Helm unten – das ist dabei wichtig. © Brandenburger

Altlußheim. Mit Blaulicht und Sirene geht es in Windeseile für die Freiwillige Feuerwehr zum simulierten Einsatz: Ein Autounfall mit zwei Fahrzeugen erwartet die Einsatzkräfte; ein Auto liegt auf dem Dach und ist halb auf dem querstehenden Auto zum Liegen gekommen. Zum Glück ist das kein richtiger Einsatz, sondern nur die Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr, die in der Salierstraße in Höhe der Hausnummer 34 stattfindet.

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Im Auto finden die Feuerwehrleute folgendes Szenario vor: Eine Person sitzt regungslos mit einer Kopfwunde auf dem Fahrersitz, ein Kind bei Bewusstsein auf dem Rücksitz. Im auf dem Dach liegenden Auto sitzt ein Dummie, damit niemand eine halbe Stunde kopfüber in dem verunfallten Fahrzeug liegen muss.

Die Hauptübung stößt bei der Bevölkerung auf großes Interesse, rund 80 Zuschauer aller Altersklassen haben sich eingefunden, um die Rettungsmaßnahmen live zu verfolgen. Kommandant Thorsten Lehrenkrauß begrüßt die Besucher, die respektvollen Abstand zum Szenario halten, und freut sich über das Interesse. Dann kommt die Polizei mit zwei Streifenwagen und übernimmt die Sicherung der Straße. Wenige Minuten nachdem der Notruf abgesetzt worden ist, hört man die Martinshörner und die Einsatzfahrzeuge treffen am Unfallort ein.

Einsatzleiter Kevin Wetzler verschafft sich schnell einen Überblick und bestimmt die Vorgehensweise. Nach dem Rettungsgrundsatz Sichern, Zugang schaffen, lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten und Befreien der Personen mit Übergabe an den Rettungsdienst gehen die Feuerwehrleute zielorientiert ans Werk.

Rauch erschwert die Sicht

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Die Unfallstelle ist in Rauch gehüllt, was die Sicht erschwert. Die Türen der Fahrzeuge sind verklemmt, sodass mit einem Spreizer versucht wurde, sich Zugang zum Fahrzeug zu verschaffen. Das Kind auf dem Rücksitz ist bei Bewusstsein und kann schnell gerettet werden. Schwieriger ist es, den bewusstlosen Fahrer aus dem Auto zu holen.

Ihm wird noch im Innenraum ein Stiffneck zur Stabilisierung der Halswirbelsäule angelegt und er wird vorsichtig herausgehoben. Während mehrere Feuerwehrmänner damit beschäftigt sind, sichern die Kollegen das auf dem Dach liegende Auto, damit es nicht wegrutschen kann. Die auslaufenden Betriebsstoffe werden mit Bindemittel abgestreut und als Vorsichtsmaßnahme die Batterien beider Autos abgeklemmt.

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Derweil sind die Einsatzkräfte auf der anderen Seite damit beschäftigt, die Tür auszuhebeln und das Unfallopfer mit dem „Hängetrauma“ sachte aus dem Fahrzeug zu ziehen. Auch dies ist in kurzer Zeit geschafft. Parallel dazu werden verschiedene Sicherungsmaßnahmen rund um die Unfallstelle getätigt. Als alle Unfallopfer dem Rettungsdienst übergeben worden sind, kommt der Rüstwagen zum Einsatz, der mittels einer Seilwinde das auf dem Dach liegende Fahrzeug vom anderen herunterzieht. Nun gilt es noch, es auf die Räder zu stellen.

Hand in Hand mit Ruhe und Routine

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Einsatzleiter Wetzler erklärt danach den Einsatz für erfolgreich beendet. Für die bestens geschulten Feuerwehrmänner gibt es Applaus der Zuschauer, die mit großem Interesse die Rettungsmaßnahmen verfolgen. 20 Einsatzkräfte sind vor Ort, die mit Ruhe und Routine Hand in Hand arbeiten.

Schnell sind auch zwei Abschleppwagen an der Einsatzstelle, um die Autos abzutransportieren. Die Feuerwehrmänner müssen nun noch die Straße reinigen, dann können die Gerätschaften verstaut werden und die Hauptübung 2019 ist erfolgreich absolviert worden.

Freie Autorenschaft Marion Brandenburger ist seit 2004 freie Mitarbeiterin der SZ/HTZ für Altlußheim und Umgebung sowie für die Bereiche Kultur, Vereine und Kirche.