AdUnit Billboard
Kolbengärten

Brand in Kleingarten: Junge Brüder aus Brühl alarmieren die Feuerwehr

Die vier bist acht Jahre alten Brüder Nelio, Leano und Dario verhalten sich bei einem Brand in einem Kleingarten wirklich vorbildlich und haben nun eine Führung durch das Feuerwehrgerätehaus bekommen.

Von 
Ralf Strauch
Lesedauer: 
Ordnungsamtschef Jochen Ungerer (l.) und Feuerwehrmann Mathias „Willi“ Wiloth zeigen den Brüdern (v. l.) Leano (6), Dario (4) und Nelio (8) das Feuerwehrhaus – auf dem Bild bestaunen sie die bereitstehende Einsatzkleidung in der Umkleide. © strauch

Brühl. Sie haben schnell wie die Feuerwehr reagiert. Als das fremde Mädchen bei ihnen klingelte und ihnen mitteilte, dass in ihrer Nachbarschaft ein Kleingarten brennen würde, lief alles vorbildlich ab. Dario, Leano und Nelio wussten sofort, was zu tun war. Nicht nur, dass sie unmittelbar die Freiwillige Feuerwehr alarmierten, die drei Jungen rückten sofort selbst aus, um vor Ort alles zu regeln. „Das haben sie wirklich toll und absolut vorbildlich gemacht“, lobt Ordnungsamtsleiter Jochen Ungerer die – und jetzt kommt der Clou der Geschichte – drei Brüder im Alter von vier bis acht Jahren. Was genau war an diesem Dienstag, 12. Juli, passiert? Aus noch ungeklärter Ursachen war direkt beim Weg zur hölzernen Leimbachbrücke ein ausgetrockneter Grünstreifen in Brand geraten. Die Flammen hatten bereits auf einen benachbarten Kleingarten übergegriffen (wir berichteten), als das Mädchen den Brand entdeckte. „Leider haben wir von dieser engagierten Helferin keinen Namen, würden sie aber auch gern kennenlernen“, erklärt Ungerer. Sie rannte jedenfalls schnell zum ersten Haus, das sie finden konnte, klingelte und informierte über den Brand.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1
Der vierjährige Dario muss wohl noch ein wenig wachsen, um mit der großen Feuerwehraxt richtig helfen zu können – dass er aber bei Bränden das richtige Verhalten kennt, hat er zusammen mit seinen beiden älteren Brüdern bewiesen. © strauch

Die drei Jungen riefen sofort die Leitstelle der Feuerwehr an und gaben zusammen mit ihrer Mutter Alexandra Möske Alarm. Doch damit nicht genug: Die drei Kinder und die Frau rannten dann zurück zum Brand, um selbst aktiv zu werden. „Und das machten sie genau richtig, denn alle fünf achteten darauf, sich dabei nicht selbst zu gefährden“, betont Ungerer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Während das Mädchen und der älteste Bruder Nelio über den Zaun eines Nachbargrundstücks kletterten, dort den Gartenschlauch suchten und anfingen, aus sicherer Entfernung das Feuer von der einen Seite zu bekämpfen, hatten die Mutter und der sechsjährige Leano geistesgegenwärtig Eimer mitgebracht, um aus dem vorbeifließenden Leimbach weiteres Löschwasser zu schöpfen.

„Und ich bin ganz schnell auf das Klettergerüst gestiegen und habe der Feuerwehr durch Winken gezeigt, wo sie hinmüssen“, berichtet der Jüngste im Trio, der vierjährige Dario im Gespräch mit unserer Zeitung. Und das Beste: Als die erfahrenen Brandbekämpfer mit ihren drei Löschfahrzeugen angerückt waren, zogen sich die jungen Helfer an den Rand des Geschehens zurück, um nicht im Weg zu stehen. „Alles richtig gemacht“, zeigt sich auch Mathias Wiloth vom Verhalten der jungen Helfer begeistert.

Mehr zum Thema

Blaulicht

Brand der Vegetation in den Kolbengärten in Brühl

Veröffentlicht
Von
vas/cb
Mehr erfahren
Thema des Tages

Junge Helden besuchen die Feuerwehr

Veröffentlicht
Von
ras
Mehr erfahren

Der erfahrene Feuerwehrmann zeigte den Brüdern und deren Eltern nun als Anerkennung für ihren Einsatz das komplette Feuerwehrhaus sowie alle flammendroten Land- und Wasserfahrzeuge. Von der Brühler Einsatzzentrale aus durften die Brüder sogar die Lautsprecheranlage des Gerätehauses ausprobieren und verschiedene Knöpfe drücken – natürlich ohne Alarm auszulösen.

Mit großen Augen bestaunten sie im Umkleideraum der rund 50 Brühler Feuerwehrleute die bereitstehende Einsatzkleidung: Die Stiefel stecken dort bereits in den Hosen, „wir müssen nur noch reinschlüpfen, die Hose hochziehen, Jacke anziehen und Helm aufsetzen“, erklärt Wiloth. „Das muss ich mir merken, wenn die Schule wieder losgeht“, nimmt Alexandra Möske als Idee für den Familienalltag mit.

Die drei Jungs in der Schaltzentrale der Feuerwehr. © strauch

Das Tollste für die Jungen ist natürlich, dass sie alles ausprobieren dürfen – Dario greift sogar nach der Axt, die deutlich größer ist als er. „Ui, ist die schwer“, kommentiert er. Als die drei Brüder am Ende sogar noch im Feuerwehrauto sitzen, scheinen sie für sich entschieden zu haben, irgendwann auch mal echte Feuerwehrmänner zu werden. „Ja“, bekräftigt Nelio noch einmal diesen Zukunftsplan. Echte Erfahrung im Einsatz bringen die drei Brüder ja jetzt schon mit.

Autor

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1