Zweckverband Lußheim - Verbandsversammlung blickt auf "zufriedenstellende" Badesaison am Blausee mit 83 336 Besuchern zurück / Erweiterung angestrebt Mehr Platz zum Liegen und Campen?

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Matthias Mühleisen
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Alt-/Neulussheim. Das Prädikat "zufriedenstellend" verlieh Betriebsleiter Bodo Roß der Badesaison 2012 am Blausee. 83 336 Besucher registrierten Roß und sein Team in der Freizeitanlage - immerhin fast 20 000 mehr als im "eher schlechten" Jahr 2011 mit rund 64 000 Badegästen. Weil mit besserem Wetter zwischen Mai und Juli aber auch wesentlich größerer Andrang hätte herrschen können, hat die Verbandsversammlung des Zweckverbands Lußheim als Träger beschlossen, die Erweiterung des Freizeitgeländes anzugehen.

Ungünstiger "Stufenschnitt": Die rot umrandete Erweiterungsfläche von 4,1 Hektar soll mehr Platz für Badegäste und eventuell einen Campingplatz schaffen.

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Dessen aktueller Zuschnitt sei nicht optimal, erläuterte Verbandsvorsitzender Gunther Hoffmann. Der stufenförmige Grenzverlauf enge die Liegefläche im vorderen Bereich stark ein, so der Neulußheimer Bürgermeister, weshalb mehrere Gründe für die Vergrößerung des zurzeit 15,1 Hektar großen Areals um 4,1 Hektar sprächen. Unter anderem könnte nur dann der Campingplatz realisiert werden, der seit Jahren immer wieder angesprochen werde.

Gelände gehört Altlußheim

Weil das Gelände im Eigentum der Gemeinde Altlußheim ist, stellt die Verbandsversammlung dort den Antrag, die aktuellen Pachtverhältnisse auf den betroffenen Ackergrundstücken zu kündigen und den Bereich dem Zweckverband zur Verfügung zu stellen. Erste Gespräche mit dem Regierungspräsidium seien positiv verlaufen.

Ines Schweickert (CDU Altlußheim) sprach den Schilfgürtel auf der Erweiterungsfläche an und fragte, ob die Bodenbeschaffenheit die beabsichtigte Nutzung überhaupt erlaube. Gunther Hoffmann äußerte sich zuversichtlich, zumal das Schilf erhalten bleiben solle.

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Bei einer Neinstimme von Uwe Grempels (SPD Altlußheim) beschloss die Versammlung, ein Planungsbüro mit vorbereitenden Arbeiten für ein Bebauungsplanverfahren zu beauftragen. Für maximal 32 000 Euro soll das im Beschlussvorschlag genannte Büro WSW und Partner aus Kaiserslautern oder ein anderes - zwei Vergleichsangebote sollen eingeholt werden - die Grundlagen schaffen.

Planungskosten umstritten

Möglicherweise könnten Kosten gespart werden, indem das Büro, das im Flächennutzungsplan-Verfahren beauftragt war, auf vorhandene Daten zurückgreifen kann. Gunther Hoffmann unterstrich, dass das genannte Honorar die Maximalforderung sei, wenn das Verfahren in allen Bereichen durchgeführt werden müsse. Die Erweiterungsfläche liegt in einem Vogelschutzgebiet und kreuzt einen Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Schutzgebietsstreifen. Altlußheims Bürgermeister Hartmut Beck fand die im Angebot im Bereich Umwelt aufgeführten Leistungen "deutlich am oberen Rand", Uwe Grempels war der Vorschlag "zu ungenau".

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Unstrittig und ganz klar waren dagegen die Zahlen des Jahresabschlusses 2011 des Zweckverbands, den die Versammlung nach dem Vortrag von Verbandsrechner Andreas Emmerich einstimmig feststellte. Demnach hat der Verband im vergangenen Jahr ein Defizit von 223 000 Euro erwirtschaftet, was als "Zuschuss 2011" ausgewiesen wird.

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Während die Abwasseranlage und der Häckselplatz laut Emmerich "fast perfekt" die Ansätze eingehalten hätten, seien beim Blausee die mit 185 000 Euro kalkulierten Eintrittsgelder um 41 000 Euro unterschritten worden. Dagegen seien Personal- (rund 150 000 Euro) und Materialaufwand (92 000 Euro) unter den Ansätzen geblieben.

Auch wenn Bodo Roß mit dem Formtief des Sommers nicht zufrieden war, hatte er doch Positives für die Bilanz. So seien die 14-tägigen Wasserqualitätsprüfungen sehr zufriedenstellend verlaufen und Badeunfälle komplett ausgeblieben.

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer