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Naturschutz

Biotope durch Hitzewelle in Gefahr

Fischbestände an Gewässern wie der „Spießwiesen“ haben durch anhaltende Trockenheit Probleme mit Reproduktion

Von 
Henrik Feth
Lesedauer: 

Brühl. Die anhaltende Hitzewelle macht sich in mehreren Bereichen des täglichen Lebens bemerkbar. Dürre und Trockenheit fordern ihren Tribut, nicht nur von Menschen, sondern auch von der Pflanzen- und Tierwelt.

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Da scheinen die im vermeidlich kühlen Nass lebenden Fische zu beneiden. Doch auch dort macht sich die Hitze bemerkbar. Die Wassertemperatur ist für ein geschlossenes Biosystem wie beispielsweise einen Anglersee ein wichtiger Faktor.

Das zählt auch für die Vereinsgewässer des ASV Rohrhof 1946. Der heutige Anglersee des Vereins entstand bereits zwischen 1965 und 1967 durch das Ausbaggern von 1,7 Millionen Kubikmetern Kies. Seit 1968 ist die „Spießwiesen“ an den Verein verpachtet. Mit der Zeit und dank hohen ideellen und materiellen Investitionen entstand hier ein Biotop, das zahlreiche Pflanzen, Vögel sowie einen ausgewogenen Fischbesatz beinhaltet.

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Veröffentlicht
Von
Benjamin Jungbluth
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Mit dem nun ausbleibenden Regen und der Trockenperiode besteht bei solchen Biotopen die Gefahr eines Niedrigwasserstandes, was schnell zu erschwerten Lebensbedingungen für die dort heimische Fischfauna führen kann.

Bereits durch den Sommer im Jahr 2018, der als bisher heißester seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gilt, wurden Fischbestände deutschlandweit nachhaltig dezimiert. Ein weiteres, ähnliches Szenario könnte fatale Folgen für die Fischerei und die Tiere haben.

Doch auch die inzwischen mildere Winter haben Auswirkungen auf die Bestände: So brauchen kälteangepasste Fischarten wie beispielsweise die Bachforelle nicht nur sommerkühle Gewässer, sondern auch kalte Winter für ihre Reproduktion.

Behörde involviert

Die Fischereiforschungsstelle des Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg führt aktuell ein Projekt bezüglich der Klimakrise und ihren kurz- sowie langfristigen Folgen auf die Fischerei durch. Dieses beinhaltet eingehende Analysen von betroffenen Stellen. Dabei wird das Potenzial von Kälterefugien wie beschatteten Gewässerabschnitten oder kühleren Zuflüssen bewertet. Am Projektende sollen ein Notfallprogramm und langfristige Handlungsmöglichkeiten feststehen. Das Projekt wird noch bis Oktober 2024 laufen.

Damit unterstützt die Institution deutschlandweit Angel- und Fischereivereine, welche sich um ihre Gewässer kümmern. Auch der ASV Rohrhof und die „Spießwiesen“ könnten langfristig von der Unterstützung profitieren.

Der Verein ist nun schon seit über 50 Jahren für das Biotop zuständig und hat in dieser Zeit stets behutsam und mit viel Herzblut seine schützende Hand darüber gehalten.

Die nun bedrohliche Lage kann ebenfalls nur mit viel Einsatz und Fachwissen gemeistert werden. Nicht nur zum Wohle des Angelsports, sondern auch der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten an der „Spießwiesen“.

Autor Volontär

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