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Gemeinderat

Für die Gemeinde beginnt eine neue Zeitrechnung

Mit einem umfassenden Zahlenwerk hatte sich der Altlußheimer Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zu befassen: der Eröffnungsbilanz mit Stichtag 1. Januar 2020.

Von 
Andreas Wühler
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Für die Eröffnungsbilanz wurden sämtliche Vermögenswerte der Gemeinde bewertet. Der Friedhof steht mit gut 750 000 Euro in der Bilanz. Im Rat war er nochmals bei den Anfragen Gegenstand, Dr. Holger O. Porath (Grüne) wollte wissen, ob es möglich sei, mehr Bäume auf ihm zu pflanzen. Was Bürgermeister Grempels bejahte. © Jungbluth

Altlußheim. Mit einem umfassenden Zahlenwerk hatte sich der Rat bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zu befassen: der Eröffnungsbilanz mit Stichtag 1. Januar 2020. Mit diesem Datum begann für die Gemeinde eine neue Zeitrechnung, der Wechsel von der Kameralistik hin zum Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) mit seiner doppelten Buchführung (Doppik). Nun wurde der fehlende Schlussstein nachgereicht, die notwendige Eröffnungsbilanz.

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Bürgermeister Uwe Grempels bedankte sich beim Einstieg in den Tagesordnungspunkt bei der Kämmerei, Nico Franek und Dieter Büchel, sowie bei den Mitarbeitern des Bau- und Hauptamts für die Fleißarbeit. Diese war durch die Einstellung von Nico Franek im September vergangenen Jahres ermöglicht worden. Franek ist der designierte Nachfolger von Kämmerer Dieter Büchel, der Ende des Jahres nach über 40 Dienstjahren in den Ruhestand geht. Die überlappende Einstellung von Franek dient mit dazu, dass Büchel Zeit hat, ihn in die Gegebenheiten der Gemeinde einzuführen und Franek sich in die Arbeiten für die Eröffnungsbilanz vertiefen konnte.

Akribische Fleißarbeit

Eine akribische Fleißarbeit, die jeder nachvollziehen kann, der einen Blick in die Dokumentation zur Eröffnungsbilanz wirft. Wie Franek darin ausführt, ist das Hauptelement des NKHR die Doppik, die doppelte Buchführung, die in der Wirtschaft schon immer angewendet wird. Bei ihr wird jede Position gegengebucht und damit es keine losen Fäden gibt, braucht es eine Eröffnungsbilanz, in der sämtliche Vermögenswerte und die Schulden aufgelistet sind. Kurzum, jeder Stein im Ort wurde umgedreht, um so am Ende den Wert der Gemeinde beziffern zu können.

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Die Eröffnungsbilanz hat ein Volumen von 43 Millionen Euro. Auf der Aktivseite gliedert sich dieses in 38 Millionen Euro Sach- und fünf Millionen Euro Finanzvermögen. Auf der Passivseite stehen dem Eigenkapital in Höhe von 30 Millionen Euro, knapp zehn Millionen Euro Sonderposten und gut drei Millionen Euro an Verbindlichkeiten gegenüber.

Wirft man einen Blick auf das Sachvermögen in Höhe von 38 Millionen Euro, so unterteilt sich dies in verschiedene Bereiche, beispielsweise in unbebaute Grundstücke mit einem Ansatz von 6,3 Millionen, 13,8 Millionen für bebaute Grundstücke und 15,6 Millionen Euro Infrastrukturvermögen. Mit anderen Worten – jeder Acker, jede Wiese, Wald- und Grünflächen mussten bewertet und bei den bebauten Grundstücken der Wert der Gebäude ermittelt werden. Zum Infrastrukturvermögen wiederum zählen Straßen, Wege, Plätze oder Kanäle, denen gleichfalls ein materieller Wert zugeordnet werden musste. Wobei sich Franek an die Bewertungsgrundsätze der Gemeindehaushaltsverordnung hielt und, wo möglich, den vorsichtigeren Ansatz wählte. Gelistet wurden ferner Maschinen, technische Anlagen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung oder beispielsweise Kulturdenkmäler – hier liegt der Ansatz bei null.

Der zweite große Brocken der Aktiva stellt das Finanzvermögen mit rund fünf Millionen Euro da. Neben den Beteiligungen bei Zweckverbänden, 1,16 Millionen Euro, und Forderungen bilden dabei die liquiden Mittel mit rund 3,5 Millionen Euro den Löwenanteil.

Während die Aktivseite der Bilanz die Mittelverwendung abbildet, zeigt die Passivseite deren Herkunft auf. Größter Brocken ist dabei das Eigenkapital oder Basiskapital mit rund 30 Millionen Euro. Es wird jedes Jahr in den Abschlüssen neu ermittelt und bildet sich aus der Differenz zwischen dem Vermögen auf der Aktiv- und den Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie Sonderposten auf der Passivseite.

Wie sich Schulden, aktuell rund 3,1 Millionen Euro oder gut 506 Euro pro Einwohner, und das Eigenkapital verändern, wird künftig in den Jahresrechnungen abgebildet, deren Basis die nun erstellte Eröffnungsbilanz ist.

Die in der Ratssitzung nur knapp zur Kenntnis genommen jedoch einstimmig gebilligt wurde. „Wir haben sie drei Stunden in nicht öffentlicher Sitzung in aller Tiefe erörtert“, stellte. Dr. Holger O. Porath (Grüne) fest, der zu dem Werk keine Anmerkungen mehr hatte, seine Zustimmung gab. Klaus Oettinger (FWV) dankte für die Berechnungsgrundlage. Nun sei der Haushalt nicht mehr auf Schätzungen angewiesen, doch müsse sich der Rat nun auch an den ermittelten Kennzahlen messen lassen, Stichwort finanzielle Nachhaltigkeit.

Solide Berechnungsgrundlage

Dr. Marco Veselka (CDU) dankte der Verwaltung für den großen Aufwand, der sich jedoch gelohnt habe. Der Gemeinderat habe nun eine solide Basis für seine Beratungen. Obendrein würden die Zahlen noch gut aussehen. Dem stimmte Dieter Hoffstätter (SPD) zu, der betonte, dass die Vermögenswerte überwiegend auf sozialen Einrichtungen bestehen würden, von der Schule über das Bürgerhaus und die Kindergärten bis hin zum Blausee. Besonders freute ihn, dass dem Vermögen nur 3,1 Millionen Euro an Schulden gegenüberstehen – „Altlußheim hat nicht auf Pump gelebt, sondern eine Finanzpolitik des soliden Vermögensaufbaus betrieben.“

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