Einzelhandel - Investoren-Konsortium verkauft 88 Märkte an Kaufland und 53 an Edeka / Ob Brühl zu den betroffenen Standorten gehört, bleibt noch ungewiss Bei Real geht es jetzt ans Eingemachte

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Ralf Strauch
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Noch ist nicht klar, ob auch der Standort in Brühl vom Verkauf an Kaufland oder Edeka betroffen ist. Wäre das der Fall, sei eine Übernahme der Mitarbeiter vertraglich vereinbart, heißt es seitens der Investoren-Konsortiums. © strauch

Brühl. Die Supermarktkette Real hat noch vor ihrem endgültigen Verkauf an das Investoren-Konsortium SCP Retail Investments das Aus für mehrere Filialen beschlossen. Rund 650 Mitarbeiter seien von den Plänen betroffen, sagte ein Real-Sprecher gegenüber der Presse. Gespräche über Sozialpläne würden aufgenommen. Demnach sollen vier der Märkte bis zum Jahresende die Pforten schließen, drei Filialen im kommenden Jahr. Außerdem gibt es rund weitere 270 Märkte, über deren Schließung noch nichts öffentlich bekannt wurde, darunter auch der Markt in Brühl, der von den aktuellen Schließungen nicht betroffen ist.

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Nun verkündet das Investoren-Konsortium, mit den Einzelhandelsunternehmen Kaufland und Edeka Verträge über die Übernahme von insgesamt 141 Real-Märkten geschlossen zu haben. Die Vereinbarungen stehen unter dem Vorbehalt des Abschlusses des Erwerbs aller Real-Märkte durch die SCP Retail Investments sowie der kartellrechtlichen Genehmigungen. Im Anschluss daran plant Kaufland 88 und Edeka 53 Real-Märkte zu übernehmen. Da in diesem Fall die Vertragsparteien hinsichtlich der Details dieser Transaktionen Stillschweigen vereinbart haben, gibt es keine Informationen, welche Standorte betroffen sein könnten.

Nur so viel steht fest: Die SCP Retail Investments habe umfassende Absprachen mit beiden Unternehmen getroffen, die im Zuge der jeweiligen Betriebsübergänge die Mitarbeiter der entsprechenden Real-Märkte übernehmen werden.

Patrick Kaudewitz, Vorsitzender des Verwaltungsrats von SCP Retail Investments, betont in einer Pressemitteilung, dass „mit den erzielten Vereinbarungen ein wichtiger Meilenstein zur erfolgreichen Umsetzung unseres Konzepts erreicht wird. Wir werden so für fast die Hälfte der Real-Märkte und deren Mitarbeiter Klarheit und Planbarkeit schaffen können.“ Sascha Wilhelm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der x+bricks Group, des strategischen Partners des Investoren-Konsortiums, ergänzt: „Parallel zur Prüfung durch die Kartellbehörden werden wir den Dialog mit den Vermietern der Märkte suchen. Ihre Unterstützung ist für eine reibungslose Übernahme der Märkte von entscheidender Bedeutung.“

Prozess dauert 18 Monate

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Da die geschlossenen Vereinbarungen auch viele Märkte betreffen, die – wie das Haus in Brühl – in angemieteten Immobilien betrieben werden, ist die Zustimmung der Eigentümer dieser Immobilien zu den geplanten Übernahmen eine wichtige Voraussetzung.

Das bedeutet, nun wird für jeden Markt eine kartellrechtliche Bewertung des Verkaufs durchgeführt. Fällt diese positiv aus, werden die Vermieter kontaktiert und ihre Bewertung einer Übernahme eingeholt. Erst, wenn diese beiden Punkte erfolgreich abgeschlossen sind, würden die Mitarbeiter des jeweiligen Marktes über den Verkauf informiert, heißt es seitens der x+bricks Group, die auch weiterhin alle immobilienspezifischen Aspekte des Prozesses steuern wird. Nach den notwendigen Zustimmungen sollen die ersten Märkte ab dem vierten Quartal dieses Jahres an Kaufland und Edeka übergehen. Der gesamte Prozess wird sich über einen Zeitraum von rund 18 Monaten erstrecken.

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Für die verbleibenden Real-Märkte werden im Rahmen der laufenden Umsetzung des Konzepts weiterhin alle Optionen geprüft. Hierzu gehören weitere Veräußerungen an Einzelhandelsunternehmen sowie die Aufteilung von Märkten in kleinere Flächen. Nur wenn weder ein Weiterbetrieb noch eine Fortführung durch ein Einzelhandelsunternehmen eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen, ist eine Schließung des jeweiligen Standorts nicht ausgeschlossen. SCP Retail Investments geht weiter davon aus, dass die Zahl der zu schließenden Standorte bei rund 30 Märkten liegen wird.

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