Lamdtagswahl 2021 - Wissenschaftsministerin Theresia Bauer informiert sich bei der Firma Metasystems über deren Tätigkeitsfeld / Gesundheitssektor gewinnt an Bedeutung Innovations-Campus für Region schaffen

Von 
Andreas Wühler
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Dr. Andre Baumann (v. l.), Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Dr. Christian Schunck und Dr. Andreas Plesch von der Firma Metasystems, Bürgermeister Uwe Grempels und Gemeinderat Dr. Holger O. Porath. © Norbert Lenhardt
Boston, Hongkong, Altlußheim – eine Verknüpfung, die selbst Bürgermeister Uwe Grempels nicht leicht über die Zunge geht, die dennoch ihre Berechtigung hat: In der 1. Industriestraße hat eine Firma ihren Sitz, die nicht nur der Landtagskandidat der Grünen im hiesigen Wahlkreis, Dr. Andre Baumann, zu den „Hidden Champions“ zählt. Auch seine Fraktionskollegin aus dem benachbarten Wahlkreis Heidelberg, Wissenschaftsministerien Theresia Bauer war bei ihrem Besuch am Dienstagabend von dem innovativen Unternehmen mit seinen rund 150 Mitarbeitern begeistert.

Altlußheim. Metasystems ist auf dem Gebiet der Automatisierung mikroskopischen Bildgebungsverfahren tätig und zählt in erster Linie Labors zu seinen Kunden. Wobei Dr. Andreas Plesch, Managing Director der Firma, diese Aussage gleich präzisierte: So gut wie jedes Labor in Deutschland arbeitet mit der Altlußheimer Hightech-Schmiede zusammen und in den anderen Ländern Europas sieht die Quote nicht schlechter aus.

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Sehr zur Freude der Ministerin, in deren Augen die Automobilindustrie im Land längst nicht mehr das einzige Standbein der Wirtschaft ist – „dem Gesundheitssektor kommt wachsende Bedeutung zu.“ Und wegen der Dichte und Qualität der im Rhein-Neckar-Raum angesiedelten Firmen und Universitäten komme diesem Gebiet besondere Wichtigkeit zu, betonte Bauer, die in der Region einen Innovations-Campus etablieren will.

Mit der Analyse von Chromosomen fing die Erfolgsgeschichte von Metasystems an, deren Produkte in der Krebs- und Pränataldiagnostik mittlerweile unverzichtbar sind. In den 35 Jahren seit der Gründung kamen weitere Felder hinzu, merkte Dr. Christian Schunck an und verwies auf das Gebiet der Mikrobiologie, auf dem das Unternehmen mit der automatisierten Auswertung und Digitalisierung von mikroskopischen Aufnahmen vertreten ist. Systeme zur Bestimmung von Tuberkulose oder Malaria sind hier nur zwei Beispiele. Selbst in der Forensik oder im Strahlenschutz ist die Firma aktiv. Wobei dem Einsatz künstlicher Intelligenz immer mehr Bedeutung zukommt.

Der Landtagskandidat Dr. Baumann konnte den erzielten Fortschritt aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Bei seiner Doktorarbeit, schilderte er, saß er nächtelang vor dem Mikroskop und hat Proben auf Pollen hin untersucht. Dank des Innovationsgeistes der Firma Metasystems gehören solche zermürbende Arbeiten mittlerweile der Vergangenheit an. Die mikroskopischen Bilder werden mittels künstlicher Intelligenz automatisiert bearbeitet und ausgewertet.

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Eine 35 Jahre währende Erfolgsgeschichte des von Thomas Lörch, 1986 gegründeten Unternehmens, das seinen Anfang mit dessen Doktorarbeit an der Uni Heidelberg hatte und dessen erste Generation noch heute im Unternehmen aktiv ist. Auch der Fortgang des Unternehmens ist gesichert, Dr. Plesch sprach von dem Vorhaben, es in eine Stiftung zu überführen.

Gesundes Wachstum

Besonders stolz ist man bei Metasystems auf das stete Wachstum des Unternehmens, das von Altlußheim aus die Welt eroberte und dessen Expansion immer mit eigenen Mitteln finanziert wurde. Heute zählt es 150 Mitarbeiter, zwei Drittel davon mit Uni-Abschluss, die Hälfte promoviert, das Gros sind Biologen, und ist somit auch für die Gemeinde ein wichtiger Partner als Arbeitgeber und Steuerzahler.

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Was Bauer zum einen von einem hochspannenden Thema mit einer hohen Dynamik sprechen ließ, zum andern zur Frage führte, wie die Politik der Firma helfen könne. Man sei ziemlich autark, so Plesch, der auf das schlanke Management verwies, in dem Entscheidungen schnell getroffen würden und auf die soliden Finanzen, man sei nicht von Geldgebern abhängig. Einzig die zunehmende Regulierungsflut, die zahlreichen Vorschriften aus der EU, machten der Firma das Leben schwer.

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