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Freiwillige Feuerwehr - Rückkehr nach fünf Monaten

Wie eine betagte Feldküche aus Altlußheim viele Helfer im Ahrtal versorgte

Von 
Marion Brandenburger
Lesedauer: 
Die Feldküche im Einsatz vor der Klinik, bei dem die Helfer mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden. Aus Dankbarkeit haben sie alle die „Lady“ signiert und mit einem großen „Danke“ verziert (siehe Bild links). © Krauth

Altlussheim. „Wie eine betagte Feldküche viele Helfer im Ahrtal versorgte“ – eine nachweihnachtliche Geschichte von einem Dorf am Rheinbogen und einer Stadt im Ahrtal. Genauer gesagt, geht es um Altlußheim und Ahrweiler und die verheerenden Schäden nach der Flutkatastrophe dort.

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Vor der Stadtmauer von Ahrweiler befindet sich die Dr. von Ehrenwall´sche Klinik für Psychiatrie und die Fluten haben auch dort schwerste Schäden angerichtet.

Der Altlußheimer Ralf Krauth hörte über freundschaftliche Kontakte zum dortigen Geschäftsführer der Klinik, Prof. Dr. Christoph Smolenski, wie groß die Not war und teils immer noch ist. Kurzerhand fuhr er damals gleich hin und half bei den ersten Aufräumarbeiten.

Bürgermeister weiß Rat

Dabei wurde Krauth schnell klar, dass es mehr braucht als nur helfende Hände, die Schlamm wegschippen. Die Helfer mussten auch versorgt werden. Er rief den Altlußheimer Bürgermeister Uwe Grempels an, ob er eine Idee hätte. Dieser fragte kurzerhand bei der Freiwilligen Feuerwehr nach, die doch eine Feldküche habe. Diese sei zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber man könne in vier großen Kammern sehr gut Essen zubereiten, wie er wusste.

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Kommandant Thorsten Lehrenkrauß mobilisierte seine Kameradinnen und Kameraden und mit Hilfe von Bauer Florian Schmidt, der das mobile Kochgerät mittels eines Gabelstaplers auf einen Hänger bugsierte, konnte der Transport nach Ahrweiler starten.

Fünf Monate stand die Feldküche vor der Klinik und versorgte Helfer und Klinikpersonal mit warmem Essen. Für die Kochcrew der Klinik war es schon eine Umstellung, in dem mit Holzfeuer geheizten Teil ein schmackhaftes Essen zuzubereiten, aber die Versorgten lernten schnell, sich über Eintöpfe und „One-Pot-Pasta“ zu freuen.

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Ralf Krauth sorgte noch in den Tagen vor Weihnachten zusammen mit den Verantwortlichen der psychiatrischen Einrichtung für eine Geschenkeaktion, bei der die Mitarbeiterkinder der Klinik beschenkt werden konnten. Zwei Tage vor Weihnachten wurde die „Good old red Lady“ wieder nach Altlußheim zurückgeholt.

Ein kleiner Beitrag

Uwe Grempels und Thorsten Lehrenkrauß fuhren nach Ahrweiler und holten die Feldküche ab, nachdem sie dort nicht mehr gebraucht wird. „Es sieht immer noch schlimm dort aus“, äußerte sich der Feuerwehrkommandant sehr berührt. Immerhin konnte man von hier aus ein bisschen helfen und das gibt allen Beteiligten ein gutes Gefühl.

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Freie Autorin Marion Brandenburger ist seit 2004 freie Mitarbeiterin der SZ/HTZ für Altlußheim und Umgebung sowie für die Bereiche Kultur, Vereine und Kirche.

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Die Bilder und zahlreichen Schicksale lösten eine Welle der Hilfsbereitschaft in ganz Deutschland aus – so auch bei den Rotariern in Hockenheim, die in engem Kontakt mit dem Rotary Club Adenau-Nürburgring standen. Sammlung organisiert {element} Da es zuerst und vor allem an Geld fehlte, um die dringend erforderliche Unterstützung der Menschen in Form von Trinkwasser, Nahrung, Kleidung und Hygieneprodukten zu gewährleisten, organisierte der Hockenheimer Club innerhalb weniger Tage ein Jazzfrühstück vor dem Restaurant Rondeau, bei dem 10 000 Euro zusammenkamen und an den Rotary Club an der Ahr überwiesen werden konnten. Im Anschluss kam ein Kontakt mit Joe Herrmann aus Oftersheim und seiner Initiative der „Ahrschipper“ zustande, die seit fünf Monaten an den Wochenenden mit Bussen freiwillige Hilfskräfte ins Ahrtal bringt. {furtherread} Aber Geld und selbst tatkräftigte Hilfe durch Freiwillige sind in einer solchen Katastrophe nicht ausreichend. Außer den dringend erforderlichen Aufräum- und Wiederaufbaumaßnahmen haben es die Helfer mit schwer traumatisierten Bewohnern der Ahrtal-Gemeinden zu tun, mit überforderten Familien, denen selbst die Organisation des eigenen Lebens unfassbar schwerfällt. Menschliche Unterstützung Neben psychologischer Betreuung bedarf es hier vor allem einer menschlichen Unterstützung und Begleitung, die den Weg hin zu einer gewissen Normalität ebnet. Es entstand der Plan der Rotarier vor Ort, in besonderen Härtefällen Patenschaften für Familien im Ahrtal zu vermitteln. „Es geht entscheidend um das Gefühl: Wir sind nicht allein, ich kann mit jemandem sprechen, damit die Menschen wieder Hoffnung und die Kraft finden können, nicht aufzugeben“, berichtet Dieter List, Mitglied der Arbeitsgruppe im Rotary Club Hockenheim, die sich dieser besonderen Verpflichtung angenommen hat. „Nach den Soforthilfen der letzten Monate wollen wir jetzt den Familien Halt, Zuversicht und aktive Unterstützung geben, um wieder auf die Beine zu kommen.“ Gedacht ist dabei vor allem an organisatorische Unterstützung im Zusammenhang mit der Vergabe von Baugutachten und der baulichen Maßnahmen an den zerstörten Häusern sowie die Unterstützung bei Anträgen für finanzielle Hilfen durch den Staat, aber auch durch andere Leistungsträger wie Versicherungen oder Hilfsfonds. Angesichts der nicht zu unterschätzenden psychischen und sozialen Schäden, die die Flut aus dem Juli in den Familien der Opfer angerichtet hat, soll die konkret erfahrbare menschliche Nähe Verzweiflung ab- und verlorengegangenes Vertrauen wieder aufbauen. Im November dieses Jahres hat der Rotary Club die Patenschaft für Familie Schmidt aus Antweiler an der Ahr übernommen. Dazu hat der Club ein Team zusammengestellt, zu dem neben Clubmitgliedern auch der Lebenspartner einer Rotarierin gehört, der in räumlicher Nähe zum Ahrtal eine Anwaltskanzlei betreibt. Auf diese Weise ist stets der persönliche Kontakt hergestellt. Das Haus, in dem Familie Schmidt noch immer lebt, liegt etwa fünf Meter über dem normalen Wasserstand der Ahr. Im Erdgeschoss lebte die 95-jährige Großmutter, bis die Flut die Wohnung vollständig überschwemmte. Die alte Dame konnte sich in den ersten Stock in Sicherheit bringen, bis für sie und den Rest der Familie Hilfe eintraf. Geblieben sind massive Schäden am Haus und der Verlust großer Mengen an Möbeln, Elektrogeräten und Hausrat, insbesondere des Autos der Familie und des Fahrrades des 14-jährigen Sohnes. Bei einem ersten Kennenlernen stellten die Hockenheimer Rotarier sich der Familie vor. Schnell war ein warmherziger Kontakt aufgebaut, und den Helfern aus Hockenheim wurde klar, wie nötig vor allem menschliche Zuwendung ist. Gemeinsam sichtete man die Schäden und konnte schnell erkennen, dass in nächster Zeit vor allem bauliche Maßnahmen und deren gutachterliche Vorbereitung im Vordergrund stehen werden. Hierfür hat der Rotary Club inzwischen bereits Mittel bereitgestellt, die rasche Hilfe ermöglichen sollen, wo staatliche Unterstützung (noch) nicht verfügbar ist. Der zweite Besuch der Rotarier im Ahrtal am 7. Dezember stand schon ganz im Zeichen von Weihnachten. Der Club schenkte dem Sohn der Familie Schmidt ein neues Fahrrad, mit dem er begeistert erste Runden drehte. Für die ganze Familie gab es einen Essensgutschein für ein Weihnachtsessen in einem örtlichen Restaurant und Christstollen, um trotz der düsteren Umstände ein wenig Weihnachtsstimmung zu zaubern. Und das gelang: „Zum ersten Mal hat die Oma wieder ein Lächeln im Gesicht“, sagte Vater Wilhelm Schmidt sichtlich gerührt. Mit dabei war auch Gaby Richrath, die Ehefrau des örtlichen Bürgermeisters: „Diese Flut hat auch noch etwas ganz Besonderes gebracht“, bemerkte sie. „Viel Menschlichkeit!“ Im weihnachtlichen Sinne der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe kann eine Spende ein besonderes Geschenk sein. Gerne nimmt der Rotary Club Spenden für die weitere Unterstützung von Familie Schmidt aus dem Ahrtal entgegen. zg

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