Was macht eigentlich? - Hartmut Beck war 16 Jahre Bürgermeister in Altlußheim / 2018 musste er sein Amt abgeben / Umzug innerhalb der Gemeinde schneller als geplant „Zeit für uns“ – und mit Enkel Maximilian

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Franz Anton Bankuti
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Hartmut Beck war Bürgermeister, genießt nun den Ruhestand mit der Familie und hat Ehrenämter inne. © Beck

Altlußheim. Sie haben sich von Anfang an in der Kurpfalz wohlgefühlt, wollten deshalb bleiben und sind geblieben – auch nach einer beruflichen Veränderung. Katja und Hartmut Beck sind in den letzten fast genau zwei Jahrzehnten zu echten Altlußheimern geworden und fühlen sich in der Gemeinde am Rheinbogen so heimisch und wohl wie von Anfang an. Die Kurpfalz hatten sie ja für einige Jahre schon früher kennengelernt, als Hartmut Beck bei der Verwaltung der Stadt Mannheim tätig war. Als dann die Stelle des Bürgermeisters in Altlußheim ausgeschrieben war, entschied sich Hartmut Beck, hier zu kandidieren und, um mit dem bekannten Zitat von Cäsar zu sprechen: Er kam, er sah, er siegte.

Zur Person: Hartmut Beck

Hartmut Beck ist 58 Jahre alt und kommt aus Krautheim (Hohenlohekreis, zwischen Schöntal und Bad Mergentheim). Er ist mit Katja Beck verheiratet, hat eine Tochter Jacqueline und ist mittlerweile Großvater von Maximilian (1). Er war 16 Jahre Bürgermeister von Altlußheim.

Er machte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg im Jahr 1986 sein Staatsexamen. Er war dann zwei Jahre bei der Stadt Mannheim im Liegenschafts- und Personalamt tätig. Im Mai 1989 wechselte er als Leiter des Steuer- und Liegenschaftsamtes zur Stadt Lauffen am Neckar.

Im Dezember 1991 trat Beck die gleiche Stelle nur bei der Gemeinde Schöntal an. Sieben Jahre später wurde er vom dortigen Gemeinderat zum Fachbeamten für das Finanzwesen gewählt.

Bei der Bürgermeisterwahl in Altlußheim setzte er sich im Januar 2002 mit 68,64 Prozent im zweiten Wahldurchgang gegen den damaligen Hauptamtsleiter René Hoffmann durch.

Bei seiner Wiederwahl im Januar 2010 holte er 87,1 Prozent der Wählerstimmen. Damit ließ er Heinrich Stürtz (4,1 Prozent) und Thomas Klußmann (8,5 Prozent) hinter sich.

Bei der Bürgermeisterwahl 2018 verlor Hartmut Beck gegen seinen Herausforderer Uwe Grempels (57,63 Prozent). sz

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Schon Wochen später rollte der Möbelwagen von Schöntal im Hohenlohekreis an und Katja und Hartmut Beck wurden zusammen mit Tochter Jacqueline zu Kurpfälzern. „Unsere Tochter ist jetzt zwar im bayrischen Straubing, aber wir fühlen uns nach wie vor hier am Rheinbogen wohl“, strahlt Hartmut Beck.

Gewiss, Hartmut Beck weiß, dass manche erstaunt fragen, ob „die Becks“ immer noch hier wohnen. „Aber selbstverständlich“, gibt Beck da gerne schlagfertig zur Antwort. Die Frage mag natürlich daher kommen, dass vor drei Jahren eine gewisse „Zäsur“ in Hartmut Becks Altlußheim-Zeit entstand. Im Jahre 2002 wurde er zum Bürgermeister gewählt, acht Jahre wurde er in diesem Amt bestätigt. Auch im Jahre 2018 stellte er sich zur Wahl, eine knappe Mehrheit der Altlußheimer Wähler stimmte für einen Wechsel nach zwei Amtszeiten. Also in etwa eine kleine „Altlußheimer Tradition“, auch die Amtsvorgänger Gerhard Zahn und Ewald Hestermann standen jeweils für zwei Amtsperioden an der Spitze der Gemeindeverwaltung.

Drei Jahre sind zwischenzeitlich ins Land gezogen. „Natürlich war ich damals enttäuscht, aber danach zeigten sich schnell neue Perspektiven in verschiedener Hinsicht“, blickt Beck heute im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Man könnte sich an Eugen Roth’s Gedicht erinnern: „Ein Mensch blickt in der Zeit zurück, und sieht, sein Unglück war sein Glück“, ein Gedanke übrigens, den wir ähnlich bereits bei Christian Morgenstern lesen können. So will Hartmut Beck die Situation allerdings nicht sehen, schließlich könne man ja nicht von einem „Unglück“ sprechen, wenn man nicht gewählt wird, denn als Wahlbeamter ist man sich stets der Tatsache bewusst, dass man ein Amt auf Zeit hat. Und Beck ist selbstbewusst genug, darauf zurückzublicken, was er in und für die Gemeinde in seiner Amtszeit geleistet und in die Wege geleitet hat.

Freie Einteilung für sein Ehrenamt

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Der rathäusliche Schreibtisch war bald geräumt, die Arbeit ist Beck aber nie ausgegangen, jetzt konnte er sich ehrenamtlich engagieren, wozu früher keine Zeit war. Bewusst wählte er den Ruhestand, der ihm die Möglichkeit zur freien Einteilung seiner Ehrenämter gab. Was aber nicht heißen soll, dass er nicht für neue Herausforderungen offen ist. Stillstand gibt es, wie auch in seiner Amtszeit, für Beck nicht.

Als stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer des Trägervereins des Altenheims St. Elisabeth in Hockenheim, das ja zur Zeit baulich verändert beziehungsweise erweitert und neu gebaut wird, ist er mit Verhandlungen und Gesprächen voll beschäftigt. Ebenso hat Hartmut Beck den stellvertretenden Vorsitz des Fördervereins des Hospiz Agape in Wiesloch, hier obliegt ihm das Aktions- und Veranstaltungsprogramm, die Kontakte und Gespräche mit Sponsoren und Interessenten. Außerdem unterrichtet er in einer großen Qualifizierungseinrichtung für Jugendliche in Mannheim und kann hier seinen reichen Erfahrungsschatz aus seiner Tätigkeit einbringen.

Wegzug stand nicht zur Debatte

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„Und außerdem sind wir jetzt Großeltern und Teil einer niederbayrischen Großfamilie“, strahlen Katja und Hartmut Beck um die Wette. Der kleine Maximilian ist eineinhalb Jahre alt und lebt mit seinen Eltern im niederbayrischen Straubing, dort ist die Beck-Tochter Jacqueline als Psychologin im Maßregelvollzug tätig.

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Wegziehen von Altlußheim stand für die Becks nicht ernsthaft zur Debatte, hier hatte man sich damals bestens eingelebt, hier hat man viele Freunde und Bekannte und die Aufgeschlossenheit der Kurpfälzer kommt den Becks vom Naturell her entgegen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man auch gerne in das heimatliche Schöntal und Jagsttal bei Krautheim fährt. Dort leben die Eltern von Katja und Hartmut Beck und die Fahrten zum Enkelsohn nach Straubing ergänzen die regelmäßigen Besuche des kleinen Maximilian bei Oma und Opa Beck in Altlußheim. Dass die Becks schneller als geplant innerhalb der Gemeinde umgezogen sind, lag an einem zufälligen interessanten Wohnungsangebot. Denn jetzt befindet sich die gesamte Wohnfläche auf einer Ebene, dafür musste sich das Ehepaar von seinem selbst erbauten Haus im Herzen des Orts trennen.

Ehepaar gerne bei Festen dabei

„Wir haben mehr Zeit für uns als in den Jahren zuvor, dafür sind wir dankbar und wir nutzen sie auch neben all den Aktivitäten ganz individuell“, fasst Hartmut Beck zusammen, nicht ohne den derzeit notwendigen und üblichen Zusatz: „Soweit das in Corona-Zeiten möglich ist“.

Dass man bei Festivitäten und Feierlichkeiten in Altlußheim nach wie vor gerne mit dabei ist, betont das Ehepaar Beck und bedauert natürlich umso mehr, dass auch in dem nun beginnenden Jahr bereits erste Absagen das kulturelle und gesellschaftliche Leben Altlußheims einzuschränken beginnen.