Fasnacht

Brühler Kollerkrotten feiern Prinzessinnen- und Ordensball bis zum Morgengrauen

Bei den Kollerkrotten geht es hoch her, mit Gästen, die von weither kommen und die ganz besondere Atmosphäre genießen.

Von 
Sabine Zeuner
Lesedauer: 
Besuch aus der Nachbarschaft und aus dem ferneren Elsass: Geschwind stehen die ersten Abordnungen, hier vom Grün-Weiss Oftersheim auf den Stühlen. © Sabine Zeuner

Brühl. „Wir sind hier, weil wir davon gehört haben, dass beim Prinzessinnen- und Ordensball so eine supertolle Stimmung ist“, betonten die Sprecher jeder zweiten der 46 Abordnungen aus närrischen Vereinen von Mannheim bis Straßburg am Donnerstagabend in der Festhalle. Enttäuscht wurden die Gäste der Kollerkrotten (KVB) nicht. Mit neuem Vereinsführungsteam, doppelter Sitzungsleitung aber auch zahlenmäßig dezimierten Garden knüpften „die Jungen“ an das Erbe der „Alten“ locker an.

Dass sie das können, hatten sie schon beim höchstemotionalen Inthronisierungs- und Eröffnungsabend bewiesen. Die Rahmenbedingungen sind weiterhin nicht einfach: Viele der noch vor zwei Jahren Pandemie Aktiven sind nicht mehr dabei, aber eine gute Basismischung altbewährter Namen und neuer Gesichter behauptete sich in Sachen Stimmungshöhen, ausgefeilten Tanzchoreografien und lockerer Sprüche bestens. Allen voran sorgte Urgestein Rüdiger Mehrer als Standartenträger für Konstanz, der die Krotten in die fast voll besetzte Festhalle und auf die Bühne führte.

Fotostrecke

Brühl: Narren stürmen das Rathaus

Veröffentlicht
Bilder in Galerie
8
Mehr erfahren

Rund um Prinzessin Michèle I. mit schimmerndem Diamanten platzierten sich die Gardetänzerinnen und die Elferräte auf den Brettern, die den Jokusanhängern in der fünften Jahreszeit die Welt bedeuten. Die Gäste tanzten und sangen, donnerten gerne die dreifachen Ahoi-Rufe zurück auf die Bühne, die den Abend bestimmten.

Brühler Kollerkrotten: Die Minigarde als Eisbrecher

Zum Eisbrecher der niedlichen Art wurden die drei Mädels der Minigarde, die herrlich konzentriert ihre Schrittfolge einhielten, dafür eine Menge lauten Applaus in Form der ersten Rakete mit vier Stufen einfuhren. Daran, dass „Party machen“ das Abendmotto sein würde, war nun erst recht kein Zweifel.

Ausgezeichnet: Annette Kühnle mit dem Verdienstorden in Gold und der Urkunde. © Sabine Zeuner

Das Duo Rebecca Seppich-Polauer und Dirk Mehrer übernahm das sprachliche Zepter während Prinzessin Michèle I. die Abteilung „Orden und Küsschen verteilen sowie Geschenke entgegennehmen“ sehr gerne innehatte. Ordensrunde um Ordensrunde mit besten Wünschen für eine tolle Kampagne und viele Erfahrungen für die Kollerkrotten-Repräsentantin in den letzten Wochen bis zum Aschermittwoch unterbrach ein durchaus sehenswertes Programm.

In diesem reihten sich die Marschtänze der Garden aneinander bis zum Schautanz der Aktivengarde, die mit glitzernden Kostümen in die Welt von 1001 Nacht entführten. Für erste Stimmungskracher sorgten „Naste“ alias Kollerkrotten-Ehrenpräsident Stefan Röger und Sängerin Nadja Lesniewski, die ein Feuerwerk der mitsingbaren Hits von „Cordula Grün“ bis zum umjubelten Abba-Medley zündeten.

Die Gäste tanzen und haben Spaß mit „Naste“ alias Nadja Lisiewski und Stefan Röger, Prinzessin Michèle I., im Vordergrund mit schönem Kleid und Rücken zum Entzücken, macht eifrig mit. © Zeuner

Die beiden Stimmungsmacher brachten alle 30 anwesenden Tollitäten – weibliche und männliche – auf der Bühne in tänzerische Schwingungen, dass es eine pure Freude war.

Die hochschwappende Launewelle dauerte über die Performance von Tanzmariechen Emily Iglesias hinweg an. Die junge Dame zog alle Schwierigkeitsregister des Solotanzes, was mit lobenden Rufen und Applaus bedankt wurde.

Brühler Kollerkrotten: „Gold“ für Annette Kühnle

Der Prinzessinnenball ist zudem Rahmen für größere Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder. Der Bund Deutscher Karneval zeichnete zum Beispiel Annette Kühnle für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft im KVB mit dem Verdienstorden in Gold aus. In der Minigarde begann auch ihre Karriere bei den Kollerkrotten, denen sie mit wachsender Verantwortung im Vorstand noch heute die Treue hält. Mit Ritterschlag per Schwert von Prinzessin Michèle I. wurde aus Christina Röger eine Trägerin des Goldenen Vlieses für 11 Jahre Aktivität im Verein. Beide Ehrungen wurden mit langanhaltendem Beifall honoriert.

Die drei Mädchen der Minigarde: Pauline Iglesias (v. l.), Lina Eberle und Lena Kluge begeistern ihr Publikum restlos. © Sabine Zeuner

In Eigenregie wurde nach wie vor die Bewirtung gestemmt, denn, wie Kollerkrottenchef Niklas Geschwill betonte, gebe es seit Kurzem erneut keinen Pächter des benachbarten Ratskellers, der sonst diesen Part hätte übernehmen können. Mit der Selbstbedienung, vielen Feierlustigen im Foyer an der Bar und später im Burgkeller lief jedoch alles rund. Die zweite Laune-Rakete zündete zu später Stunde Ehrensitzungspräsident Claudio Glässer, der wie allzeit bewährt die Festhalle mit zahlreichen Fasnachts- und Partyhits zum Brodeln brachte.

Gut gebrüllt: Drei donnernde „Ahoi“ schmettern die Besucher auf die Bühne zurück. Der Narrengruß bestimmt das Bild beim Prinzessinnenball. © Sabine Zeuner

Rundum gelungen war der Abend, der erst früh am Morgen danach enden sollte.

Interessant dabei die Entfernungen, die einige Vereine zurücklegten, um bei den Kollerkrotten bis zum Morgengrauen ausgelassen zu feiern: Bis zu 138 Kilometer, etwa aus dem elsässischen Straßburg, waren sie gekommen, um die ganz besondere Atmosphäre bei den Brühlern zu erleben.

Freie Autorin freie Mitarbeiterin

Mehr zum Thema

Jahresrückblick Das Jahr 2022 in Brühl: Sportpark-Süd, Wohnungsbau, Finanzen

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Jahresrückblick Das Jahr in Bildern: Brühl 2022

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Festhalle Brühler „Kollerkrotten“ laden zum Ball

Veröffentlicht
Mehr erfahren