Im Interview - Denis Heisch hat eine Bücherserie über American Football begonnen / Interessantes Kompendium der Regeln, Taktiken und des Drumherums Brühler verrät: Super Bowl ist mehr als der reine Sport

Von 
Ralf Strauch
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Brühl. Der Super Bowl gilt als das größte Einzelsportereignis der Welt und lockt in den USA Jahr für Jahr bis zu 115 Millionen Menschen vor die TV-Bildschirme. In Deutschland sahen bei diesem wichtigsten Spiel des American Footballs vor einem Jahr durchschnittlich 1,9 Millionen Zuschauer zu. Diesmal findet das Spiel in der Nacht von Sonntag, 7. Februar, auf Montag, 8. Februar, im Raymond James Stadium in Tampa, Florida, statt. Dabei werden die Teams Tampa Bay Buccaneers und Kansas City Chiefs aufeinandertreffen.

Denis Heisch erklärt die komplizierten Football-Regeln. © heisch
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Und obwohl der US-Sport in Deutschland immer mehr Freunde findet, sind die Feinheiten der Regeln und der Taktiken nicht immer ganz geläufig. Genau da will der Brühler Autor Denis Heisch helfen. Sein flott geschriebenes Fachbuch „The 1st Quarter“ will einen Einstieg in die Welt des American Footballs geben. Wir sprachen mit ihm über das Buch, den Sport und das Drumherum.

Zur Person: Denis Heisch

Denis Heisch wurde 1981 in Schwetzingen geboren und wuchs in Brühl auf.

Für American Football interessiert er sich bereits seit seiner Grundschulzeit.

Er lebt heute mit seiner Familie in der Hufeisengemeinde.

Hauptberuflich ist Heisch Kraftwerksmeister, mit dem ersten Band seiner Serie tritt er erstmals als Autor in Erscheinung.

Das Buch „The 1st Quarter – Der Einstieg in die Welt des American Football“ ist im Verlag Tredition als Hardcover mit der ISBN 978-3-7497-8640-4 erschienen. Die 64 Seiten kosten 1999 Euro.

Der zweite Band der Serie „The 2nd Quarter – Alles rund um die Welt des American Footbal“ wurde im September ebenfalls vom Verlag Tredition veröffentlicht. Die ISBN lautet 978-3-3471-0468-6, das Buch hat 68 Seiten und kostet 16,99 Euro. ras

Beginnen wir gleich mit der wichtigsten Frage: Welchen Ausgang erwarten Sie beim Super Bowl am kommenden Wochenende?

Denis Heisch: Der Favorit ist natürlich Kansas City. Aber ich denke, dass die Buccaneers einen guten Lauf haben könnten – immerhin sind sie die erste Mannschaft, die beim Super Bowl im eigenen Stadion spielen kann. Sie werden auch deshalb knapp gewinnen.

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Wie haben Sie zum American Football gefunden?

Heisch: Das hat in der Grundschule angefangen. Damals war die Football-Kleidung absolut angesagt – insbesondere die Mützen. Und dieser Trend hat auch mich erwischt. Ein richtiger Fan des Sports wurde ich dann als Realschüler. Damals lebte der Trainer der deutschen Nationalmannschaft im American Football, Charles „Chuck“ Fernandes, in der Gemeinde. Er hat zu dieser Zeit in Brühl auch mit den Football-Klamotten gehandelt. Die Gespräche mit ihm haben mein Interesse an der Sportart geweckt. Seit 1999 habe ich dann auch die Spiele besucht – beispielsweise bei den Frankfurt Galaxy – aber dieser Verein hat sich ja 2007 aufgelöst.

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Sind Sie Fan eines bestimmten Teams?

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Heisch: Bei mir sind es tatsächlich die Tampa Bay Buccaneers , die wie gesagt beim Super Bowl im Finale stehen. Seit 2004 schlägt mein Fanherz für die Bucs, wie sie in der Kurzform heißen.

Das bedeutet, dass es für Sie ein absolutes Muss ist, das Spiel live zu verfolgen?

Heisch: Auf jeden Fall. Diesmal allerdings nicht so wie sonst, denn eigentlich treffe ich mich zur klassischen Super-Bowl-Party immer mit Freunden – das geht wegen der Corona-Einschränkungen natürlich nicht. Wir wollen aber dennoch über die Netzwerke das Spiel gemeinsam erleben und kommentieren. Mal schauen, wie das wird.

Laufen Sie selber für ein Footballteam auf oder haben Sie früher einmal gespielt?

Heisch: Nein, ich selber spiele nicht. Der Grund ist nicht, dass ich es nicht gewollt hätte. Vielmehr sind es gesundheitliche Aspekte. Ich habe schon früh durch einen Kreuzbandriss und Meniskusschaden ein kaputtes Knie bekommen. Und da Kreuzbandrisse eine der häufigsten Verletzungsursachen im American Football sind, ist da leider nicht mehr ans Spielen zu denken gewesen. Zumindest würde es nicht lange gut gehen. Aber meine elfjährige Tochter hat diesen Sport jetzt für sich entdeckt.

Wie kamen Sie auf den Gedanken, das Buch „The 1st Quarter“ zu schreiben?

Heisch: American Football erlebt seit einigen Jahren eine ungeheure Popularität. Allerdings ist das Wissen über Regeln und Spielzüge dieses sehr komplexen Sports kaum bekannt. Das durchschaut man am Anfang nicht direkt. So fragten mich Freunde immer wieder, was da gerade auf dem Spielfeld passierte. Und scheinbar habe ich gut erklärt, denn irgendwann meinte ein Freund: Du musst mal ein Buch darüber schreiben. So kam es zur Idee mit der Buchserie über American Football.

Bisher gibt es nur zwei Bände . . .

Heisch: Ja, im zweiten Buch geht es eher um die Tradition und Hintergründe. Eben über alles, was rund um das Spiel dazugehört, was es zu so einem riesigen Unterhaltungsspektakel macht. Denn American Football ist mehr als nur der reine Sport. Aber ich werde mich auch anderen Themen widmen wie einem Rezeptbuch für die Halbzeit. Da wird es um das typische Essen für einen tollen Footballabend gehen. Und in den beiden letzten Büchern stelle ich die Ligen vor, denn auch da ist einiges im Wandel, im kommenden Sommer soll ja eine europäische Liga aufgebaut werden. An Stoff mangelt es nicht. Ich könnte sogar noch in die Verlängerung gehen.

Wenn ich beim Spiel andere unbedingt mit Pseudowissen blenden möchte, welchen Begriff lasse ich da am besten mal fallen?

Heisch: Das ist eine gute Frage. Sicherlich ist da der Onside Kick gut. Beim Onside Kick versucht eine Mannschaft den Kickoff absichtlich kurz auszuführen, um den Ball erneut zu erobern, bevor das andere Team dazu in der Lage ist. Aber da muss man sich besser einarbeiten, wenn man wirklich glänzen will – am besten geht das natürlich über mein Buch (lacht).

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