18 Bewohner im Brühler Seniorenzentrum infiziert

Von 
Ralf Strauch
Lesedauer: 
Zwei der insgesamt fünf Wohngruppen stehen derzeit im B+O-Seniorenzentrum wegen Corona-Infektionen unter Quarantäne. © strauch

Brühl. „Meine Mitarbeiter haben in den vergangenen Monaten schier Unmögliches möglich gemacht, um über ein Jahr das Coronavirus nicht ins Haus kommen zu lassen“, erklärt Klaus Oldewurtel, Geschäftsführer des B+O-Seniorenzentrums. Und trotz aller Sicherheitsvorkehrungen habe das Virus jetzt doch seinen Weg gefunden. Man spürt, wie ihm die Situation, dass am Wochenende mehrere Bewohner positiv getestet worden sind (wir berichteten) , unter die Haut geht, wie betroffen er ist.

AdUnit urban-intext1

Am Freitag hatte eines der sieben Teams, die permanent im Haus unterwegs seien, um Bewohner, Mitarbeiter und Besucher auf Corona zu untersuchen, bei einem Schnelltest positive Ergebnisse erkannt. „Wir haben daraufhin sofort das Haus geschlossen und die Hilfe des Gesundheitsamtes angefordert, die unsere Tests im Laufe des Sonntags mit den genaueren PCR-Tests leider bestätigt haben“, fasst Oldewurtel die Chronik der Tage zusammen.

„Angehörige schnell informiert“

Mit diesem Wissen in der Hand hätten sich alle Kräfte sofort daran gemacht, die Angehörigen telefonisch über die Situation zu informieren. Auch Besuchern, die zwischen dem ersten Befund und der Bestätigung vergeblich versucht hatten, ins Haus zu kommen, habe man über den Corona-Verdacht offen informiert. „Wir wollen nichts verschleiern, es geht uns um die Gesundheit der Menschen, die uns anvertraut sind“, bekräftigt der Heimleiter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Und das mache man nicht erst seit dem positiven Test, sondern schon von Anfang an. „Alle zuständigen Stellen haben meinen Mitarbeitern seit 25 Jahren beste Beurteilungen ausgestellt, weil wir insgesamt nicht nur das Vorgeschriebene gemacht haben, sondern uns mit Pflegepersonal, mit Haus- und Betriebsärzten und allen anderen Mitarbeitenden noch darüber hinaus nicht erst im Kampf gegen eine Infektion engagiert haben“, so Oldewurtel. Das reiche von den ständigen Schnelltest über das kostenlose Verteilen von FFP-2-Masken an Besucher bis hin zum Temperaturmessen beim Betreten des Hauses.

AdUnit urban-intext2

Haus schon lange impfbereit

Und das sei bei den vielen Vorgaben, die teilweise von einem auf den anderen Tag umgesetzt werden müssen, nicht immer leicht, „aber wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben - auch weil wir in der glücklichen Lage sind, ausreichendes Fachpersonal zu haben“. Sein Haus sei sogar seit Anfang Januar impfbereit gewesen, weil man alle Einverständniserklärungen eingeholt und Impfmappen für jeden Bewohner und Mitarbeiter angelegt habe, bilanziert er. Da habe man letztlich nur noch auf den Impfstoff und die Impfteams des Kreises gewartet.

AdUnit urban-intext3

Dass das Virus dennoch ins Haus gekommen sei, erklärt der Heimleiter damit, dass die Einrichtung kein hermetisch abgeschlossener Kosmos sei, „unsere Bewohner sind freie Menschen, die auch einkaufen gehen, die über die Feiertage ihre Familien besucht haben“, betont er. Da könne eine Infektion allen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz mitgebracht werden, „deshalb haben wir ja so umfassend kontrolliert“.

AdUnit urban-intext4

Seine insgesamt 200 Mitarbeiter scheinen den ersten Ergebnissen der Untersuchung zufolge, Corona wohl nicht ins Seniorenzentrum eingeschleppt zu haben, „bislang ist das Pflegepersonal der betroffenen Gruppen komplett negativ getestet, lediglich ein Mitarbeiter aus einem anderen Bereich ist positiv“.

Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises bestätigt diese Zahl auf Anfrage unserer Zeitung und teilt über einen Sprecher zudem mit, dass es nach dem Stand der Ermittlungen von Dienstagmorgen 18 Bewohnende seien, die positiv auf das Coronavirus getestet worden seien.

Die Corona-Grafik mit den aktuellen Infiziertenzahlen gibt's hier:

Mehr zum Thema

Corona Tests bei 15 Bewohnern positiv

Veröffentlicht
Von
Ralf Strauch
Mehr erfahren

Autor

Thema : Coronavirus

  • Pandemie Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden dürfen ab 1. März öffnen

    Baden-Württemberg will ab nächsten Monat einige Geschäfte wieder öffnen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann kann sich auch vorstellen, dass sich wieder zwei Haushalte privat treffen dürfen.

    Mehr erfahren
  • Baden-Württemberg Erzieher und Lehrerinnen können sich ab sofort impfen lassen

    Es sollte für Kita-Beschäftigte und Lehrer eine frohe Botschaft sein: Baden-Württemberg macht für sie eine Impfung gegen das Coronavirus ab sofort möglich - früher als gedacht. Doch dann ruckelt es am Anfang - mal wieder.

    Mehr erfahren
  • Corona-Maßnahmen im Überblick Die neuen Bund-Länder-Beschlüsse vom 10. Februar

    Bund und Länder sehen in deutlich gesunkenen Ansteckungsraten viel erreicht im Kampf gegen Corona - aber noch keinen Anlass für Entwarnung. Denn neue Mutanten breiten sich aus. Die neuen Beschlüsse im Detail.

    Mehr erfahren