Die Grünen - Fraktion spricht sich gegen Campingplatzpläne aus "Platz so nicht immer nutzbar"

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Altlußheim. Westlich des Seegeländes soll eine Fläche für die Nutzung als Saisoncampingplatz neu erschlossen werden. Aufgrund der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit liegen noch bis morgen, Freitag, die Planunterlagen zur Einsicht im Rathaus aus. Anregungen und Bedenken können schriftlich oder mündlich zur Niederschrift vorgebracht werden.

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Die Grünen setzen sich für den Erhalt des Blausees und der näheren Umgebung in der jetzigen Form ein und haben sich daher als einzige Fraktion gegen den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans Sondergebiet "Campingplatz Blausee" ausgesprochen - aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes sowie wegen der bislang unklaren Kostenlage. Fraktionssprecher Dr. Holger O. Porath sagt: "Wir sehen eine zunehmende Gefährdung der Fauna und Flora bei der Verwirklichung des Projektes. Zumal das geplante Areal inmitten eines Europäischen Vogelschutzgebiet liegt und an FFH-Gebiete angrenzt."

Überflutung durch Druckwasser

"Das geplante Camping-Areal wird zudem regelmäßig von Druckwasser aus dem Rheinbogen überflutet, was dazu führen kann, dass der Platz ohne größere Maßnahme nicht immer nutzbar sein wird", spricht sich auch Heike Roll gegen die geplante Umsetzung aus. Während gut besuchter Badetage komme es jetzt schon zu Parkengpässen, die die Badegäste bis in den Ort zum Parken zwingen, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Diese Situation werde durch den Campingplatz noch verschlechtert. Zumal die Camper sicherlich auch grillen und Musik hören wollten, was zu einer Dauer-Belästigung der Anwohner der Friedensstraße führe.

"Keine Sanitäranlagen geplant"

Auch für Claudia Kohpeiß erhöht der geplante Campingplatz nicht die Attraktivität des Blausees. Gerade durch die Nähe zum Damm, der von vielen Bürgern genutzt wird, würde er das bislang schöne Landschaftsbild des Sees und seiner Umgebung verschlechtern. Auf dem Campingplatz seien bislang keine Sanitäranlagen geplant, so dass die Camper die vorhandenen Anlagen im Bereich der Blauseekasse nutzen müssten, schreibt die Fraktion weiter. "Um den Campingplatz attraktiv zu machen, müssten diese jedoch zunächst erneuert oder saniert werden, was zu einer Erhöhung der Umsetzungskosten für die Gemeinde führen wird."

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Auch ein eventueller Bau von Sanitäranlagen auf dem Campinggelände führt zu erheblichen Mehrkosten, so die Grünen. Bislang liegen den Gemeinderäten, trotz Nachfragen, keinerlei Informationen einer Kosten-Nutzen-Rechnung vor - einer der Gründe, weshalb sie sich gegen die Umsetzung aussprechen. zg